Darum verzichten Millennial-Eltern auf Gehorsam
Ein virales TikTok-Video einer Mutter zeigt, warum viele Millennial-Eltern bewusst auf den Erziehungswert «Gehorsam» verzichten.
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Das Wichtigste in Kürze
- Viele Millennial-Eltern lehnen Gehorsamkeit als Erziehungsziel ab.
- Stattdessen setzen sie auf Selbstbestimmung und klare Grenzen für Kinder.
- Expertinnen sehen darin einen wichtigen Beitrag zur Missbrauchsprävention.
Ein TikTok-Video der US-Content-Creatorin Kathleen Hema hat eine Debatte ausgelöst. Die Millennial-Mutter und Sexualerzieherin erklärt darin, dass der Begriff «gehorsam» in ihrem Umfeld kaum noch verwendet werde.
Gegenüber dem US-Magazin «Newsweek» sagt Hema, dies sei Ausdruck eines grundlegenden Wertewandels in der Erziehung.
Körperliche Selbstbestimmung im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt moderner Erziehungsansätze stehe heute die körperliche Selbstbestimmung von Kindern.
Diese sollen lernen, eigene Grenzen zu setzen und diese auch gegenüber Erwachsenen klar zu kommunizieren. Eine zentrale Botschaft dabei sei: «Nein heisst nein».
Hema betont, dass eine Erziehung, die stark auf Gehorsam ausgerichtet ist, Kinder anfälliger für Übergriffe machen könne. Wer lerne, Autoritäten nicht zu hinterfragen, habe es schwerer, sich in kritischen Situationen zu wehren.
Die Erfahrungen aus der #MeToo-Bewegung hätten dieses Bewusstsein bei vielen Eltern zusätzlich verstärkt.
Fachstellen unterstützen Ansatz der Tiktokerin
Unterstützt wird dieser Ansatz auch von Fachstellen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt eine altersgerechte Aufklärung bereits im Grundschulalter, um Kinder früh für ihren Körper und persönliche Grenzen zu sensibilisieren.
Auch weitere von «Newsweek» befragte Expertinnen sehen die Abkehr vom blinden Gehorsam als zeitgemäss. Respekt, Höflichkeit und Rücksicht blieben wichtige Werte, jedoch ohne Unterordnung und auf Kosten der Selbstbestimmung von Kindern.



















