El Niño – WMO warnt vor Hitzewellen und Wetterextremen

Maja Bojic
Maja Bojic

Genève,

El Niño entwickelt sich erneut im tropischen Pazifik. Die WMO warnt vor steigenden Temperaturen und einem erhöhten Risiko für Hitzewellen, Dürren und Starkregen

El Niño
Ein erneuter Hitzesommer könnte uns aufgrund des El Niño Wetterphänomens bevorstehen. (Archivbilder) - keystone

Das Klimaphänomen El Niño entwickelt sich erneut im tropischen Pazifik. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) geht von einer hohen Wahrscheinlichkeit aus, dass die Wetterlage zwischen Juni und August einsetzt.

Laut der WMO beträgt die Wahrscheinlichkeit für den Beginn eines El Niño rund 80 Prozent. Die Chance, dass das Phänomen mindestens bis November anhält, liegt demnach bei etwa 90 Prozent.

Meteorologen erwarten für Juni bis August in weiten Teilen der Welt überdurchschnittliche Temperaturen. Die Wetterorganisation warnt zudem vor einer Zunahme extremer Wetterereignisse.

El Niño: Dürren, Starkregen und Hitzewellen drohen

WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo erklärte dem «SRF» zufolge, die Welt müsse sich auf ein möglicherweise starkes El-Niño-Ereignis vorbereiten. Dieses könne Dürren und Starkregen verstärken sowie das Risiko von Hitzewellen an Land und in den Ozeanen erhöhen.

Auch UNO-Generalsekretär António Guterres äusserte sich besorgt. Wie der «Spiegel» berichtet, warnte er davor, dass El Niño die Auswirkungen der globalen Erwärmung zusätzlich verschärfen könne.

Bereitet dir El Niño Sorgen?

Nach Angaben der WMO wurden im tropischen Pazifik zuletzt ungewöhnlich hohe Wassertemperaturen gemessen. Teilweise lagen die Werte unter der Meeresoberfläche mehr als sechs Grad über dem langjährigen Durchschnitt.

Natürliches Klimaphänomen mit globalen Folgen

El Niño gehört zu den wichtigsten natürlichen Klimaschwankungen der Erde. Das Phänomen tritt üblicherweise alle zwei bis sieben Jahre auf und hält meist neun bis zwölf Monate an.

Während eines El Niño schwächen sich die Passatwinde im Pazifik deutlich ab. Dadurch verlagert sich warmes Oberflächenwasser in Richtung Südamerika und verändert Wetter- und Niederschlagsmuster weltweit.

Wie das «SRF» erläutert, nehmen vor den Küsten Perus und Ecuadors häufig Starkregen und Überschwemmungen zu. Gleichzeitig drohen in Indonesien, Australien und Teilen Südostasiens längere Trockenperioden.

Auswirkungen reichen bis zu den Weltmärkten

Für Europa werden dem «Spiegel» zufolge nach Einschätzung von Fachleuten nur begrenzte direkte Auswirkungen erwartet. Laut der Klimaforscherin Daniela Domeisen von der ETH Zürich erreichen die Signale aus dem tropischen Pazifik Europa meist nur abgeschwächt.

Indirekte Folgen könnten dennoch spürbar werden. Wetterbedingte Ernteausfälle in betroffenen Regionen können die Preise für Produkte wie Kaffee, Kakao oder Zucker beeinflussen.

El Niño
El Niño kann weltweit Dürren und Überschwemmungen auslösen. (Archivbild) - keystone

Der letzte El Niño in den Jahren 2023 und 2024 zählte laut WMO zu den fünf stärksten seit 1950. Er trug dazu bei, dass 2024 weltweit das bisher wärmste Jahr seit Beginn der Industrialisierung wurde, wie das «SRF» schreibt.

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