Kommunikation: Passwörter sicher generieren und merken
Starke Passwörter sind eine zentrale Voraussetzung für sichere digitale Kommunikation. Bei der Passwort-Erstellung sollten Sie auf diese Dinge achten.

Das Wichtigste in Kürze
- Um persönliche Daten effektiv schützen zu können, sind starke Passwörter wichtig.
- Die Verwendung von Passphrasen und Passwortmanagern kann die Sicherheit deutlich erhöhen.
Heute ist fast jeder online. In der Schweiz werden Onlinebanking, Behördenportale, Gesundheitsdienste und soziale Netzwerke täglich als Kommunikationsmittel genutzt.
Passwörter schützen dabei persönliche Daten, finanzielle Informationen und vertrauliche Kommunikation.
Trotz dieser Bedeutung werden Passwörter häufig zu einfach gewählt oder mehrfach verwendet. Genau hier entstehen Sicherheitslücken, die Hacker ausnutzen können.
Warum schwache Passwörter ein Risiko darstellen
Ein unsicheres Passwort kann weitreichende Folgen haben. Gelangt ein Passwort in falsche Hände, sind oft mehrere Dienste gleichzeitig betroffen. Viele Nutzerinnen und Nutzer verwenden dasselbe Passwort für verschiedene Konten. Das ist ein absolutes No-Go.

Dadurch kann ein einzelner Vorfall eine Kettenreaktion auslösen. Wie das Bundesamt für Cybersicherheit in seinem Lagebericht 2024 festhält, gehören kompromittierte Zugangsdaten weiterhin zu den häufigsten Ursachen für Cybervorfälle in der Schweiz. Besonders problematisch sind kurze Passwörter und einfache Muster, die automatisiert erraten werden können.
Beispiel: «VornameNachnameZahl» oder: «GeburtstagKind1GeburtstagKind2»
Sieht Ihr Passwort so, oder so ähnlich aus? Dann sollten Sie unbedingt schnell handeln! Nutzen Sie Phrasen, Sonderzeichen und Wörter, die niemand durch eine gute Recherche erahnen kann.
Erkenntnisse aus der Schweizer Forschung
Wie die Universität Zürich in einer Studie von 2024 schreibt, unterschätzen viele Personen die Geschwindigkeit moderner Passwortangriffe deutlich. In simulierten Tests konnten einfache Passwörter innerhalb weniger Sekunden entschlüsselt werden.

Beliebte Angriffsbereiche sind E-Mail-Konten, Cloud-Dienste und interne Unternehmensplattformen. Technische Schutzmassnahmen reichen allein nicht aus, wenn grundlegende Passwortregeln nicht eingehalten werden.
Kommunikation: Was ein sicheres Passwort auszeichnet
Ein sicheres Passwort sollte ausreichend lang sein und keine offensichtlichen Muster enthalten. Empfohlen werden mindestens zwölf Zeichen. Idealerweise besteht das Passwort aus mehreren zufällig gewählten Wörtern, die keinen direkten Zusammenhang haben. Dazu kombiniert noch Zeichen und Zahlen und die Sicherheit ist gegeben.
Diese sogenannte Passphrase ist für Menschen merkbar und gleichzeitig schwer zu erraten. Persönliche Informationen wie Namen, Geburtsdaten oder Ortsbezeichnungen sollten vermieden werden. Auch Tastaturfolgen oder häufig genutzte Begriffe bieten keinen ausreichenden Schutz.
Passwörter gezielt und sicher generieren
Zur Generierung sicherer Passwörter gibt es bewährte Methoden. Eine davon ist die zufällige Kombination mehrerer Wörter aus unterschiedlichen Themenbereichen. Alternativ können Passwortmanager wie Roboform genutzt werden, die automatisch starke Passwörter erzeugen.

Diese Werkzeuge basieren auf Zufallsalgorithmen und berücksichtigen aktuelle Sicherheitsstandards. Das Bundesamt für Cybersicherheit empfiehlt auf seiner Webseite ausdrücklich den Einsatz solcher Lösungen, sofern sie korrekt konfiguriert und regelmässig aktualisiert werden.
Sichere Passwörter merken
Die grösste Herausforderung im Alltag ist nicht das Erstellen, sondern das Merken vieler Passwörter. Passwortmanager lösen dieses Problem, indem sie alle Zugangsdaten verschlüsselt speichern. Nutzerinnen und Nutzer müssen sich nur ein starkes Hauptpasswort merken.
Laut einer Analyse des Nationalen Zentrums für Cybersicherheit aus dem Jahr 2024 reduziert sich das Risiko von Passwortwiederverwendung dadurch deutlich. Doch alles nützt nichts, wenn das Hauptpasswort nicht sorgfältig ausgewählt ist. Hier sollte man sich genug Zeit nehmen, um sich das Hauptpasswort gut zu merken. Ist dieses weg, kommt man auch nicht an die anderen Passwörter.
2FA: Zusätzliche Schutzmassnahme
Neben starken Passwörtern erhöht die Zwei-Faktor-Authentifizierung die Sicherheit erheblich. Dabei wird zusätzlich zum Passwort ein weiterer Faktor abgefragt, etwa ein Code per Handy.

Schweizer Behörden empfehlen diese Methode laut Bundesamt für Statistik besonders für sensible Dienste wie E-Banking oder E-Government-Portale. Auch wenn ein Passwort offengelegt wird, bleibt der Zugriff dadurch in vielen Fällen verhindert.
Verantwortung und Routine im digitalen Alltag
Sichere Passwörter sind keine einmalige Aufgabe, sondern Teil einer dauerhaften Sicherheitsroutine. Sie sollten regelmässig überprüft und bei Verdacht auf Missbrauch sofort geändert werden.
Schreiben Sie Ihre Passwörter nicht auf. Weder in einem Editor am PC noch per Stift auf einem Zettel. Merken Sie sich das Passwort!
Ebenso wichtig ist ein kritischer Umgang mit E-Mails und Links, um Phishing zu vermeiden. In vielen E-Mails werden gefälschte Aufforderungen eingebaut, um an das Passwort zu gelangen. Wer diese grundlegenden Regeln beachtet, reduziert sein persönliches Risiko deutlich.















