Weiterbildung: Authentizität im Beruf – Wer bin ich wirklich?

Redaktion
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Bern,

Sind Sie auf der Arbeit immer Sie selbst? Wenn nicht, sollten Sie aufpassen, denn zu viel Entfremdung kann gesundheitliche Probleme mit sich bringen.

Weiterbildung
Wer sich im Beruf fragt, wo er eigentlich im Unternehmen steht, hinterfragt oft auch die Arbeit, Weiterbildung und andere Dinge. - Depositphotos

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Schweiz verbirgt jede fünfte Person bei der Arbeit oft ihre Gefühle.
  • Wenn Rolle und eigene Werte dauerhaft auseinanderklaffen, wachsen Stress und Distanz.
  • Zu viel Stress kann auf Dauer zu gesundheitlichen Schäden führen.

Morgens die Jacke überziehen und im Lift die unsichtbare «Maske» aufsetzen. Diesen kleinen Wechsel kennen viele, ohne ihn je bewusst zu bemerken. Rollen sind dabei nichts Schlechtes, denn sie strukturieren die Zusammenarbeit und schützen das Privatleben.

Kritisch wird es erst, wenn sich zwischen der beruflichen Rolle und der eigenen Person eine dauerhafte Lücke auftut. Dann kann die Zufriedenheit ins Stocken geraten und die Gesundheit in Mitleidenschaft gezogen werden.

Oft stellen wir uns dann die Frage, wer man im Job eigentlich ist. Wird diese Frage nicht zufrieden beantwortet, zweifeln wir an uns.

Was die Zahlen über verborgene Gefühle sagen

Wie das Bundesamt für Statistik 2024 in einer Umfrage zeigt, ist emotionale Zurückhaltung im Arbeitsalltag weit verbreitet.

Stehen Sie in Ihrem Job unter emotionalem Druck?

20 Prozent der erwerbstätigen Frauen und 16 Prozent der Männer mussten 2023 meistens oder immer ihre Gefühle verbergen. Kommt hinzu: Viele Arbeitnehmer erledigen Aufgaben, die ihren eigenen Überzeugungen widersprechen. Konkret handelt es sich um 23 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen. Solche Wertekonflikte betreffen also rund jede fünfte erwerbstätige Person in der Schweiz.

Wenn Distanz zur eigenen Arbeit entsteht

Im Schweizer HR-Barometer von 2024 fühlt sich rund die Hälfte der Beschäftigten zumindest teilweise entfremdet. 24 Prozent bezeichnen sich sogar als eher oder voll und ganz distanziert von ihrer Arbeit. Befragt wurden dafür 2032 Angestellte.

Arbeit
Wenn die eigene Arbeit keinen Spass mehr macht, sollte man sich nach einer Weiterbildung umschauen. - Depositphotos

Mit Entfremdung ist dieses Gefühl gemeint, das wir sicherlich alle kennen. Die Tätigkeit macht keinen Spass und geht einen im Grunde nichts mehr an. Nur 28 Prozent erleben ihre Arbeit als Berufung.

Authentizität nicht zu jedem Preis

Wer in der Pflege, im Verkauf oder in der Beratung arbeitet, muss die eigenen Emotionen steuern können. Das gehört zur Professionalität und ist an sich unproblematisch, solange die Steuerung mit den eigenen Werten vereinbar bleibt.

Weiterbildung
Authentizität ist wichtig, aber bleiben Sie sich selbst. - Depositphotos

Eine Pflegefachfrau, die ihre Müdigkeit vor Patienten zurücknimmt, handelt fachlich korrekt und keineswegs unecht.

Anders liegt der Fall, wenn jemand über Monate hinweg Ziele verfolgt, die er innerlich klar ablehnt. Authentizität muss also auch nicht auf der Arbeit zu jedem Preis nachverfolgt werden.

Woran sich der Selbstverlust erkennen lässt

Kleine Hinweise, die sich im Alltag ohne grossen Aufwand beobachten lassen, sind erste Warnungen. Der Sonntagabend wird zur Belastung, obwohl die anstehenden Aufgaben eigentlich gut zu bewältigen wären.

Weiterbildung
Selbstbewusste Menschen lassen sich im Büro und auf Firmenfeiern oft schnell erkennen. - Depositphotos

Gespräche über die Arbeit werden ausweichend, und man ertappt sich dabei, Sätze zu sagen, hinter denen man nicht steht.

Auch körperliche Signale gehören dazu, etwa eine anhaltende Erschöpfung ohne klar erkennbaren Auslöser. Häufen sich diese Anzeichen über Wochen, lohnt sich ein Blick auf die aktuelle Berufssituation.

Vor der Kündigung: Klärendes Gespräch aufsuchen

Zuerst wird sofort an einen Stellenwechsel gedacht, doch das ist selten der beste erste Schritt. Sinnvoller ist es, zuerst zu prüfen, welcher Teil der Arbeit die Reibung tatsächlich verursacht.

Eine Weiterbildung kann diesen Klärungsprozess unterstützen, weil sie Distanz schafft und den Vergleich mit anderen Arbeitsrealitäten ermöglicht. Wer sich fachlich neu orientiert, merkt oft erst dabei, welche Inhalte ihn wirklich tragen.

Kündigung
Sie sollten vor einer möglichen Kündigung stets das Gespräch suchen. - Depositphotos

Laut HR-Barometer weist an dieser Stelle eine erfreuliche Entwicklung aus. Die durchschnittliche Zahl der Weiterbildungstage stieg 2024 erstmals seit Jahren wieder an auf gut sieben Tage.

Gleichzeitig erhalten 42 Prozent der Beschäftigten von ihrem Arbeitgeber überhaupt keine Angebote zur Laufbahnentwicklung. Wer also auf Impulse von aussen wartet, wartet in vielen Fällen vergeblich. Fragen Sie gezielt nach, ob es Weiterbildungen oder Fortbildungen für Sie gibt.

Weiterbildung: Eigene Interessen fördern

Eine Weiterbildung wirkt jedoch nur dann klärend, wenn sie nicht bloss den Lebenslauf schmückt. Die Frage lautet nicht, was sich gut macht, sondern was einen tatsächlich interessiert.

Weiterbildung
Mögliche Weiterbildungen sollten Sie stets annehmen, denn Sie fördern Ihr Wissen. - Depositphotos

Wer eine Weiterbildung allein aus Statusgründen wählt, verschiebt das eigentliche Problem lediglich nach hinten.

Für Firmenchefs bedeutet das, eine Weiterbildung nicht bloss zu bewilligen, sondern sie aktiv anzuregen.

Wenn der Chef selbst die Mitarbeiter motiviert für eine neue Weiterbildung, ist das eine Art Wertschätzung. Aber auch hier muss darauf geachtet werden, dass nur so viel Weiterbildung angenommen wird, wie Sie gesundheitlich auch verkraften.

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