Die USA stehen trotz hohem Impftempo vor einer vierten Welle mit dem Coronavirus. Die Chefin der CDC-Behörde schickte einen emotionalen Appell an die Bürger.
Rochelle Walensky Coronavirus
Rochelle Walensky sieht die USA in grosser Gefahr. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA sind weiterhin das vom Coronavirus am schwersten betroffene Land der Welt.
  • Am Montag fand im Weissen Haus das wöchentliche Corona-Briefing der Regierung statt.
  • Rochelle Walensky hat die Bürger vor einer vierten Corona-Welle gewarnt.

Am Montag fand im Weissen Haus ein Corona-Briefing der US-Regierung statt. Dabei äussern sich Gesundheitsexperten wie auch Regierungsvertreter zur aktuellen Lage rund um das Coronavirus im Land. Diese Corona-Briefings gehen meist relativ bescheiden über die Bühne.

Nicht so aber am Montag, wie der «Guardian» berichtete. Als Rochelle Walenksy ans Mikrofon trat, wurde es emotional. Die Chefin der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) wandte sich mit folgenden Worten an die Bevölkerung: «Ich lege jetzt mal mein Manuskript weg und schildere Ihnen das Gefühl, das ich derzeit habe: Uns droht Unheil.»

Spring break
Grosse Menschenmassen geniessen den Spring Break am Strand in Miami Beach, Florida, USA, 27. März 2021. - Keystone

«Wir haben so viel, auf das wir uns freuen können», fuhr sie mit Verweis auf die umfangreichen Impfungen fort: «Wir haben so viel Potenzial und Grund zur Hoffnung: Aber jetzt gerade habe ich Angst.» Walensky befürchte eine vierte Corona-Welle in den USA.

Zahlen mit Coronavirus steigen wieder an

Die Zahlen geben Walensky nicht unrecht. Die USA sind das weltweit am schwersten von der Pandemie betroffene Land. Die Zahl der Toten steuert auf 550'000 zu, mehr als 30 Millionen Ansteckungen mit dem Coronavirus wurden bereits nachgewiesen. Seit Mitte März steigen die Fallzahlen wieder an.

USA Coronavirus
Die Fallzahlen mit dem Coronavirus in den USA stiegen in den letzten Tagen erneut an. - Our World in Data

Die 7-Tage-Inzidenz auf 100'000 Einwohner lag am Montag bei 140,5 Infizierten. Im Vergleich: Die Schweiz meldet am Montag einen Wert von 145,8.

«Wir haben nicht den Luxus der Untätigkeit», erklärte die 51-Jährige mit Blick auf Öffnungsschritten in zahlreichen Bundesstaaten. «Ich spreche jetzt gerade nicht nur als CDC-Direktorin, sondern als Ehefrau, Mutter und Tochter. Ich bitte Sie, noch ein wenig durchzuhalten.» Auch die 95 Millionen bereits verabreichten Impfungen seien kein Ersatz für die Corona-Massnahmen.

Glauben Sie, die Amis können eine vierte Corona-Welle verhindern?

Rennen um «Leben und Tod»

Auch Joe Biden trat am Montag vor die Presse. Der US-Präsident kündigte an, das Impftempo noch einmal zu erhöhen. Bis zum 19. April sollen 90 Prozent der erwachsenen Amerikaner für eine Impfung infrage kommen.

Virus Outbreak Biden
Auf diesem Foto vom 19. März 2021 führt Dr. Rochelle Walensky, Direktorin der Centers for Disease Control and Prevention, Präsident Joe Biden in den Raum für ein COVID-19-Briefing im Hauptqu - Keystone

Grosse Reisen sollen die Menschen für ihre Impfung aber nicht auf sich nehmen müssen. Bis zum Stichtag soll für 90 Prozent eine Impfung gegen das Coronavirus im Umkreis von acht Kilometern zu finden sein. Damit dieses Ziel auch erreicht werden kann, sollen künftig in 40'000 Apotheken im Land Impfstoffe verabreicht werden.

Biden appellierte ebenfalls an die Bevölkerung: «Unsere Arbeit ist noch lange nicht getan, der Kampf gegen Covid-19 ist noch lange nicht vorbei», sagte der 78-Jährige: «Wir befinden uns mit dem Virus in einem Rennen um Leben und Tod

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