Gewalt

    Amnesty kritisiert Gewalt gegen Demonstranten in Kolumbien

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    Kolumbien,

    Seit Ende April reissen die Proteste nach einem Streikaufruf in Kolumbien nicht ab. Spezialeinheiten gehen brutal gegen die Menschen vor. Amnesty wirft der Regierung vor, Angst schüren zu wollen.

    Die Polizei verhaftet einen Demonstranten während eines Anti-Regierungs-Protests in Bogotá. Foto: Leonardo Munoz/AP/dpa
    Die Polizei verhaftet einen Demonstranten während eines Anti-Regierungs-Protests in Bogotá. Foto: Leonardo Munoz/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Rund drei Monate nach Beginn der Proteste in Kolumbien hat Amnesty International der Regierung des südamerikanischen Landes rechtswidrige Praktiken gegen Demonstranten vorgeworfen.

    Die dokumentierten Fälle stünden für Hunderte von weiteren Berichten und zeigten das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte im ganzen Land, hiess es in einem Bericht, den die Menschenrechtsorganisation am Freitag veröffentlichte.

    Er basiert auf 500 Mitschnitten und anderem Material und geht auf drei Fälle von Menschenrechtsverletzungen in Cali, dem Epizentrum der Proteste, ein. Im Fokus steht dabei die Spezialeinheit Esmad, die Amnesty zufolge bei den Protesten übermässige Gewalt einsetzte. «Was in Cali passiert ist, macht die gewaltsame Reaktion der Behörden auf die Proteste überdeutlich und offenbart die wahren Ziele hinter dem repressiven Vorgehen: Angst zu schüren», sagte Matthias Schreiber, Regional-Experte der deutschen Amnesty-Sektion.

    Seit Ende April ein Streik ausgerufen wurde, gab es in verschiedenen Städten Kolumbiens Proteste, bei denen es auch zu Ausschreitungen kam. Protestierende zerstörten Infrastruktur-Einrichtungen, blockierten wichtige Zufahrtsstrassen und griffen Polizeistationen an.

    Auch am Mittwoch folgten auf zunächst friedliche Demonstrationen wieder Gewalt, Vandalismus und Chaos. Mindestens zwei Dutzend Menschen kamen bei den Protesten bislang ums Leben, die meisten durch Polizeigewalt. Cali war besonders betroffen

    Zunächst hatten sich die Proteste gegen eine jeweils umstrittene Steuer- und eine Gesundheitsreform gerichtet, die mittlerweile beide zurückgenommen wurden. Zuletzt demonstrierten Gewerkschafter, Indigene und Studenten für grundlegende Reformen in dem Land. Die Regierung von Präsident Iván Duque setzte vor allem auf Härte und verurteilte den Vandalismus bei den Protesten.

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