Vorsorge Oberland: Mit der Teilpensionierung in den Ruhestand

Redaktion
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Bern,

Wer mit der Arbeit aufhören will, muss nicht alles auf einmal hinwerfen. Ein gestaffelter Ausstieg, die Teilpensionierung, ist oft die bessere Lösung.

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Wer schrittweise in den Ruhestand geht, hat es oft leichter. - Depositphotos

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit der AHV-Reform 21 kann die Rente in der Schweiz schrittweise bezogen werden.
  • Die Teilpensionierung ermöglicht einen gleitenden Übergang in den Ruhestand.
  • Bevor Sie den Schritt wagen, sollten Sie gut überlegen und planen.

Den Beruf von heute auf morgen niederlegen? Für immer mehr Menschen fühlt sich das falsch an. Statt eines harten Schnitts wählen sie den sanften Weg und fahren ihr Pensum nach und nach zurück.

Genau das nennt man Teilpensionierung. Man arbeitet weiter, bezieht aber bereits einen Teil der Altersleistungen. Aus dem einen grossen Stichtag werden mehrere kleine Schritte.

Würden Sie gerne in Teilpension gehen?

Geregelt ist dieser gleitende Ausstieg seit der Reform AHV 21. Sie gilt seit dem 1. Januar 2024. Seither muss man die AHV-Rente nicht mehr am Stück beziehen. Ein Teil reicht, zwischen 20 und 80 Prozent sind möglich.

Wer weniger arbeitet, gleicht den Lohnausfall so zumindest teilweise aus. Praktisch ist, dass sich der Bezug monatsgenau festlegen lässt.

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Wer im Alter in Teilpensionierung will, sollte einige Dinge beachten. - Depositphotos

Auch in der zweiten Säule, der Pensionskasse, hat sich einiges getan. Eine Teilpensionierung muss dort heute ausdrücklich angeboten werden. Die Altersleistungen lassen sich in bis zu drei Schritten beziehen.

Bei vielen Kassen darf man pro Schritt zwischen Rente und Kapital wählen. Je nach Reglement geht das bereits ab 58 Jahren. Meist gilt jedoch, dass das Pensum deutlich sinken muss.

Wie das Bundesamt für Statistik in seiner Arbeitskräfteerhebung von 2024 zeigt, liegt die Erwerbsquote der 55- bis 64-Jährigen bei 78 Prozent. In zehn Jahren ist das ein Plus von sechs Prozentpunkten.

Und selbst nach dem Referenzalter ist längst nicht Schluss. Bei den 65- bis 74-Jährigen waren 2024 rund 19 Prozent noch beruflich aktiv. Fast alle davon, nämlich 85 Prozent, arbeiten in Teilzeit.

Gründe für eine Teilzeitpensionierung

Die Antworten gehen weit auseinander. Die einen möchten geistig gefordert werden und unter Leuten bleiben. Andere wiederum benötigen schlicht mehr Zeit für ihre Familie, ihre Gesundheit oder ihre eigenen Pläne.

Und manche möchten die finanzielle Lücke einer frühen Pensionierung kleiner halten. Ein reduziertes Pensum schenkt Freiraum, ohne dass der Lohn komplett wegfällt.

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Vorsorge Oberland: Wer in Teilpension gehen will, hofft oft auf mehr Freizeit. - Depositphotos

Die Lust am Weiterarbeiten ist durchaus vorhanden. Wie das Chancenbarometer 2023 der Universität St. Gallen zeigt, wären Menschen im Vorruhestand und über 65 Jahren bereit, deutlich mehr zu arbeiten, wenn die Rahmenbedingungen besser wären.

Gefragt sind vor allem flexible Arbeitszeiten und mehr Lohntransparenz. Hier kann die Teilpensionierung eine gute Lösung sein.

Vorsorge Oberland: gut planen

So verlockend das auch klingen mag, ohne Planung geht es nicht. Wer die Rente vor dem Referenzalter teilweise bezieht, muss mit einer dauerhaften Kürzung rechnen. Wer dagegen das Referenzalter überschreitet, kann die Rente später erhöhen.

Vorsorge
Eine gute Vorsorge im Alter ist wichtig, um nicht jeden Franken zählen zu müssen. - Depositphotos

Auch die Steuern spielen eine Rolle. Verteilt man den Kapitalbezug auf mehrere Jahre, sinkt oft die Progression. Fachleute raten deshalb, sich bereits im Alter zwischen 50 und 60 Jahren damit zu beschäftigen.

Ein Blick ins eigene Pensionskassenreglement lohnt sich in jedem Fall. Denn nicht jede Kasse erlaubt dieselben Schritte oder Mindestpensen.

Auch Beiträge, Risikoschutz und Mindestlohn können sich beim kleineren Pensum ändern. Eine Beratung bei der Vorsorgeeinrichtung oder Ausgleichskasse kann helfen. So sind Sie vor Überraschungen besser gewappnet.

Weniger Belastung: Ausstieg in Etappen

Wer beispielsweise von 100 auf 60 Prozent reduziert, bleibt im Job, nur eben in Teilzeit. Den fehlenden Lohn deckt teilweise der Teilbezug der Rente. Der Lebensstandard bleibt so meist stabil, die Belastung wird kleiner.

Der Ausstieg passiert in kleinen, machbaren Etappen. Wer mag, kombiniert mehrere Reduktionen über einige Jahre hinweg. So lässt sich der Wechsel ganz dem eigenen Tempo anpassen.

Rente
Wer in Teilzeitrente gehen will, kann das in Etappen planen. - Depositphotos

Zudem wirkt im Hintergrund die Demografie. Bald gehen die geburtenstarken Jahrgänge in Pension.

Schon heute fehlen in vielen Branchen Fachkräfte. Entsprechend wollen Arbeitgeber erfahrene Mitarbeiter länger beschäftigen. Dadurch wird die Teilpensionierung für beide Seiten interessanter.

Und wie grenzt sie sich von der Frühpensionierung ab?

Bei der Frühpensionierung hört man ganz und gar früher auf. Bei der Teilpensionierung bleibt ein Stück Arbeit bestehen.

Der Einkommensverlust fällt darum geringer aus. Und der Draht zum Beruf und zu den Kolleginnen und Kollegen reisst nicht so schnell ab.

Vorsorge
Die Teilzeitrente ist für viele eine gute Zwischenlösung zur richtigen Rente. - Depositphotos

Unter dem Strich ist die Teilpensionierung mehr als eine reine Rechnung. Sie macht den Übergang weicher und verhindert den harten Bruch. Für viele ist sie ein realistischer Weg in den Ruhestand geworden.

Wichtig ist nur, früh und in Ruhe zu prüfen. Wer früh genug prüft, hat am Ende mehr Freizeit und vielleicht ist die Teilzeitpensionierung eine mögliche Option.

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