Gold unter 4000 Dollar – Wie tief fällt der Preis noch?
Gold ist unter die wichtige Marke von 4000 Dollar gefallen. Experten warnen vor weiteren Kursverlusten, sehen langfristig aber weiterhin Potenzial.

Der Goldpreis steht nach einer kräftigen Korrektur weiterhin unter Druck. Am Freitag fiel die Feinunze zeitweise auf rund 3870 Dollar und erreichte damit ein neues 52-Wochen-Tief.
Damit wurde die psychologisch wichtige Marke von 4000 Dollar unterschritten. Zum Wochenstart am 2. November setzte eine leichte Erholung ein.
Wie das «N-TV» berichtet, verteuerte sich eine Feinunze Gold am Montagmorgen um rund 0,6 Prozent auf etwa 3900 Dollar. Dennoch notiert das Edelmetall weiterhin unter der wichtigen Schwelle.
Warum Gold derzeit unter Druck steht
Ein wesentlicher Belastungsfaktor sind die veränderten Zinserwartungen in den USA. Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) hat weitere Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen.
Höhere Zinsen machen das unverzinste Edelmetall gegenüber verzinsten Anlagen weniger attraktiv. Auch die anhaltend hohe Inflation erschwert die Situation.
Der PCE-Preisindex lag im September bei 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie «Der Aktionär» schreibt. Damit bleibt die Teuerung deutlich über dem Inflationsziel der Fed von zwei Prozent.
Zinssorgen und negatives Chartsignal belasten das Edelmetall
Die Zinssorgen spiegeln sich auch in den Erwartungen der Marktteilnehmer wider. Bas Kooijman von DHF Capital S.A. erklärt laut dem «N-TV», dass Inflationssorgen und Zinserhöhungserwartungen den Goldpreis weiterhin belasten.
Sinkende Ölpreise könnten diese Belastung allerdings abschwächen. Charttechnisch hat sich die Ausgangslage für Gold deutlich verschlechtert.
Das Edelmetall notiert inzwischen unter seinem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Handelstage. Viele Marktbeobachter betrachten diesen Rückgang als negatives Verkaufssignal.
Gold: Experten warnen vor weiterem Rückgang bis 3700 Dollar
Der technische Analyst Stefan Steinemann von Active Niche Funds erwartet laut «The Market» zunächst keine schnelle Wiederaufnahme des Aufwärtstrends. Er hält eine mehrwöchige Seitwärtsbewegung zwischen 4000 und 4500 Dollar für möglich.
Auch einen weiteren Rückgang bis auf 3700 Dollar schliesst er nicht aus. Weitere Abwärtsrisiken sieht Yuxuan Tang von JPMorgan Private Bank.
Die Privatbank geht davon aus, dass im Dezember sowie im ersten Quartal 2027 weitere Zinserhöhungen erfolgen könnten. Tang erwartet eine nachhaltigere Stabilisierung des Goldpreises erst nach dem Erreichen des Zinshöhepunkts.
Ölpreise und US-Zwischenwahlen im Fokus
Eine gewisse Entlastung kam zuletzt von den Energiemärkten. Wie das «N-TV» berichtet, könnten sinkende Ölpreise die Inflationssorgen abschwächen und damit den Goldpreis unterstützen.
Auch eine Entspannung regionaler Konflikte könnte sich positiv auswirken. Ein weiterer wichtiger Termin sind die US-Zwischenwahlen am 3. November.

Die politische Entwicklung könnte zusätzliche Impulse für die Finanzmärkte liefern. Gleichzeitig könnten weitere Angebotsunterbrechungen oder ein stärker als erwartet ausgefallener amerikanischer Arbeitsmarktbericht die Argumente für eine straffere Geldpolitik verstärken.
Langfristige Goldtreiber bleiben bestehen
Trotz der aktuellen Korrektur haben sich wichtige langfristige Einflussfaktoren bislang kaum verändert. Dazu gehören insbesondere die Goldkäufe internationaler Notenbanken und deren Bestrebungen, ihre Währungsreserven breiter aufzustellen.
Wie «The Market» schreibt, setzen zahlreiche Zentralbanken ihre Umschichtungen aus Anleihen in Gold fort. Dieser Trend hatte nach dem Einfrieren russischer Devisenreserven im Jahr 2022 an Bedeutung gewonnen.
Zwar lagen die Käufe im ersten Halbjahr unter den Vorjahreswerten, ab dem zweiten Quartal beschleunigte sich die Nachfrage jedoch wieder. Auch «Der Aktionär» bleibt langfristig positiv für Gold gestimmt.















