Mitstudentin von Maxwell: «Sie tut sich selbst leid»

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    USA,

    Ghislaine Maxwell fühlt sich ungerecht behandelt, da sie als Einzige im Knast sitzt. Laut einer Mitstudentin «tut sie sich selbst leid» und will freikommen.

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    Ghislaine Maxwell spielte im Netzwerk von Jeffrey Epstein eine wichtige Rolle. - keytone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine Mitstudentin aus Oxford spricht über Ghislaine Maxwell.
    • Sie fühle sich ungerecht behandelt und tue sich selbst leid.
    • Sie werde erst im Gegenzug für ihre Freiheit die ganze Wahrheit sagen.

    Seit 2022 sitzt Ghislaine Maxwell, die Gehilfin von Jeffrey Epstein, ihre 25-jährige Haftstrafe ab. Zu dem Fall schweigt sie eisern, obwohl sie viele Informationen über das Netzwerk und die Verstrickungen des Sexualstraftäters hat.

    Das Schweigen sei ihre Strategie, sagt Anne McElvoy gegenüber «SRF». Sie war eine Mitstudentin von Maxwell in Oxford und arbeitet heute als Politjournalistin für Politico. Weil viele andere Verantwortliche frei seien, fühle sich Maxwell, die als einzige im Gefängnis sitzt, ungerecht behandelt. «Sie tut sich heute vor allem selbst leid.»

    «Sie wartet auf eine Begnadigung, möglicherweise von Donald Trump. Die ganze Wahrheit wird sie wohl nur im Gegenzug für ihre Freiheit erzählen», sagt McElvoy.

    Doch wie kam Ghislaine Maxwell überhaupt zu ihrer wichtigen Rolle im Netzwerk von Jeffrey Epstein?

    McElvoy erklärt, dass Maxwell schon früh für ihren Vater, den umstrittenen Verleger Robert Maxwell, als eine Art Mitarbeiterin fungiert habe. «Sie sorgte dafür, dass die richtigen Leute im Raum waren. Diese Rolle hat sich später auf verhängnisvolle Weise in ihrer Beziehung mit Epstein fortgesetzt.»

    Mitstudentin: Maxwell sah Opfer nicht als Frauen auf Augenhöhe

    Maxwell sei davon ausgegangen, dass es immer Frauen gebe, die um reiche Männer herum sein und dafür bezahlt werden wollten. Wohl deshalb habe sie junge und teils minderjährige Frauen an Epstein herangeführt. «Sie hat es in einer Aussage als ‹Entfaltungsmöglichkeit› für diese Mädchen bezeichnet. Als Chance, eine neue Welt kennenzulernen», so McElvoy.

    Die Gehilfin habe die Opfer nicht als Frauen auf Augenhöhe gesehen. «Sondern als eine andere Kategorie Mensch, die zur Bedienung von Epstein da war.»

    Ghislaine Maxwell
    Ghislaine Maxwell war eine Gehilfin und Vertraute von Jeffrey Epstein. - Keystone

    Der Werdegang von Jeffrey Epstein beinhaltet zahlreiche Fragezeichen: Obwohl er sein Mathematik-Studium nie abschloss, arbeitete er als Lehrer an einer exklusiven Privatschule. Später wechselte er an die Wall Street, wo er schnell aufstieg, sich selbständig machte und die Vermögen von Milliardären verwaltete. Trotz fehlendem Abschluss und geringer Berufserfahrung.

    McElvoy sagt, Epstein habe sich ein Netzwerk aufbauen können, da er «die Fähigkeit hat, Träume zu erfüllen. Wer reich werden wollte, bekam Geld. Wer einen aufregenden Lebensstil mit Privatjets wollte, bekam ihn. Und wer seine sexuellen Fantasien ausleben wollte, durfte das».

    Sie beschreibt ihn als «zynischen Manipulator, der die Leute in eine Abhängigkeit zog».

    Verfolgst du die Neuigkeiten um die Epstein-Files?

    Die Komplizen und Mitwisser hätten in «totaler Arroganz» gedacht, ihre Taten würden nie auffliegen. Sie glaubten, in einer Welt ohne negative Konsequenzen zu leben. «Der Fall ist eine Mahnung, dass diese Arroganz der Macht irgendwann ein Ende findet.»

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