Die 250 Kilometer lange Rundtour Diamond Circle im Norden Islands besticht mit Kontrasten: kargen Kratern, mächtigen Wasserfällen und bunten Regenbögen.
Krater See Badewanne hellblau
Im Víti-Krater des Askja-Vulkans liegt ein See. Andere sagen: Es ist die grösste Badewanne Islands. - Visit North Iceland/dpa-tmn
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Das Wichtigste in Kürze

  • 250 Kilometer lang ist die Rundtour Diamond Circle, die durch den Norden Islands führt.
  • Es lohnt sich ein Abstecher zum Zentralvulkan Askja im Vatnajökull-Nationalpark.
  • In dessen Víti-Krater befindet sich ein See – die sogenannte grösste Badewanne der Welt.
  • Das Must-do auf dieser Tour: ein Besuch beim Dettifoss, dem stärksten Wasserfall Europas.

Der Norden Islands lockt mit einem neuen touristischen Angebot: dem Diamond Circle, einer rund 250 Kilometer umfassenden Rundtour. Dank ihrer neuen Strassen kann sie in vier Stunden mit dem Auto bewältigt werden.

Allerdings nur theoretisch. Denn deren Hauptattraktionen, zu denen blubbernde Schlammlöcher und gigantische Wasserfälle zählen, lassen einen gerne die Zeit vergessen.

Kurz nach dem Mývatn-See, der direkt an der Ring Road liegt, gelangt man in die karge Mondlandschaft Hverir, die so typisch für Ïsland ist. Hier kann einem der Schwefel, der aus dem Boden steigt, buchstäblich die Sinne vernebeln.

Auf der F-Road zum Krater im Krater

Wenn sich Kopf und Bauch nach einer Wanderung in dieser Gegend wieder vom Duft der Urgewalt beruhigt haben, geht es rechter Hand in eine F-Road.

Das sind die Strassen, die man mit einem normalen Mietwagen nicht befahren darf. Sie sind unbefestigt und auf der Route kann auch schon mal ein Fluss im Weg sein.

Die Tour gehört nicht zur Diamantenrunde, sie bietet sich aber als Tagesausflug an, am besten geführt. Die Abfolge von F-Roads, die mit der Nummer 88 beginnt, endet nach einigen Stunden Fahrzeit in Richtung Inselmitte an einem Krater im Krater.

Askja heisst das Ziel, gelegen tief im Hochland an der Nordseite des Vatnajökull-Nationalparks und eine geologische Seltenheit.

Krater Felsen Steine Vulkan
Mondlandschaft im Nirgendwo: Das Vulkansystem von Askja besteht aus mindestens drei ineinander verschachtelten Kratern. - Verena Wolff/dpa-tmn

Askja ist der Zentralvulkan im gleichnamigen System und besteht aus mindestens drei ineinander verschachtelten Kesseln, erklärt Tourguide Trausti Bergland.

Bei einem Ausbruch vor rund 150 Jahren entstand in der Mitte des Kessels der See Öskjuvatn. Er ist 220 Meter tief.

Auch im kleineren Víti-Krater befindet sich ein milchiger, hellblauer See, der nur über einen schlammigen, steilen Abstieg zu erreichen ist.

Zwar wird dieser gern als grösste Badewanne Islands bezeichnet, doch da hat das Land bei 150 Badis deutlich leichter zu erreichende im Angebot.

Und deutlich wärmere. Denn das Seewasser hat nur 22 Grad.

Europas stärkster Wasserfall

Wasser ist wohl das Element, das auf Island den meisten Raum einnimmt. Nirgendwo wird das deutlicher als am Dettifoss, dem stärksten Wasserfall Europas.

Schlucht Wasserfall Regenbogen Nieselregen Gischt
Bei Sonnenschein gibt es am Dettifoss neben dem allgegenwärtigen Donnern des Wassers auch Regenbögen. - Visit North Iceland/dpa-tmn

Rund 200 Kubikmeter Wasser fallen pro Sekunde über die 100 Meter breite Schlucht. Rekord auf dem Kontinent. Das Donnern und Rauschen des Wassers hören die Besucher lange bevor sie es sehen. Bei Sonnenschein gibt es Regenbögen dazu.

Die Sage vom fliegenden Pferd Odins

Nach kargen Mondlandschaften erwartet Besucher bei der nächsten Station auf dem Diamond Circle in Ásbyrgi eine üppige, leuchtend grüne Landschaft, eingebettet in einem hufeisenförmigen Canyon.

Nach einer Sage hat die Schlucht ihre Form von Sleipnir, dem achtbeinigen fliegenden Pferd des nordischen Gottes Odin. Bei einem Ausritt soll das Tier versehentlich mit einem seiner gigantischen Hufe die Erde berührt haben – zurück blieb der Canyon.

Canyon Wald Felsen Sonnenuntergang
Plötzlich wird es grün: Ásbyrgi ist eine üppige Landschaft, eingebettet in einem hufeisenförmigen Canyon. - Visit North Iceland/dpa-tm

Elfen und Trolle sollen noch immer in Ásbyrgi leben, erzählen die isländischen Sagen.

Wer einen Spaziergang durch den üppigen Wald zum grünlich schimmernden See Botnstjörn macht, kann sich das zumindest gut vorstellen, so verwunschen ist die Landschaft nach all den Lavasteinen und kargen Gebieten im Norden Islands.

Von Ásbyrgi aus geht es entlang der Klippen am Nordatlantik nach Húsavík – und wie einige Besucher zu diesem Zeitpunkt vielleicht auch finden: zurück in die Zivilisation.

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