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    Macau: Das Las Vegas des Ostens

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    China,

    In den Casinos in der chinesischen Sonderverwaltungszone werden heute fünf Mal höhere Umsätze gemacht als in Las Vegas. Macau ist aber mehr als nur Casino.

    Casino Macau
    In Macau wird Tag und Nacht gespielt. - Pixabay

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Casinometropole Macau zieht vor allem Spieler an, hat aber mehr zu bieten.
    • Die ehemalige portugiesische Kolonie ist ein mediterraner Farbtuper im Reich der Mitte.

    Die kolonialen Bauten im Stadtzentrum interessieren ihn nicht. Vielleicht das Wahrzeichen von Macau, die riesige Granitfassade der Pauluskirche?

    Nein, denn sein Blick ist auf die Rouletteschüssel geheftet. Erich Hu sitzt in Macau im Grand Casino Lisboa und will das Glück überlisten.

    Eine Kellnerin serviert Milchtee im Glas und Kaffee in Pappbechern. Erich Hu steckt in Dreiviertelhosen, Lederschuhen mit weissen Socken und einem Nike-Shirt.

    Er schnappt sich ein Teeglas vom Tablett der Kellnerin und sagt. «Die Chinesen trinken nie Alkohol beim Spielen.»

    Millionen kommen zum Spielen nach Macau

    Macau ist nicht Las Vegas. In den Casinos fliesst kein Champagner, niemand trägt Abendgarderobe, kein Geschrei und kein Jubel. In Macau wird nicht gespielt, um sich zu amüsieren.

    Und trotzdem reisen die Touristen in Scharen an. Über 30 Millionen Touristen reisen jährlich nach Macau – davon 95 Prozent Chinesen.

    Casinos Macau
    In Macau gibt es über 30 Casinos. Weitere sind im Bau. - Pixabay

    Was macht diese Stadt aus? Aus chinesischer Sicht ist die Antwort simpel: die über dreissig Casinos. Ihr Zauber zieht die Chinesen in Massen an. Die Chinesen sind eine Nation von Spielern und alle mit demselben Traum: Reichtum.

    Schon die Hälfte aller chinesischen Provinzen erlaubt ihren Bürgern die Reise in die ehemalige portugiesische Kolonie.

    Und die schwärmen herbei. Macau ist die Stadt, die das Glück verspricht.

    Heimat der Glücksritter

    Macau war schon immer die Stadt des Glücks und der Glücksritter. Im 16. Jahrhundert fand Portugal in Macau einen Stützpunkt für ihren Handel zwischen dem indischen Goa und Japan.

    Macau wurde reich und zu einem Zentrum der westlichen Kultur in Asien.

    Mit Macau ging es erst bergab, als die Engländer 1842 in Hongkong einen Tiefwasserhafen aushoben und die Handelsschiffe weglockten.

    Fürs Überleben verlegte sich die portugiesische Kolonie auf das Anrüchige. Zuerst betrieb die Stadt Sklavenhandel und ab 1850 lizensiertes Glücksspiel.

    Ein mediterraner Farbtupfer

    Noch heute verbirgt sich hinter den glitzernden Fassaden der Casinos eine Stadt, deren Geschichte lebendig ist. Das Stadtzentrum ist ein mediterraner Farbtupfer im Reich der Mitte.

    Fast 450 Jahre lang haben die Portugiesen ihre Spuren hinterlassen. Kleine Gassen, grössere Plätze, elegante Händlervillen.

    Vor dem Senatsgebäude liegt der schönste Platz der ganzen Stadt: der Largo Senado. Dort schlägt das portugiesische Herz der Stadt.

    Macau Altstadt
    Die Altstadt von Macau. - Pixabay

    Der Platz ist mit Calçado Mosaiksteinen gepflastert, in der Mitte steht ein Springbrunnen.

    Nicht weit des Largo Senado steht das Wahrzeichen von Macau: die Pauluskirche. Ein Brand zerstörte vor knapp zweihundert Jahren die einst prächtigste Kirche in Fernost. Heute steht nur noch die Granitfassade im Herzen der Stadt.

    Erich Hu, den das koloniale Erbe der Stadt nicht interessiert, steht vor dem Roulette-Tisch und beobachtet das Spielgeschehen.

    Es ist drei Uhr nachts, das Zeitgefühl hat Erich Hu längst verloren. Im Casino gibt es weder Fenster noch Uhren.

    Um sieben Uhr morgens müsse er die Fähre zurück nach Hongkong erwischen. Er steht vor dem Ausgang des Lisboa – müde, aber zuversichtlich.

    Glück habe ihm diese Nacht nicht gebracht. In einem Monat werde er wieder das Wochenende in Macau verbringen, das sei sicher.

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