El Niño offiziell da – Experten warnen vor Rekordtemperaturen
El Niño ist offiziell eingetreten und trifft auf eine bereits überhitzte Welt. Experten warnen vor einem neuen globalen Temperaturrekord.

Die US-amerikanische Wetter- und Klimabehörde NOAA hat den Eintritt von El Niño offiziell bekanntgegeben, wie die «Frankfurter Rundschau» berichtet. Die Wassertemperaturen im äquatorialen Pazifik überschreiten den offiziellen Schwellenwert von 0,5 Grad Celsius über dem langjährigen Durchschnitt.
NOAA-Direktor Ken Graham mahnte zur Vorsicht: «Jedes El-Niño-Ereignis ist anders, jedes ist einzigartig mit seinem eigenen Einfluss auf unser Wetter.» Die Behörde sehe eine 63-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Temperaturen im beobachteten Pazifik-Bereich bis Herbst um mehr als zwei Grad steigen.
Sollte sich das bewahrheiten, würde das aktuelle Ereignis als «sehr stark» eingestuft. Das wäre vergleichbar mit dem Wetterphänomen von 2015/16.
El Niño trifft auf bereits aufgeheizte Welt
Laut dem deutschen Klimaportal «Cleanthinking.de» hat die Weltwetterorganisation (WMO) El Niño ebenfalls offiziell bestätigt. Die WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo warnt demnach, das Phänomen werde Dürren und Starkregen verschärfen sowie das Risiko von Hitzewellen erhöhen.
Klimaforscher Mojib Latif vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel findet deutliche Worte: «Der Revolver ist geladen.» In diesem Jahr entwickle sich alles wie nach Lehrbuch.
Besonders brisant ist das Zusammenspiel von El Niño und dem menschengemachten Klimawandel. Das Phänomen treffe heute auf eine Grundlinie, die durch Treibhausgase bereits deutlich wärmer sei als bei früheren Ereignissen.
Auswirkungen auch für Europa
Der «Deutsche Wetterdienst» weist darauf hin, dass das Einsetzen von El Niño bereits sehr wahrscheinlich sei. Einige Modellberechnungen deuteten sogar auf ein sehr starkes Ereignis hin, mit Temperaturabweichungen von bis zu plus vier Grad im Pazifik.

Das Phänomen verändert durch die Freisetzung von Wärme aus dem Pazifik die Luftströmungen weltweit. In manchen Regionen nimmt das Überschwemmungsrisiko zu, andere treffe ausgeprägte Dürre.
Europa spürt El Niño zeitverzögert, doch Experten erwarten laut der «Frankfurter Rundschau» ab Herbst deutliche Auswirkungen. Auf einem Klimafundament, das ohnehin auf Rekordniveau liegt, könnte die aktuelle Entwicklung 2027 in bisher ungekannte Temperatursphären treiben.












