Zölle von 25 Prozent für Länder mit Iran-Geschäften

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Die US-Regierung verschärft den Druck: Künftig sollen Importe aus allen Ländern, die Geschäfte mit dem Iran machen, mit 25 Prozent des Warenwerts belegt werden.

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Die US-Regierung will Importe aus allen Ländern, die Geschäfte mit dem Iran machen, mit einem neuen Strafzoll in Höhe von 25 Prozent des Warenwerts belegen. - keystone

Die US-Regierung will Importe aus allen Ländern, die Geschäfte mit dem Iran machen, mit einem neuen Strafzoll in Höhe von 25 Prozent des Warenwerts belegen.

Das kündigte Präsident Donald Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social an – offenbar als Reaktion auf die gewaltsame Niederschlagung regierungskritischer Proteste im Iran.

Trumps knappe Ankündigung liess allerdings viele Fragen offen. So war zunächst nicht klar, was genau seine Formulierung zu Ländern, die «Geschäfte mit dem Iran machen», umfasst.

Zu den wichtigsten Handelspartnern der Islamischen Republik, die von den USA und der EU mit weitreichenden Sanktionen belegt ist, gehören unter anderem China, Indien, die Emirate und die Türkei. Aber auch EU-Länder wie Deutschland betreiben in geringem Umfang Handel mit dem Iran, eingedämmt durch Sanktionen und politische Hindernisse.

Trump sprach von einer «endgültigen Anordnung», die ab sofort gelte. Vom Weissen Haus wurde zunächst aber kein solcher Erlass des Präsidenten veröffentlicht. Trump hat schon häufiger neue Zölle, oder Erhöhungen existierender Einfuhrgebühren, angekündigt, die dann teils zurückgenommen oder aufgeschoben wurden.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) in Bern am Dienstag mit, es habe die Ankündigung der USA zur Kenntnis genommen. Solange von US-amerikanischer Seite keine Details vorlägen, könne es sich nicht weiter zu Trumps Ankündigung äussern.

Der Handel zwischen der Schweiz und dem Iran sei sehr moderat und habe in den letzten Jahren stark abgenommen. Das bilaterale Handelsvolumen habe sich von 624 Millionen Franken im Jahr 2017 auf noch 212 Millionen im Jahr 2024 verringert.

Neuer Konflikt mit China?

Trump, der ein erklärter Fan von Zöllen ist, kann dem Iran nicht mit direkten Strafgebühren drohen, da die USA selbst kaum Handel mit Teheran betreiben. Deswegen scheint Trump nun auf Zölle zu setzen, die andere Länder von Geschäften mit der Islamischen Republik abhalten sollen.

Es ist nicht das erste Mal, dass der US-Präsident zu diesen sogenannten indirekten Zöllen greift. So hatte Trump bereits im Ukraine-Krieg wegen Käufen russischen Erdöls Zölle von bis zu 50 Prozent auf Waren aus Indien verhängt.

Zusätzliche Iran-Zölle gegen China könnten unterdessen den Handelskonflikt zwischen den zwei weltgrössten Volkswirtschaften nach relativer Ruhe wieder anfachen. Firmen in China kaufen sowohl iranisches als auch russisches Öl – das Land blieb aber von den «Sekundärzöllen» bisher verschont.

Rechtliche Grundlage der neuen Zölle offen

Unklar blieb auch, mit welcher rechtlichen Grundlage die Zölle gegen Irans Handelspartner verhängt werden sollen. Bisher setzte Trump dafür grösstenteils auf das Notstandsgesetz IEEPA (International Emergency Economic Powers Act). Allerdings prüft das Oberste Gericht der USA gerade, ob der Einsatz des Gesetzes rechtmässig war. Die Richter machten in einer Anhörung zu dem Streit einen eher skeptischen Eindruck.

Seit mehr als zwei Wochen demonstrieren Iranerinnen und Iraner gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Die durch eine Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste haben inzwischen eine landesweite Dimension angenommen. In Städten kam es zu heftigen Ausschreitungen und schweren Unruhen. Der Sicherheitsapparat reagiert mit brutaler Härte. Hunderte Demonstranten sind nach Angaben von Aktivisten bereits getötet worden. Es sind die schwersten Proteste im Iran seit Jahren.

Trump hatte den Demonstranten öffentlich den Rücken gestärkt und die iranische Regierung vor einer brutalen Niederschlagung der Proteste gewarnt. Am Wochenende sagte er vor Journalisten, dass die Regierung in Teheran mit den USA verhandeln wolle. Zugleich hielt er die Drohung eines militärischen Eingreifens aufrecht.

Kommentare

User #3383 (nicht angemeldet)

Die Schweiz gehört wohl auch dazu. Es wird einen neuen Mr Rich geben.

User #4407 (nicht angemeldet)

Macht sedric Wermut keine Anzeige in Dennhaag ?

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