«Wie würde Ihre Marketingstrategie fürs nächste Jahr aussehen?» Für Brainteaser- und Fallfragen im Bewerbungsgespräch braucht es die richtige Strategie.
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Fallfragen oder sogenannte «Case Studies» gestalten ein Bewerbungsgespräch anspruchsvoll. - Pexels

Das Wichtigste in Kürze

  • Fallfragen und «Case Studies» treten in Bewerbungsgesprächen immer wieder auf.
  • Man kann sich nur schwer konkret auf sie vorbereiten.
  • Gefragt sind Lösungsansätze, logisches Denken und Kreativität.
  • Eine erprobte Vorgehensweise hilft, auf die besten Lösungen zu kommen.

Bei einigen Jobs müssen Sie damit rechnen, dass Sie im Bewerbungsgespräch mit Fallfragen konfrontiert werden. Nicht selten tauchen diese Fragen auch spontan auf und Sie werden ans Whiteboard gebeten.

Bei sogenannten «Case Studies» präsentieren Sie ein business-relevantes Szenario. Zum Beispiel eine mögliche Marketingstrategie für ein neues Produkt.

In Beratungshäusern werden gerne auch abstrakte «Brainteaser»-Fragen gestellt: «Wieviele Pingpong-Bälle passen in einen Jumbo-Jet?»

«Wie würden Sie vorgehen, wenn...?»

Auf spontane Fallfragen können Sie sich nur schwer konkret vorbereiten. Gefragt sind Lösungsansätze, logisches Denken und Kreativität.  

Es geht also viel mehr darum, wie Sie auf ein Ziel hinarbeiten und weniger um das Ziel selbst. Das «Wie» ist entscheidend.

Mit der folgenden Vorgehensweise wird Ihnen das viel besser gelingen – auch in der manchmal stressigen Situation eines Bewerbungsgesprächs.

Stecken Sie das Feld ab

Damit ist gemeint, dass Sie in einem ersten Schritt die Situation des vorliegenden Szenarios beschreiben. Dabei lassen Sie Ihren Ideen freien Lauf und bewerten diese mit schwachem Filter. Eingeschlagene Wege können später noch korrigiert werden.

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Im ersten Schritt beschreiben Sie die Ausgangssituation Ihres Falls. - Pexels

Schreiben Sie die drei wichtigsten Herausforderungen, die sich aus Ihren Gedanken ergeben, nieder. Auf das Whiteboard, ein Blatt Papier, was Ihnen gerade zur Verfügung steht.

Fragen sind erlaubt, wenn Sie spezifische Informationen benötigen. Halten Sie diese jedoch in einem gesunden Mass.

Fragen Sie nie danach, ob sie auf dem richtigen Weg sind oder ob man mit Ihrer Leistung zufrieden ist. Diese Art von Fragen kann als Zeichen der Schwäche ausgelegt werden.

Fragestellungen ableiten und beantworten

Wenn Sie die bestehende Situation Ihres Szenarios skizziert haben, leiten Sie daraus im zweiten Schritt relevante Fragestellungen ab. Auch diese halten Sie schriftlich und für Ihr Publikum gut sichtbar fest.

Zum Beispiel: «Wer ist unsere Zielgruppe?», «Auf welchen Kanälen erreiche ich diese am besten?», «Welche Prioritäten müssen gesetzt werden?»

Danach arbeiten Sie eine Frage nach der andern durch. Sie formulieren mögliche Antworten und Lösungsansätze.

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Leiten Sie die wichtigsten Fragen ab und arbeiten Sie diese durch. - Pexels

Am besten berufen Sie sich dabei auf konkrete Projekte aus Ihrer beruflichen Vergangenheit oder auf theoretisch abgestütztes Wissen, um Ihre Vorschläge zu untermauern.

Dadurch begründen Sie Ihr Vorgehen. Sie zeigen, «warum» Sie sich auf einen konkreten Lösungsansatz beziehen.

Halten Sie auch hier Ihre besten Punkte schriftlich fest. Sie können das stichwortartig tun.

Mögliche Resultate und Fazit

In der Schlussphase skizzieren sie mögliche Resultate, welche sich aus Ihren Lösungsansätzen ergeben könnten.

Bleiben Sie dabei ausgewogen. Zeigen Sie nicht nur die Pros sondern auch die Contras Ihrer eigenen Lösungen auf.

Entscheidet man sich für Lösung A, verzichtet man eventuell auf die Stärken von B und C. Sprechen Sie also auch Opportunitätskosten an.

Wägen Sie ab! Zeigen sie drei mögliche Ausgänge auf und bewerten sie diese. Danach ziehen sie Ihr Fazit und machen einen konkreten Handlungsvorschlag.

Nicht übers Ziel hinausschiessen

Die Zeit wird schnell vergehen, während Sie Ihren Fall lösen. Setzen Sie einen Punkt, wenn sich «das Ding rund anfühlt».

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Ziel erreicht! Es ist unmöglich, auf alle Aspekte einzugehen. Machen Sie einen Punkt. - Pexels

Wenden Sie sich an Ihre Interviewer und starten Sie eine offene Fragerunde. Aus der Diskussion ergeben sich meist wieder neue Ansätze.

Die in diesem Artikel beschriebene Vorgehensweise hat sich vielfach bewährt und folgt dem Prinzip der STAR-Analyse: Situation - Task - Action - Result.

Auf Deutsch: Situation überblicken, Fragen definieren, Lösungsalternativen aufzeigen, Resultat prognostizieren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Ihre Meinung ist gefragt!

Was sind Ihre besten Tipps für Fallfragen und «Case Studies»? Wurde Ihnen sogar schon mal eine abstrakte Brainteaser-Frage gestellt? Schreiben Sie doch einen Kommentar und lassen Sie die Community an Ihrer Erfahrung teilhaben.

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Artikel verfasst von Lucas Zehnder

Bewerbungsschreiben Lucas Zehnder
Lucas Zehnder ist Personalberater und Sozialpsychologe - zVg

Lucas Zehnder (38) vermittelt und coacht seit 2012 Fach- und Führungskräften jeder Stufe und blickt hinter die Kulissen der Job-Welt.

Seit 2019 unterhält er seinen Youtube-Kanal «Lucas Training» rund um Bewerbung, Job und Karriere mit bereits über 150 Videos.

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