Biden geht an die Arbeit: Vorstellung von Corona-Expertenrat

    DPA
    DPA

    USA,

    Joe Biden wurde von den Amerikanern zum 46. Präsidenten der USA gewählt. Während der 77-Jährige heute Montag mit der Arbeit beginnt, wehrt sich Trump.

    Biden Libanon
    Joe Biden erhält Glückwünsche aus Ägypten, dem Libanon und Libyen. - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Heute Montag wird Joe Biden einen Expertenrat zum Coronavirus vorstellen.
    • Donald Trump anerkennt die Wahl des Demokraten derweil immer noch nicht an.

    Amtsinhaber Donald Trump will Joe Bidens Wahlsieg nicht anerkennen. Aber der Demokrat beginnt mit den Vorbereitungen, im Januar die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Die Top-Priorität zu Beginn seiner Amtszeit dürfte die Corona-Krise sein.

    «Ab dem ersten Tag bereit!» Das verspricht die neue Webseite des frisch gewählten US-Präsidenten Joe Biden. Und vor seinem offiziellen Amtsantritt will der Demokrat schon Pflöcke einrammen: Heute will er einen Expertenrat zur Eindämmung der Corona-Pandemie vorstellen.

    Joe Biden
    Joe Biden verträgt noch etwas Energie: High-Five mit Kamala Harris. - Keystone

    Sein Ziel ist es, schon am Tag seiner Amtseinführung am 20. Januar einen Aktionsplan zur Überwindung der Corona-Krise auf den Weg zu bringen. «Ich will, dass es jeder weiss: Wir werden unseren Plan, das Virus unter Kontrolle zu bringen, an unserem ersten Tag in Kraft setzen», sagte Biden am Samstagabend (Ortszeit) in seiner Siegesrede in seinem Heimatort Wilmington.

    Der Expertenrat solle eine Doppelspitze bekommen, erklärte Bidens Sprecherin Kate Bedingfield am Sonntag im Sender NBC News. Sie soll demnach von Vivek Murthy und David Kessler geleitet werden. Murthy war von 2014 bis 2017 oberster Gesundheitsbeamter der US-Regierung, Kessler leitete früher die Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA. Sie hätten seit März in der Pandemie beraten, sagte Bedingfield.

    Joe Biden will Coronavirus besiegen

    Die Pandemie und die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise dürften zu Beginn seiner Amtszeit Bidens grösste Herausforderung sein. Biden hat den Wählern versprochen, auf die Empfehlungen der Wissenschaft zu hören, um die Pandemie einzudämmen. Ohne das Virus zu besiegen, «können wir die Wirtschaft nicht reparieren, die Dynamik nicht wiederherstellen, oder die schönsten Momente des Lebens geniessen», sagte Biden am Samstag.

    JOe Biden
    Der neue US-Präsident Joe Biden mit Maske. - AFP

    Alle Generationen einer Familie müssten sich wieder treffen können, Geburtstagsfeiern und Hochzeiten müssten wieder möglich sein, forderte Biden. Er werde dafür «keine Mühe oder Verpflichtung scheuen», versprach Biden.

    Die Pandemie ist in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, weiter völlig ausser Kontrolle. Zuletzt meldeten die Behörden dort im Schnitt rund 100'000 Neuinfektionen pro Tag.

    Trump hat laut Biden völlig versagt

    Biden wirft Trump im Zusammenhang mit der Pandemie völliges Versagen vor und macht ihn für den Tod Tausender Amerikaner verantwortlich.

    US-Medien berichteten, dass Bidens Team bereits eine Reihe von Verfügungen zu anderen Politikbereichen plane, die der Präsident im Januar umgehend nach seiner Vereidigung unterschreiben wolle. Unter anderem soll er manche von Trumps strikten Einwanderungsregeln kippen wollen. Auch die Rückkehr in das internationale Klimaschutzabkommen von Paris gehöre zu den Prioritäten, wie die «New York Times» berichtete.

    Der 76-jährige Biden war nach einer schleppenden Auszählung der Stimmen am Samstag von US-Medien zum Sieger der Wahl vom Dienstag erklärt worden. Der amtierende Präsident Donald Trump wird noch bis 20. Januar weiter regieren.

    Donald Trump will Wahl nicht anerkennen

    Der Republikaner Trump stemmt sich allerdings gegen seine Abwahl nach nur einer Amtszeit und wirft den Demokraten Wahlbetrug vor - ohne dafür stichhaltige Beweise vorzulegen. Mit Hilfe seiner Anwälte hofft Trump, seine Niederlage noch abwenden. Die Erfolgsaussichten gelten aber als extrem gering.

    Donald Trump
    Donald Trump an einer Medienkonferenz im Weissen Haus. - Keystone

    Trotz des Streits um das Wahlergebnis gratulierten viele Staats- und Regierungschef Biden bereits, darunter auch Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und einer der bislang engsten Verbündeten Trumps, Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu. Auch der einzige noch lebende republikanische Ex-Präsident George W. Bush gratulierte Biden.

    In den USA ist es üblich, dass die Präsidentenwahl auf der Basis von Prognosen grosser Medienhäuser entschieden wird - normalerweise noch in der Wahlnacht. Die amtlichen Ergebnisse kommen teils erst viel später. Wegen der Corona-Pandemie hatten Millionen Amerikaner dieses Jahr aber per Brief abgestimmt, weshalb sich die Auszählung der Stimmen hinzog.

    Noch vier Staaten ausstehend

    Der US-Präsident wird nur indirekt vom Volk gewählt. Die Stimmen der Wähler entscheiden über die Zusammensetzung des Wahlkollegiums, das den Präsidenten dann im Dezember wählt.

    Die Auszählung der Stimmen dauerte in mehreren Bundesstaaten weiter an. In Georgia, Nevada, Arizona, North Carolina und Alaska gab es noch keinen Gewinner. Die ersten drei Staaten dürften relativ sicher an Biden gehen, die letzteren an Trump.

    Kommentare

    Weiterlesen

    President-elect Biden victory speech
    4'073 Interaktionen
    LIVE-Ticker
    Wahlkampf USA
    82 Interaktionen
    Trump oder Biden
    Jill Biden
    30 Interaktionen
    Auch als First Lady

    MEHR IN NEWS

    Osnabrück/Berlin
    Harvey Weinstein
    2 Interaktionen
    Berichte
    hiv fidschi
    3 Interaktionen
    Notstand ausgerufen
    swisscom
    22 Interaktionen
    Nach 38 Jahren

    MEHR AUS USA

    1 Interaktionen
    New York
    Donald Trump
    16 Interaktionen
    «Hoffen, er nimmt an»
    New York
    6 Interaktionen
    New York