Donald Trump

    Donald Trump droht Iran -Experte: «Angriff geschähe ohne Verstand»

    Stephan Felder
    Stephan Felder

    USA,

    Massive Proteste im Iran, harte Drohungen von Donald Trump aus Washington: Wie realistisch ist ein US-Angriff – und was würde er bewirken?

    Donald Trump
    In den vergangenen Tagen hatte US-Präsident Donald Trump immer wieder mit der Annexion Grönlands gedroht. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Trump droht dem Iran mit hartem Eingreifen bei Hinrichtungen von Demonstranten.
    • Ein Regimewechsel gilt als kaum realistisch, gezielte Schläge wären denkbar.
    • Russland und China würden wohl nicht helfen, aber von einem US-Konflikt profitieren.

    Im Iran gehen seit Wochen Tausende Demonstranten auf die Strassen, um gegen das Regime aufzubegehren.

    Die Mullahs reagieren mit Härte. Und US-Präsident Donald Trump hat offen damit gedroht, sich gegen den Iran zu stellen.

    Falls das Mullah-Regime festgenommene Demonstranten hinrichten lässt, würden die USA entschlossen eingreifen. «Wir werden sehr hart reagieren», sagte Trump wörtlich.

    Donald Trump droht und verhängt Zölle

    Bereits zuvor hatte Donald Trump den Demonstranten im Iran angesichts der anhaltenden Massenproteste seine Unterstützung zugesagt.

    Auf Handelspartner des Iran verhängte Trump Zölle mit 25 Prozent des Warenwerts.

    Der Iran lässt sich davon nicht beeindrucken und will mit Hinrichtungen auf die Proteste im eigenen Land reagieren.

    Wie realistisch ist ein Angriff der USA auf den Iran? Und: In welcher Form könnte ein solcher Angriff über die Bühne gehen?

    «Allen Anzeichen zufolge steht ein Eingreifen der USA bevor», sagt Nahost-Experte Andreas Böhm von der Universität St. Gallen zu Nau.ch.

    Zielrichtung, Umfang und Ausmass seien jedoch unklar.

    Regime-Change sehr schwierig herbeizuführen

    Böhm: «Soll die Infrastruktur der Repression getroffen, führende Exponenten des Regimes eliminiert oder versucht werden, einen Umsturz herbeizuführen?»

    Gerade der Regime-Change sei faktisch kaum zu bewerkstelligen.

    Die Ausschaltung führender Exponenten des Regimes, allenfalls sogar des Revolutionsführers, hätte sicher eine Schwächung zur Folge.

    Glaubst du, dass die USA im Iran eingreifen werden?

    Doch, so Böhm: «Man muss es sich als ein Machtkonglomerat vorstellen, das von einzelnen Personen unabhängig ist.»

    Sprich: Nimmt Trump Ali Chamenei aus dem Spiel, stehen dessen Nachfolger bereits in den Startlöchern.

    Russland und China würden nicht eingreifen

    Was würde ein Eingreifen der USA geopolitisch bedeuten? Schliesslich zählen Russland und China zu den engen Verbündeten des Iran.

    Böhm: «Hilfe aus China oder Russland für den Iran ist nicht zu erwarten.»

    Iran
    Sein Sturz alleine würde noch keinen Regime-Change bedeuten: Ali Chamenei. - keystone

    Der gleichen Ansicht ist auch Bernhard Stahl, Experte für internationale Beziehungen an der Universität Passau. «Wahrscheinlichkeit: Null», sagt Stahl zu einem potenziellen Eingreifen von Russland oder China.

    Trotzdem würden sich Xi und Putin wohl die Hände reiben, wenn die Amerikaner in einem weiteren Konflikt gebunden wären.

    «Ein Angriff geschähe ohne Sinn und Verstand»

    Denn: «Ein Angriff geschähe ohne Sinn und Verstand», sagt Stahl. «Für einen Regime-Change von aussen müssten die USA sehr viele Ressourcen mobilisieren.»

    Und laut Böhm müssten die USA grössere Kampfverbände in die Region bringen, um sich längerfristig zu engagieren. «Und selbst dann wäre ein Regime-Wechsel aus der Luft illusorisch.»

    Donald Trump könnte seine Drohungen an den Iran also durchaus ernst meinen. Und vielleicht schon bald in die Tat umsetzen.

    Ob das erwartete Eingreifen den iranischen Demonstrierenden allerdings wirklich hilft, scheint derzeit mehr als fraglich.

    Kommentare

    User #4604 (nicht angemeldet)

    Ohne sinn und verstand... tönt nach trump

    User #2870 (nicht angemeldet)

    Er hat kein Verstand,also ist alles möglich bei der Orange.

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