Arbeit: Wie Arbeitgeber die Gesundheit fördern können
In der Schweiz gewinnt Gesundheitsförderung bei der Arbeit an Bedeutung, da Stress zunimmt und Unternehmen von gezielten Massnahmen profitieren.

Das Wichtigste in Kürze
- Stress und Erschöpfung sind in Schweizer Arbeitsbetrieben weit verbreitet.
- Wirksam sind vor allem systematische Verbesserungen von Führung und Arbeitsorganisation.
Wer Mitarbeitende leitet, will natürlich auch, dass sie lange gesund bleiben. Nur so kann das Unternehmen auch langfristig wachsen. Steigende Arbeitsanforderungen und der Fachkräftemangel erhöhen den Druck auf die Betriebe spürbar.
Zu viel Druck erzeugt Stress. Doch wie können Arbeitgeber dieses Problem lösen? Durch gezielte Gesundheitsförderung können Arbeitgeber die Motivation und Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden nachhaltig stärken.
Belastungssituation in der Schweiz
Wie das Bundesamt für Statistik schreibt, fühlten sich im Jahr 2022 rund 23 Prozent der Erwerbstätigen häufig oder sehr häufig gestresst. Diese Entwicklung zeigt, dass psychische Belastungen zunehmen und die Arbeitsbedingungen stärker in den Vordergrund rücken müssen.

Auch arbeitsbedingter Stress verursacht erhebliche volkswirtschaftliche Kosten. Immer mehr Menschen müssen mehr Arbeit in kürzerer Zeit verrichten. Die Laune sinkt, die Unzufriedenheit steigt. Schnell rücken ein möglicher Jobwechsel oder der Wunsch, einen anderen Beruf auszuüben, in den Fokus.
Gemäss dem «Job-Stress-Index» von Gesundheitsförderung Schweiz entsteht arbeitsbedingter Stress vorwiegend dann, wenn hohe Anforderungen auf unzureichende Ressourcen treffen. Dauerhafte Belastungen führen bei den Mitarbeitenden vermehrt zu emotionaler Erschöpfung, sinkender Motivation und einem erhöhten Risiko für krankheitsbedingte Ausfälle.
Arbeit: Regelmässige Befragung der Mitarbeiter sinnvoll
Gesundheitsförderung wirkt am besten dort, wo Arbeit entsteht: In den täglichen Arbeitsbedingungen im Betrieb. Arbeitgeber sind gut beraten, die Arbeitslast, den Zeitdruck und die Rollenverteilung regelmässig zu hinterfragen und bei Bedarf anzupassen.
Klare Zuständigkeiten, realistische Ziele und nachvollziehbare Entscheidungswege entlasten den Alltag und die Mitarbeitenden spürbar. Wer die Ziele als Chef zu hoch steckt, muss damit rechnen, dass die Mitarbeitenden unzufrieden sind.

Eine gute Führung zeigt sich durch Wertschätzung, klare Worte und ein waches Auge für Anzeichen von Überlastung. Ist der Chef gut zu erreichen und hilfsbereit, zeigt sich das in der Zufriedenheit der Mitarbeitenden.
Psychische Gesundheit der Mitarbeitenden fördern
In der Schweiz rückt die psychische Gesundheit immer stärker in den Fokus. Viele Arbeitgeber erkennen inzwischen, dass offene Gespräche über Belastungen Hemmschwellen abbauen und Vertrauen schaffen können.

Regelmässige Mitarbeiterbefragungen helfen dabei, Belastungen sichtbar zu machen, bevor sie sich verfestigen. Der Chef sollte sich stets die Zeit nehmen, in persönlichen Gesprächen die Probleme der Mitarbeiter zu erkennen.
Mitarbeiterzufriedenheit im Blick behalten
Damit die Gesundheitsförderung wirksam bleibt, muss sie regelmässig überprüft und weiterentwickelt werden. Auch mögliche Schulungsanfragen der Angestellten sollten stets geprüft und – wenn möglich – gefördert werden.
Wichtig ist dabei eine langfristige Perspektive, da gesundheitliche Effekte oft erst nach einiger Zeit sichtbar werden.

Ein strukturiertes betriebliches Gesundheitsmanagement hilft dabei, Verantwortlichkeiten klar zu regeln und Massnahmen verbindlich umzusetzen. Erst wenn diese Voraussetzungen gegeben sind und die Mitarbeitenden zufrieden sind, entstehen keine Hürden. Das Unternehmen läuft besser und die Mitarbeitenden fühlen sich wohl.
Wenn sich ein Chef nicht sicher ist, wie er seinen Angestellten helfen kann, sollte er sich Hilfe holen. Es gibt oft spezielle Firmen, die auf die Zufriedenheit zwischen Chef und Angestellten hinarbeiten und so die Produktivität steigern können.













