Weiterbildung: Neuorientierung ab 50 – starten Sie nochmal durch

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Bern,

Eine Neuorientierung ab 50 kann neue Chancen eröffnen. Wer Stärken kennt, eine Weiterbildung nutzt und gut plant, startet im Alter nochmals durch.

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Auch ab 50 ist eine Weiterbildung noch möglich. - Depositphotos

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Neuorientierung ab 50 gelingt besser mit einer klaren Bilanz und einer Weiterbildung.
  • Die Schweiz braucht erfahrene Fachkräfte, doch Vorbereitung bleibt wichtig.
  • Bevor man sich mit 50 Jahren weiterbilden möchte, sollte man den Arbeitsmarkt prüfen.

Ab 50 arbeiten viele längst nicht weniger. Ganz andersherum: In der Schweiz machen Leute oft noch jahrelang mit, probieren neue Aufgaben aus oder suchen sich extra etwas anderes. Ein Umbruch nach den Fünfzigern ist selten die Ausnahme. Für zahlreiche Menschen fühlt es sich einfach richtig an.

Manchmal beginnt der Gedanke an einen Wechsel schleichend. Über lange Zeit fühlen sich einige in ihrem Beruf einfach nicht mehr richtig aufgehoben. Der Job wird gekündigt, Eltern benötigen Betreuung oder die eigene Kraft zeigt Grenzen auf. Plötzlich zählt, was im Inneren wirklich trägt.

Suchen Sie nach einer neuen Herausforderung im Leben?

Warum ein Neustart ab 50 sinnvoll sein kann

Ab einem Alter von 50 Jahren tragen viele einen stillen Vorteil mit sich herum. Jungen Kollegen bleibt dieser oft verborgen. Es geht um Dinge wie Lebenserfahrung, Fingerspitzengfühl im Umgang mit anderen oder den klaren Blick dafür, wofür man wirklich steht. Manchmal macht genau das den nächsten Schritt leichter, ganz ohne grosses Aufheben.

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Auch wenn wir älter werden, können wir nochmal eine Weiterbildung machen. - Depositphotos

Wie das Bundesamt für Statistik 2025 schreibt, stieg die Erwerbsquote der 55- bis 64-Jährigen zwischen 2014 und 2024 von 71,6 Prozent auf 77,8 Prozent. Das zeigt, dass ältere Arbeitnehmende für den Arbeitsmarkt immer wichtiger werden.

Gleichzeitig muss man nicht alles hinter sich lassen. Manchmal reicht bereits eine neue Funktion, ein anderes Pensum oder eine Weiterbildung.

Vor der Neuorientierung

Neuorientierung ist nicht immer einfach. Vor einer Neuorientierung lohnt sich eine ehrliche Bestandsaufnahme.

Welche Tätigkeiten geben Energie? Welche Aufgaben kosten unnötig Kraft? Welche Fähigkeiten wurden über Jahre aufgebaut, aber bisher kaum genutzt?

Hilfreich ist es, die eigenen Dinge, die man gut kann, aufzuschreiben. Gerade Personen ab 50 unterschätzen oft, wie wertvoll ihre praktische Erfahrung ist. Notieren Sie sich alles, was Sie selber für sinnvoll halten.

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Bevor Sie sich neu orientieren, sollten Sie Ihr gesamtes Berufsleben noch einmal notieren. - Depositphotos

Dazu zählen auch finanzielle Verpflichtungen, Wohnort, Gesundheit, Familie und gewünschtes Arbeitspensum. Eine gute Neuorientierung passt nicht nur zum Arbeitsmarkt, sondern auch zum eigenen Leben.

Weiterbildung öffnet neue Türen

Manchmal reicht schon ein neuer Weg im Job, ohne dass man gleich jahrelang studieren muss. In der Schweiz gibt es verschiedene Möglichkeiten: von kurzen Lehrgängen bis hin zu praxisnahen Prüfungen.

Wenn man flexibel bleiben will, lassen sich einzelne Module kombinieren. Digitale Lernangebote eignen sich gut, um gezielt Wissenslücken zu schliessen.

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Wer sich weiterbildet, kann auch im hohen Alter nochmal eine Karriere starten. - Depositphotos

Wie das Bundesamt für Statistik 2024 zeigt, liegt bei 29 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung zwischen 25 und 64 Jahren die letzte Weiterbildung mindestens fünf Jahre zurück. Bei den 55- bis 64-Jährigen betrifft dies sogar 39 Prozent. Diese Zahl macht deutlich, wie wichtig Weiterbildung gerade vor einem Neustart sein kann.

Dabei muss Weiterbildung nicht immer teuer sein. Einige Kantone, Berufsverbände, RAV-Stellen oder Arbeitgeber unterstützen bestimmte Bildungswege. Auch der Bund informiert über berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und den Berufsabschluss für Erwachsene.

Arbeitsmarkt realistisch einschätzen

Eine Neuorientierung ab 50 braucht Zuversicht, aber auch einen klaren Blick. Manche Branchen suchen dringend erfahrene Fachkräfte. Andere Bereiche sind stärker von Digitalisierung, Kostendruck oder Konkurrenz betroffen.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft weist darauf hin, dass ältere Arbeitnehmende in der Schweiz gut integriert sind. Nach einer Entlassung ist es für Menschen über 50 jedoch oft schwieriger, eine neue Stelle zu finden. Deshalb ist eine gute Vorbereitung besonders wichtig.

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Wenn man sich weiterbilden möchte, ist eine gute Vorbereitung zwingend notwendig. - Depositphotos

Wer wechseln möchte, sollte früh Kontakte aufbauen. Viele Chancen entstehen nicht über klassische Stllenanzeigen, sondern über Gespräche, frühere Kolleginnen, Verbände oder lokale Netzwerke. Auch ein aktualisiertes LinkedIn-Profil kann helfen, sichtbar zu werden.

Weiterbildung: Teilzeit, Selbstständigkeit oder doch Übergangslösung?

Ein Neustart muss nicht sofort eine Vollzeitstelle sein. Viele Menschen wählen bewusst eine Übergangsphase. Sie reduzieren das Pensum, testen eine neue Tätigkeit nebenbei oder übernehmen zuerst kleinere Mandate.

Besonders in der Schweiz ist auch Selbstständigkeit für manche eine Option. Erfahrung, Fachwissen und ein gutes Netzwerk können dafür eine solide Grundlage bilden.

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Mit kleinen Schritten können Sie auch im hohen Alter nochmal Aufblühen. - Depositphotos

Für andere ist Teilzeit die bessere Lösung. Gleichzeitig bleibt die berufliche Identität erhalten.

Kleine Schritte machen und sich wohlfühlen

Eine gute Neuorientierung beginnt selten mit einem grossen Sprung. Oft sind kleine Schritte sinnvoller. Dazu gehören ein Beratungsgespräch, ein Weiterbildungskurs, ein Probetag oder ein Gespräch mit Menschen aus der Zielbranche.

Auch ein aktualisierter Lebenslauf kann viel bewirken. Er sollte nicht wie eine reine Chronik aussehen. Besser ist eine klare Darstellung der wichtigsten Kompetenzen, Erfolge und Ziele.

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