Studie

Begabte Hunde lernen Wörter vom Zuhören

Keystone-SDA
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Ungarn,

Besonders begabte Tiere verstehen Spielzeugnamen aus Gesprächen. Ihre Fähigkeiten ähneln denen von Kleinkindern – das zeigt eine neue Studie.

Hunde
Forscher zeigen: Manche Hunde merken sich Wörter aus Gesprächen unter Menschen. - unsplash

Das Wichtigste in Kürze

  • Manche Hunde können Spielzeugnamen allein durch Zuhören lernen.
  • Diese Fähigkeit ähnelt der von etwa 18 Monate alten Kleinkindern.
  • Besonders begabte Hunde lernen Namen sogar ohne direkte Ansprache.

Besonders begabte Hunde können Namen für Spielzeuge schon allein dadurch aufnehmen und sich merken, dass sie einem Gespräch zwischen zwei Menschen lauschen.

Diese Fähigkeit entspreche der von etwa 18 Monaten alten Kleinkindern, schreibt ein ungarisches Forschungsteam in der Fachzeitschrift «Science».

Begriffe auch ohne direkte Ansprache erlernbar

Üblicherweise lernen Hunde demnach Namen von Gegenständen, indem ein Mensch sie vor den Tieren mehrmals erwähnt.

Experimente der Gruppe um Shany Dror von der Eötvös Loránd Universität (ELTE) in Budapest zeigen nun, dass manche Hunde die Begriffe auch dann lernen, wenn das Wort nicht an sie gerichtet ist.

«Unsere Ergebnisse zeigen, dass die sozial-kognitiven Prozesse, die das Erlernen von Wörtern aus mitgehörter Sprache ermöglichen, nicht ausschliesslich dem Menschen vorbehalten sind», wird Dror in einer Mitteilung ihrer Universität zitiert.

Den Forschern zufolge erfordert diese Leistung eine ganze Reihe sozialer Fähigkeiten – etwa das Verfolgen des Blicks und der Aufmerksamkeit von anderen, das Einnehmen ihrer Perspektive, das Beobachten von Gesprächen, das Verstehen von Absichten und das Heraushören von Zielwörtern.

Die Versuche zeigen aber auch, dass nur manche Hunde diese Fähigkeiten besitzen – das Team spricht von «begabten Wortlernern».

Zuhören führt zum Lernerfolg – manchmal sogar besser

In einem der Experimente nahmen zehn besonders begabte Hunde, die sehr viele Spielzeugnamen kannten, und ihre Besitzer teil: Im ersten Durchgang zeigte der Besitzer seinem Hund etwa eine Minute lang ein Spielzeug und nannte mehrmals dessen Bezeichnung, etwa: «Dies ist ein Delfin.»

Dann spielte er rund drei Minuten mit dem Hund unter Verwendung des Spielzeugs, ohne es beim Namen zu nennen.

Danach konnte der Hund bis zu 20 Minuten allein mit dem Objekt spielen. Dies wurde an mehreren Tagen und mit einem zweiten Spielzeug wiederholt.

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Im zweiten Durchgang hörte ein Hund den Namen zweier neuer Spielzeuge ebenfalls an verschiedenen Tagen, aber nur im Gespräch zwischen zwei Hundebesitzern.

Nach zwölf Tagen testeten die Forscher dann, ob die Hunde die Bezeichnung gelernt hatten. Dabei forderten die Besitzer ihre Tiere mehrmals auf, entweder eines von neun altbekannten Spielzeugen zu bringen oder eines der beiden neuen Spielzeuge.

Danach analysierten die Forscher zunächst jeweils die erste Reaktion der zehn Hunde bei den zwei neuen Spielzeugen – daher gab es in jedem der Durchgänge 20 bewertete Aktionen.

100 Prozent Trefferquote beim Zuhören

Die Auswertung ergab, dass die zehn Hunde zu 80 Prozent das richtige neue Spielzeug brachten, wenn es mit Ansprache benannt worden war.

War die Bezeichnung nur im zwischenmenschlichen Gespräch genannt worden, also ohne spezielle Ansprache des Hundes, brachten die Tiere sogar zu 100 Prozent das richtige Spielzeug.

Daraus könne man jedoch nicht ableiten, dass die Hunde im zweiten Versuch besser abgeschnitten hätten, betonte Dror auf Anfrage mit Verweis auf die kleinen Zahlen des Versuchs.

Insgesamt schnitten die hochbegabten Hunde beim Lernen durch Zuhören laut Universität genauso gut ab wie beim direkten Unterricht.

Nicht alle Hunde lernen auf diese Weise

In einem weiteren, etwas abgewandelten Experiment untersuchten die Forscher typische Familienhunde, sämtlich Border Collies, die bis dahin keine Bezeichnungen für einzelne Spielzeuge kannten. Hier holten zwar einige Hunde das richtige, neue Spielzeug häufiger, als es per Zufall geschehen würde.

Das Verhalten dieser Hunde spiegle aber wahrscheinlich ihre Vorliebe für Neues wider und nicht das Erlernen von Objektnamen, schreibt das Team in der Studie.

Hund
Border Collies zählen zu den besonders intelligenten und sensiblen Hunderassen. - Depositphotos

Begabte Hunde böten ein aussergewöhnliches Modell zur Erforschung kognitiver Fähigkeiten, betonte Dror, fügte aber hinzu: «Wir gehen aber keineswegs davon aus, dass alle Hunde auf diese Weise lernen – ganz im Gegenteil.»

Dies könne weiter untersucht werden, schreiben die Studienautoren: «Zukünftige Forschung sollte weiterhin untersuchen, welche genauen Mechanismen es hochbegabten Hunden ermöglichen, Bezeichnungen zu lernen – und inwieweit sich diese von den Mechanismen kleiner Kinder unterscheiden.»

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Kommentare

User #2468 (nicht angemeldet)

Und der Mensch hält sich für das intelligenteste Wesen.

User #2447 (nicht angemeldet)

Das ist ein alter Zopf. Ist für uns nichts neues.

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