Vorsorge Oberland: Finanzielle Planung hat auch medizinische Aspekte

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Bern,

Wer seine Finanzen ordnet, glaubt oft, es komme nur auf Geld an. Dabei berührt jede Vorsorge einen Bereich, den viele komplett übersehen.

Vorsorge Oberland
Finanzielle Planung hat in der Vorsorge auch medizinische Aspekte. - Depositphotos

Das Wichtigste in Kürze

  • Finanzielle Vorsorge betrifft in der Schweiz immer auch die eigene Gesundheit.
  • Finanzielle Sorgen können sich negativ auf die Psyche und den Körper auswirken.
  • Sie können den Druck mindern, indem Sie ein finanzielles Polster aufbauen.

Wer an Vorsorge denkt, denkt zuerst an die AHV, die Pensionskasse und das Konto der Säule 3a. Doch Geld und Gesundheit lassen sich kaum voneinander trennen. Wer seine Finanzen plant, trifft fast immer auch Entscheidungen über seine medizinische Zukunft.

Das beginnt schon bei den Kosten. Gesundheit ist teuer und ein grosser Teil davon landet direkt bei den Haushalten. Wie das Bundesamt für Statistik für das Jahr 2024 ausweist, beliefen sich die Gesundheitskosten auf 97 Milliarden Franken. Pro Kopf waren das 10'792 Franken im Jahr.

Vorsorge
Finanzielle Freiheit ist im Alter und als Vorsorge wichtig, um sich auch was gönnen zu können. - Depositphotos

Rund 62 Prozent dieser Summe trugen die privaten Haushalte, direkt oder über die Krankenkassenprämien. Damit wird etwas deutlich, das im Alltag oft untergeht: Wer finanziell plant, plant immer auch seine Behandlungen mit.

Im Alter verschärft sich diese Verbindung. Pflege, Betreuung und längere Spitalaufenthalte kosten, und nicht alles deckt die Grundversicherung. Wer früh Geld zur Seite legt, verschafft sich Spielraum. Dieser Spielraum entscheidet später darüber, welche Unterstützung jemand tatsächlich in Anspruch nehmen kann.

Vorsorge Oberland: Finanzielle Sorgen schlagen auf Psyche und Körper

Die finanzielle Lage wirkt aber nicht nur auf Rechnungen, sondern auch auf Körper und Psyche. Geldsorgen erzeugen Stress, und Stress hat messbare gesundheitliche Folgen. Genau diesen Zusammenhang machen aktuelle Schweizer Daten sichtbar.

Vorsorge
Bei vielen Studierenden sind bereits Anzeichen von Depressionen erkennbar. - Depositphotos

Wie das Bundesamt für Statistik in seiner Erhebung 2024 zur Lage der Studierenden schreibt, zeigen 29 Prozent der Studierenden Symptome mittlerer bis schwerer Depression.

Bei jenen mit grossen finanziellen Schwierigkeiten steigt dieser Anteil auf 46 Prozent.

Ein Polster kann den Druck lindern

Daraus folgt ein sehr praktischer Gedanke. Finanzielle Planung ist auch eine Form von Prävention. Ein kleines finanzielles Polster senkt zwar nicht den Blutdruck. Aber er nimmt Druck weg, und genau dieser Druck schlägt sich sonst irgendwann körperlich nieder.

Vorsorge
Vorsorge Oberland: Rechtzeitig für die Vorsorge einzahlen muss nicht erst im Alter anfangen. - Depositphotos

Auch die Wahl der Krankenkasse ist nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine gesundheitliche Entscheidung. Die Höhe der Franchise beeinflusst mit, wie früh jemand ärztliche Hilfe in Anspruch nimmt.

Eine hohe Franchise senkt zwar die Prämien, kann aber dazu führen, dass kleinere Beschwerden länger aufgeschoben werden. Wer knapp budgetiert, verzichtet mitunter auf notwendige Abklärungen. So wird aus einer vermeintlichen Geldfrage schnell auch eine Frage der Gesundheit.

Früh planen, kann viel Geld sparen

Ähnliches gilt für Zusatzversicherungen. Sie regeln den Zugang zu bestimmten Therapien, zum Einzelzimmer oder zur freien Arztwahl. Wer sie in jungen, gesunden Jahren abschliesst, zahlt weniger und wird seltener abgelehnt.

Wartet man zu lange, kann der eigene Gesundheitszustand den Abschluss erschweren oder verteuern. Auch hier verschmelzen Finanzplanung und medizinische Realität zu einem einzigen Entscheid.

Symbolbild Vorsorge Oberland
Eine Vorsorge und Rückhalt für den Ruhestand zu haben, beruhigt. - Depositphotos

Vorsorge sollte beide Seiten zusammendenken. Ein Budget zeigt, wie viel Spielraum für Prämien, Franchise und Rücklagen überhaupt bleibt.

Wichtig ist dabei der Zeitpunkt. Viele Entscheidungen werden günstiger und einfacher, wenn man sie früh trifft. Das gilt für Sparpläne ebenso wie für Versicherungen. Wer wartet, bis ein Problem akut ist, hat oft die teurere Variante vor sich.

Geduldig sein und früh vorsorgen

Ganz auflösen lässt sich die Unsicherheit allerdings nie. Niemand weiss im Voraus, wann der Körper Unterstützung braucht.

Doch wer Geld und Gesundheit gemeinsam betrachtet, ist im Ernstfall handlungsfähiger. Vorsorge ist deshalb mehr als ein Sparplan auf dem Papier. Deswegen ist es immer ratsam, sich schon in jungen Jahren Rücklagen frei zu halten. Und am besten, diese nie anrühren, sondern einfach auf dem Konto oder Depot lassen.

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