Mutter

Angehörige von Verstorbener: «Keine Mutter sollte das je erleben»

Elena Hatebur
Elena Hatebur

Crans-Montana,

Unter den Verstorbenen der Brand-Tragödie in Crans-Montana VS ist auch die Französin Cyane P.* (†24). Die Familie ist schockiert – und fordert Gerechtigkeit.

Blumen
In der Gemeinde Crans-Montana VS ist die Trauer riesig. Hunderte Blumen und Kerzen wurden niedergelegt. (Archivbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach dem Brand in der Bar «Le Constellation» wird immer mehr über die Todesopfer bekannt.
  • Darunter weilt auch die 24-jährige Französin Cyane P.*
  • Sie arbeitete während der Silvesternacht als Kellnerin im betroffenen Lokal.

Die verheerende Brand-Tragödie der Silvesternacht in Crans-Montana VS erhält ein weiteres Gesicht. Unter den rund 40 Todesopfern – darunter zahlreiche junge Menschen – befindet sich auch die 24-jährige Cyane P.*

Die junge Frau arbeitete an diesem Abend als Kellnerin im Lokal. P.* stammte aus Séte, einer Hafenstadt an der Mittelmeerküste Südfrankreichs, und besuchte zuvor die Schule im Département Gard (F).

Crans_Montana VS
Die 24-jährige Cyane P.* verstarb beim Brand in Crans-Montana VS. Sie war die Kellnerin mit dem Helm. - Screenshot/X

Dass sie ausgerechnet während ihrer Arbeit ums Leben kam, lässt ihre Familie fassungslos zurück. Kurz nach der Tragödie reisten Angehörige in die Schweiz, um die 24-Jährige zu identifizieren.

Gegenüber dem französischen Sender «BFMTV» schilderten sie ihren Zustand als von Schock geprägt. Man merke kaum, was derzeit alles geschehe.

Angehörige fordern Gerechtigkeit

Fünf Tage nach der Tragödie, am 6. Januar, äusserte sich Cyanes Schwester erstmals öffentlich. Sie könne noch immer nicht nachvollziehen, wie es zu dem verheerenden Feuer gekommen sein könne.

Verfolgst du die Tragödie in Crans-Montana?

«Ich konzentriere mich lieber darauf, sie zu ehren», sagt sie gegenüber dem Sender. Gleichzeitig sei es ihr wichtig, dass die Umstände des Brandes aufgeklärt würden und Gerechtigkeit geschehe.

Auch die Mutter der Verstorbenen, Astrid P.*, fand bewegende Worte: «Ich möchte, dass keine Mutter auf der Welt jemals wieder diesen Schmerz und diese Ungerechtigkeit erfährt», sagt sie. «Wenn ich mich heute dazu äussere, dann nur deshalb.»

Vier Staatsanwältinnen übernehmen Ermittlungen

Der Wunsch nach Aufklärung ist derzeit bei vielen Angehörigen der Opfer präsent. Bereits wenige Tage nach der Tragödie wurde ein Strafverfahren gegen die beiden Betreiber des Lokals eröffnet.

Die Staatsanwaltschaft Kanton Wallis hat dabei die Ermittlungen übernommen. «Ein Pool von vier Staatsanwältinnen wurde gebildet.» Das sagte die Walliser Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud am Dienstag.

Die Gemeinde Crans-Montana tritt im Verfahren als Zivilklägerin auf.

* Namen der Redaktion bekannt

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