Weiterbildung: So nutzen Sie Kritik als Chance
Wer eine Weiterbildung absolviert, sollte ein Mass an Kritikfähigkeit mitbringen. Die einen können besser mit Kritik umgehen als andere.

Das Wichtigste in Kürze
- Wer Kritik als Chance sieht, lernt in Weiterbildungen schneller dazu.
- Der Umgang mit Kritik kann trainiert und kontinuierlich verbessert werden.
- Durch Nachfragen kann aus Kritik ein wertvoller Austausch entstehen.
In der Schweiz sind Weiterbildung beliebt. Das Bundesamt für Statistik (BFS) erhebt seit 2011 alle fünf Jahre Daten zum Weiterbildungsverhalten der Schweizer Wohnbevölkerung. Laut der aktuellen Studie haben 45 Prozent der 25- bis 74-Jährigen in den vergangenen zwölf Monaten mindestens eine Weiterbildung besucht.
Dabei schlüpfen viele wieder in die Rolle der Schülerinnen und Schüler und werden wieder öfters mit Kritik konfrontiert.
Was für manche selbstverständlich ist, kann für einige zu einer echten Herausforderung werden. Glaubt man den allgemeinen Meinungen, sind Frauen kritikfähiger als Männer. Doch stimmt das wirklich? Und kann man den Umgang mit Kritik lernen?
Der Umgang mit Kritik ist individuell
Kritik trifft jeden Menschen anders. Während die einen Rückmeldungen gelassen aufnehmen, fällt es anderen deutlich schwerer.
Das ist verständlich. Niemand wird gerne kritisiert. Vor allem dann nicht, wenn viel Zeit und Energie in eine Aufgabe geflossen sind.
Manche reagieren mit Abwehr. Sie fühlen sich persönlich angegriffen und blenden die Rückmeldung aus. Im Volksmund gibt es dafür einen spezifischen Ausdruck: «Göschene – Airolo». Das bedeutet, dass man Feedback zwar aufnimmt, es aber gleich wieder vergisst.

Wer Kritik hingegen als Chance versteht, reagiert anders. Solche Menschen hören aufmerksam zu, stellen Fragen und versuchen die Rückmeldung nachzuvollziehen. Sie prüfen, was sie daraus mitnehmen können. Genau diese Offenheit schafft die besten Voraussetzungen, um sich weiterzuentwickeln.
Kritikfähigkeit kann man trainieren
Kaum jemand hört Kritik gerne. Trotzdem gehört sie zum Alltag und bietet die Chance, sich weiterzuentwickeln. Der erste Schritt beginnt mit der eigenen Haltung. Wer bereit ist, an seiner Kritikfähigkeit zu arbeiten, schafft die Grundlage für einen gelasseneren Umgang mit Rückmeldungen.
Entscheidend ist, Kritik nicht als persönlichen Angriff zu verstehen. In den meisten Fällen richtet sie sich gegen ein Verhalten oder eine konkrete Situation. Wer diesen Unterschied erkennt, kann Feedback sachlicher einordnen und überlegter reagieren.

Hilfreich ist auch eine aktive Haltung. Wer nachfragt und echtes Interesse zeigt, signalisiert Offenheit. So entsteht ein konstruktiver Austausch, von dem beide Seiten profitieren können.
Immer wieder wird behauptet, Frauen seien offener für Kritik als Männer. Wissenschaftlich belegen lässt sich diese Annahme jedoch nicht. Fachleute sind sich einig, dass der Umgang mit Kritik von der Persönlichkeit geprägt wird. Jeder Mensch verarbeitet Rückmeldungen auf seine eigene Art.
Weiterbildung als Chance für persönliches Wachstum
Eine Weiterbildung vermittelt nicht nur Fachwissen. Sie bietet auch die Gelegenheit, an der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten. Wer sich bereits vor dem ersten Kurstag Gedanken über den Umgang mit Feedback macht, startet mit einer offenen Haltung.

Gerade nach vielen Jahren im Berufsleben fällt es nicht immer leicht, wieder die Schulbank zu drücken. Noch anspruchsvoller kann es sein, wenn Kritik von einer jüngeren Lehrperson kommt. Entscheidend ist jedoch nicht, wer sie äussert, sondern auch, ob sie sachlich und konstruktiv ist.
Konstruktive Kritik hilft dabei, blinde Flecken zu erkennen und sich weiterzuentwickeln. Wer ausschliesslich Zuspruch erhält, bleibt oft in seiner Komfortzone. Erst ehrliche Rückmeldungen eröffnen neue Perspektiven und schaffen die Grundlage für nachhaltiges Lernen.















