Zahlreiche Menschen demonstrieren in Port-au-Prince, Haiti, gegen die Bandenkriminalität. Am Samstag wurden nordamerikanische Missionare Opfer einer Entführung.
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In Haiti wurden Autos in Brand gesetzt. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In Haiti herrscht anhaltende Bandenkriminalität.
  • Dagegen protestieren zahlreiche Menschen in Port-au-Prince.
  • Die USA haben Ermittler entsendet, nachdem eine Gruppe von Missionaren entführt worden ist

Im Fall der entführten nordamerikanischen Missionare haben die US-Behörden Ermittler nach Haiti entsandt.

«Das kleine Team, das jetzt vor Ort ist, wurde nach Haiti entsandt, um eng mit den haitianischen Behörden zusammenzuarbeiten». Dies erklärte der Sprecher des US-Aussenministeriums, Ned Price. Unterdessen protestierten in der Hauptstadt Port-au-Prince zahlreiche Menschen mit einem Generalstreik gegen die anhaltende Bandenkriminalität in dem Karibikstaat.

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US-Aussenamtssprecher Ned Price. Die USA entsenden Ermittler wegen den in Haiti entführten Missionaren und deren Familienmitglieder. - POOL/AFP

«Wir rufen schon seit Monaten um Hilfe und sind nicht sicher vor Entführungen». Dies betonte der Präsident des haitianischen Eigentümer- und Fahrerverbandes, Méhu Changeux.

Aufruf zu unbefristeten Streiks

Sein Verband hatte zusammen mit anderen Organisationen schon vor den jüngsten Entführungen zu den unbefristeten Streiks aufgerufen. «Die Banditen gehen zu weit: Sie entführen, sie vergewaltigen Frauen, sie machen, was sie wollen», sagte Changeux. «Es ist genug.»

In der Hauptstadt von Haiti waren die Strassen menschenleer. Läden, Schulen und Verwaltungsgebäude waren geschlossen. Reporter sahen nur wenig Polizei auf den Strassen und eine Barrikade aus brennenden Reifen.

«Wir können nicht weiterhin jeden Tag hören, dass ein Verwandter, ein Freund oder eine andere Person entführt wird». Dies sagte Germain Joce Salvador.

Entführung von Missionaren bei Besuch eines Waisenhauses in Haiti

Die Streiks bekamen besondere Aufmerksamkeit. Dies, nachdem am Samstag eine Gruppe von Missionaren und deren Familienangehörigen beim Besuch eines Waisenhauses entführt wurden.

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Slum in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince. In der Hauptstadt wird gegen die anhaltende Bandenkriminalität protestiert. - AFP/Archiv

Bei den Geiseln handelt es sich um fünf Männer, sieben Frauen und fünf Kinder. Dies teilt deren christliche Organisation Christian Aid Ministries aus dem US-Bundesstaat Ohio mit. 16 von ihnen haben demnach die US-Staatsbürgerschaft, einer ist Kanadier. Die US-Behörden stehen nach eigenen Angaben «in engem Kontakt mit den Familien» der Entführten.

Im April erst waren zehn Menschen in derselben Region 20 Tage lang von 400 Mawozo festgehalten worden. Die Gruppe kontrolliert mehrere Strassen in dem Gebiet. Dort kapert sie immer wieder Fahrzeuge und sogar ganze Busse, verschleppt deren Insassen und verlangt Lösegeld.

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