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    Regalpreis oder Kassenpreis – was gilt wirklich?

    Sarah Schläppi
    Sarah Schläppi

    Bern,

    Was gilt, wenn der Preis am Regal nicht mit dem an der Kasse übereinstimmt? Rechtsanwältin Sarah Schläppi erklärt, wann welcher Preis gilt.

    Frau Porträtfoto blond Anzug
    Dr. Sarah Schläppi ist Rechtsanwältin und Geschäftsführerin bei Bracher & Partner. - zVg

    Eigentlich nervt mich das, wenn Produkte nur noch an den Regalen angeschrieben sind. Oft habe ich das Gefühl, der Preis sei am Regal anders angeschrieben, als er dann beim Bezahlen an der Kasse erscheint.

    Aber ich mag auch nicht jedes Mal wieder zurückgehen, um nachzuschauen. Gehört ein Preis nicht auf ein Produkt und ist damit verbindlich?

    Hast du schon einmal einen anderen Preis an der Kasse erlebt als am Regal?

    Doch, grundsätzlich sind Waren einzeln mit dem Preis auszuzeichnen, sofern dies möglich und zweckmässig ist. Der Preis ist an der Ware selbst oder unmittelbar daneben bekanntzugeben, etwa durch Etikette, Aufdruck oder Preisschild.

    Eine blosse Regalanschrift ist daher nicht einfach aus Bequemlichkeit zulässig, sondern nur dann, wenn eine Einzelanschrift wegen der Menge preisgleicher Waren oder aus technischen Gründen nicht zweckmässig ist.

    In solchen Fällen kann es genügen, wenn der Preis am Regal oder in anderer gut sichtbarer und lesbarer Art angegeben wird. Entscheidend bleibt aber immer, dass der Preis eindeutig dem betreffenden Produkt zugeordnet werden kann.

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    An der Kasse kann der Produktpreis vom Regalpreis abweichen. (Symbolbild) - Keystone

    Wenn an der Kasse plötzlich ein höherer Preis erscheint als am Regal, kann das rechtlich problematisch sein. Das Unternehmen muss nämlich den Preis bekannt geben, welchen du am Schluss bezahlst.

    Du darfst deshalb an der Kasse sagen, dass am Regal ein anderer Preis angeschrieben war, und um Korrektur oder Prüfung bitten.

    Ganz absolut ist die Sache aber nicht: Wenn ein Preis offensichtlich falsch angeschrieben ist, etwa ein sehr teures Gerät für ein paar Franken, besteht für dich in der Regel kein Anspruch darauf, die Ware zu diesem Preis zu erhalten.

    Zur Autorin

    Dr. iur. Sarah Schläppi (*1983) ist Rechtsanwältin, Geschäftsführerin und Verwaltungsrätin bei Bracher & Partner.

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    Kommentare

    User #2538 (nicht angemeldet)

    bei Denner mehrmals erlebt und einmal bei Volg.

    User #1866 (nicht angemeldet)

    Dass die Ware dann zum günstigeren Preis abgegeben wird, geschieht aus Gründen der Kulanz dem Kunden gegenüber. Zumindest war das früher so.

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