Zofingen

    So feiert Zofinger Museum sein 125-Jahr-Jubiläum

    Joel Dreier
    Joel Dreier

    Zofingen,

    Das Museum Zofingen feiert sein 125-Jahr-Jubiläum. Eine neue Ausstellung widmet sich der lokalen Tierwelt.

    Kurator Willy Hartmann und Museumsleiterin Heidi Pechlaner Gut.
    Kurator Willy Hartmann und Museumsleiterin Heidi Pechlaner Gut. - Joel Dreier

    Das Parterre des Museums Zofingen gleicht derzeit einer leeren Leinwand: In den Vitrinen und Schaukästen fehlen noch die naturhistorischen Unikate und der Showroom kommt in schlichtem Gewand daher, statt feierlich herausgeputzt zu sein. Bis zur Vernissage am 19. September wird sich hier jedoch noch einiges tun.

    Museumsleiterin Heidi Pechlaner Gut und Kurator Willy Hartmann stehen als sinnbildliche Künstler mit dem Pinsel bereit – seit geraumer Zeit bereiten sie anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Zofinger Hauses eine ganz besondere Ausstellung vor, die ein einmaliges Bild der Sammlung des ersten Kurators der naturhistorischen Sammlung Hermann Fischer-Sigwart zeichnen soll.

    Ermöglicht werden das Jubiläum und die neue Ausstellung durch die Ortsbürgergemeinde Zofingen.

    Auf den Spuren eines einmaligen Naturforschers

    Wem Fischer-Siegwart ein Begriff ist, der weiss: Im Museum wird es bald blühen, wachsen, krabbeln und fliegen.

    Der Erinnerungsautomat ist ein Highlight von vielen.
    Der Erinnerungsautomat ist ein Highlight von vielen. - Joel Dreier

    Die Ausstellung «Sammeln. Bewahren. Zeigen. – 125 Jahre Schätze aus der Natur» wandelt auf den Spuren und dem Erbe des Zofinger Apothekers, Naturforschers und Museumskurators, der über Dekaden hinweg in unzähligen Tagebüchern und Publikationen die Vielfalt der Zofinger Natur dokumentierte.

    Nahe an Natur und Mensch

    Das 125-Jahr-Jubiläum ganz in den Dienst der naturhistorischen Sammlung zustellen, sei für Pechlaner Gut und Hartmann ein Selbstläufer gewesen. Kaum eine Sammlung ermögliche einen so unkomplizierten und nahen Umgang, erklärt die Museumsleiterin:

    «Wir wollen nahe und greifbar sein, statt uns in Intellektuellem zu verrennen.» Willy Hartmann ergänzt: «Wir wollen die Tiere, die jeden Tag um uns leben, erlebbar machen.»

    Warst du schon einmal im Museum Zofingen?

    Die Ausstellung schlägt dabei auch eine Brücke in die Moderne: Themen wie das lokale Ökosystem, die Biodiversität und das Wechselspiel zwischen Mensch und Umwelt finden ihren Platz – nicht zuletzt, weil während der Laufzeit immer wieder Fachvorträge zu verwandten Themen stattfinden.

    Unikat nach Unikat

    Im Parterre sind die «Kronjuwelen» der naturhistorischen Sammlung ausgestellt. Im zweiten und dritten Stock des Zofinger Hauses erwarten sehenswerte Unikate die Besucher und Besucherinnen. Dort reiht sich in unzähligen Vitrinen und Schaukästen – übrigens Originale aus dem Baujahr 1901 – ein Unikat ans andere.

    Im dritten Stock lassen sich die Tiere sogar in ihrer natürlichen Umgebung betrachten: Eigens gemalte Hintergründe und präparierte Untergründe erwecken den Eindruck, ein lebendiges Tier vor sich zu haben.

    «Vor allem die Kinder haben hier immer ihre Freude», schmunzelt Hartmann. Im Erdgeschoss findet sich zudem ein Erinnerungsautomat: Mit Bildern und Lauten tierischer Lokalmatadoren können die Besucherinnen und Besucher darin ihre ganz eigenen Erinnerungen teilen – und sich mit einem «Föteli» verewigen.

    Feierliche Vernissage

    Die Vernissage am 19. September steht unter anderem im Zeichen der Kleinsten: Sie fällt auf den Aargauer Familientag, zu dem man sich mit dem Familienzentrum Zofingen zusammengetan hat.

    In der «Beobachtologie» etwa sind Neugier, Aufmerksamkeit und Entdeckergeist gefragt – eine aufregende Reise nimmt die Kinder mit in die Tier- und Pflanzenwelt. Dort begegnen sie grossen und kleinen Tieren aus der Region und erkunden die Ausstellungsräume aus neuen Perspektiven.

    Info

    «Sammeln. Bewahren. Zeigen. – 125 Jahre Schätze aus der Natur»

    Vernissage: 19. September, 16 Uhr

    Kinderprogramm: 10 bis 12 Uhr

    Die Ausstellung läuft bis zum 31. März 2027. Eintritt ist frei.

    Am frühen Abend wendet sich auch Grossratspräsident Urs Plüss mit einigen Worten ans Publikum. Neben einer Einführung zur Ausstellung durch Pechlaner Gut und Hartmann kommt auch Franziska Schmid-Schärer zu Wort, die sich bereits für den Kunstführer der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK) intensiv mit dem Museum Zofingen auseinandergesetzt hat (die Zofinger Nachrichten berichteten).

    «Sie hat sich in das Haus verliebt», schmunzelt die Museumsleiterin. Diese Liebe auf den ersten Blick erhofft sich das Museum-Team auch von seinen Besucherinnen und Besuchern – ganz gleich, ob es am Ende die schöne Hülle ist, oder die Schätze, die sich darin verbergen.

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst in den «Zofinger Nachrichten» erschienen.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Zofingen

    MEHR AUS ZOFINGEN

    Oftringen AG
    1 Interaktionen
    Oftringen AG
    Aarburg AG
    Aarburg AG
    «Wir wollen die Kür, nicht die Pflicht»
    2 Interaktionen
    Zofingen AG
    1 Interaktionen
    Vordemwald AG