Stadt Zürich

«Lehrpersonen verdienen nicht mehr wegen dieser Vorlage»

Lena Fleisch
Lena Fleisch

Zürich,

Die Vorlage zum Lehrpersonalgesetz erhöht den Stundenlohn nicht. In ihrem Gastbeitrag erklärt Lena Fleisch die Auswirkungen.

Lena Fleisch, ZLV-Präsidentin.
Lena Fleisch, Präsidentin des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbandes. - zVg

Das Wichtigste in Kürze

  • Lena Fleisch ist Präsidentin des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (ZLV).
  • Sie plädiert in ihrem Gastbeitrag für ein Ja zum Lehrpersonalgesetz.
  • Die Zürcher Stimmberechtigten werden am 27. September darüber abstimmen.

Gemäss Kantonsrat Tobias Infortuna sollten wir beim Lehrpersonal-Kompromiss, die Frage im Zentrum stehen, was sich für die Schülerinnen und Schüler verbessert. Die Frage ist richtig. Seine Schlussfolgerung ist es nicht.

Die Behauptung, mit der Änderung des Lehrpersonalgesetzes würden die Löhne der Lehrpersonen pauschal erhöht, ist falsch.

Stundenansatz, Jahressalär und Jahresarbeitszeit bleiben unverändert. Angepasst wird der Berufsauftrag, damit die tatsächlich geleistete Arbeit besser abgebildet wird.

Wer sein Pensum erhöht, erhält mehr Lohn – wie in jeder anderen Branche auch

Mit der Anpassung wird mehr Arbeitszeit für Unterricht und Klassenführung eingerechnet. Dadurch können gewisse Lehrpersonen ihr Pensum erhöhen. Wer mehr arbeitet, erhält mehr Lohn – wie in jeder anderen Branche auch.

Lehrpersonen
Zürcher Lehrpersonen sollen Extra-Arbeitszeit erhalten. (Archivbild) - keystone

Der Stundenansatz bleibt jedoch genau gleich. Von einer pauschalen Lohnerhöhung oder einem «Giesskannenprinzip» kann deshalb keine Rede sein. Die 83 Millionen Franken werden nicht verteilt, ohne dass dafür eine Gegenleistung erbracht wird.

Damit wird die Arbeitszeit angerechnet, die für guten Unterricht notwendig ist. Bislang baut das System darauf, dass Lehrpersonen diese Arbeit leisten, ohne dafür bezahlt zu werden. Kanton und Gemeinden haben dieses Geld in den vergangenen Jahren eingespart.

Und was haben die Schülerinnen und Schüler davon?

Von individueller Förderung, sorgfältig vorbereitetem Unterricht und guter Klassenführung profitieren vor allem die Kinder und Jugendlichen. Doch all das braucht Zeit.

Sollten Lehrpersonen mehr Zeit für Vorbereitung und Klassenführung erhalten?

Natürlich löst die Vorlage nicht jedes Problem. Aber sie korrigiert einen konkreten Missstand und stärkt damit das Kerngeschäft unserer Schulen: guten Unterricht und eine starke Klassenführung.

Wer eine starke Schule will, muss bereit sein, die Arbeit zu finanzieren, die für eine starke Schule notwendig ist.

Ein Ja zum Lehrpersonalgesetz ist letztlich eine Investition in die Bildungsqualität in unserem Kanton und in unsere Fachkräfte von morgen.

Lena Fleisch.
Lena Fleisch. - zVg

Zur Autorin

Lena Fleisch arbeitet als Mittelstufenlehrerin. Sie ist Präsidentin des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (ZLV).

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