Kommunikation: Streaming oder klassisches Fernsehen?
Das klassische lineare Fernsehen hat zunehmend Konkurrenz durch Streaming bekommen. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Hier eine Übersicht.

Das Wichtigste in Kürze
- Über die Hälfte der Schweizer Bevölkerung hält am linearen Fernsehen fest.
- Junge Menschen lieben die Interaktivität von YouTube und Co.
Innerhalb eines Jahrzehnts haben sich die Sehgewohnheiten der Bevölkerung drastisch verändert. Moderne, schnelle Internetverbindungen haben dies ermöglicht. Neben vielfältigen Formen der Kommunikation ermöglichen sie das zuverlässige Streaming von Videomaterial. Dadurch hat das lineare Fernsehen an Bedeutung verloren.
Kommunikation: Klassisches Fernsehen vor allem bei Älteren beliebt
Verschiedene Umfragen zeigen, dass ältere Menschen am linearen Fernsehen festhalten, mit dem sie vertraut sind. Viele Sehgewohnheiten, wie etwa die Hauptnachrichtensendung am frühen Abend oder Live-Sportübertragungen, haben sich über Jahrzehnte verfestigt. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.

Laut dem TV Streaming Report 2025 nutzen derzeit noch 41 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer das lineare Fernsehen. Video-on-Demand-Services folgen mit 24 Prozent.
An dritter Stelle steht mit 22 Prozent das öffentlich-rechtliche Fernsehen, dessen Mediatheken – wie SRF Play – genutzt werden. Interessant dabei ist, dass die Zahl derjenigen, die lineares Fernsehen nutzen, im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent angestiegen ist. Dabei hatte es 2025 nicht einmal ein grosses Sportevent gegeben.
Für wen eignet sich lineares Fernsehen?
Das Hauptargument für das klassische Fernsehen ist seine Direktheit. Wer Live-Sport sehen will oder bei grossen politischen Ereignissen wie Wahlen schnell informiert sein will, ist hier richtig. Die grossen Streaming-Portale bieten in diesem Bereich bislang nur wenig an.
Gerade, wenn das Kabelfernsehen bereits im Mietvertrag enthalten ist, oder eine Satellitenschüssel auf dem Dach steht, sind zusätzliche Kosten für Streaming-Portale in diesem Fall wenig sinnvoll.

Daneben eignet sich das klassische Fernsehen bestens, um sich nebenher berieseln zu lassen. Da kann stundenlang Wintersport gezeigt werden, während nebenbei geputzt und gebügelt wird. Abends laufen lange Shows nebenbei, während Gäste zu Besuch sind oder Games gespielt werden.
Was doch einmal verpasst wird, kann über die kostenfreien Mediatheken gestreamt werden. Auch via TV-Box können Inhalte bis zu sieben Tage zeitversetzt angesehen werden. Zudem ermöglicht diese auch eine bequeme Nutzung der Streamingdienste.
Für wen eignet sich Streaming?
Mit Streaming sind in erster Linie kostenpflichtige Angebote wie Netflix, DisneyPlus und Apple TV gemeint. Sie richten sich vor allem an Film- und Serienfans. Erfolgreiche Serienproduktionen dominieren heute die Kommunikation offline und online in einem Mass, wie es den öffentlichen Sendern nicht mehr gelingt.

Ein grosser Vorteil des Streamings ist die Flexibilität: Alle Programme lassen sich zu einem beliebten Zeitpunkt starten und pausieren. Wer mag, kann die neue Staffel einer Lieblingsserie innerhalb weniger Tage komplett schauen (das sogenannte Binge Watching). Niemand muss sich mehr nach den starren Zeiten des linearen Fernsehens richten oder stets eine Woche auf die nächste Folge warten.
Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, werbefreie Tarife zu buchen. Filme und Serien werden nicht mehr durch störende Werbung unterbrochen. Viele Menschen wissen es ausserdem zu schätzen, dass sie auf den Streamingportalen unterschiedliche Sprachen und Untertitel wählen können. Im linearen Fernsehen führt oft kein Weg an synchronisierten Fassungen vorbei.
YouTube & Co: Direkte Kommunikation im Internet
Zum Streamingangebot gehören auch Plattformen wie YouTube und Twitch. Laut Digimonitor 2025 ist YouTube die beliebteste Plattform der Schweiz. 4,8 Millionen Menschen nutzen sie zumindest gelegentlich.
1,8 Millionen sind sogar täglich hier unterwegs. Der beliebteste kostenpflichtige Streaming-Anbieter Netflix bringt es auf 3,4 Millionen Nutzer und Nutzerinnen.

Plattformen wie YouTube und Twitch profitieren von der Interaktivität: Sogar bei Live-Streams ist eine Kommunikation mit anderen Zuschauern und Zuschauerinnen möglich. Dies schafft ein Gefühl der Verbundenheit und macht Spass.
Allerdings handelt es hier meist um kurze Videos und nicht um hochwertig produzierte Serien. Sie sind eine gute Ergänzung, sowohl zum linearen Fernsehen als auch zum Streaming für den kurzen Zeitvertreib zwischendurch.















