Arbeit: überall, jederzeit – nur Vorteile?
Von zu Hause aus zu arbeiten oder die Arbeitszeiten selbst bestimmen – das wünschen sich immer mehr Menschen.

Das Wichtigste in Kürze
- Flexwork bietet den Angestellten mehr Freiheit bei der Arbeitsorganisation.
- Es umfasst zum Beispiel das Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten.
- Diese Unabhängigkeit kann auch mehr Stress bedeuten.
Was ist Flexwork?
Flexwork – oder Flexworking – bezeichnet eine Reihe von Massnahmen, die dir mehr Autonomie bei der Gestaltung deiner Arbeit geben. Du kannst damit deinen Arbeitsort, deine Arbeitszeiten oder die Anzahl der zu leistenden Stunden flexibler gestalten. Das Ziel: Das Selbstmanagement fördern, Absenzen reduzieren und eine bessere Work-Life-Balance schaffen.
Die häufigsten Beispiele für Flexwork sind Homeoffice, Gleitzeit oder Teilzeitarbeit. Auch andere Konzepte wie Jobsharing (zwei Personen teilen sich eine Stelle mit reduziertem Pensum), die Viertagewoche oder die Vertrauensarbeitszeit gehören dazu.
Zwischen Erwartungen und Befürchtungen
Flexwork liegt bei Berufstätigen im Trend. Eine Studie von 2024 zeigt: Für 41 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer ist die Möglichkeit, remote zu arbeiten, ein wichtiges Kriterium für die Attraktivität einer Arbeitgeberin.
Und wir alle haben schon von den «digitalen Nomaden» gelesen: Menschen, die ihre Videokonferenzen von einem thailändischen Strand oder mit Blick auf das Matterhorn abhalten.
Erste grossangelegte Studien zur Viertagewoche aus Ländern wie Island oder Spanien zeigen zudem: Das Modell (100 Prozent Lohn für 80 Prozent Arbeitszeit) beeinträchtigt die Produktivität der Unternehmen nicht.
Gleichzeitig gibt es auch Bedenken – sowohl bei Arbeitgebenden als auch bei Berufstätigen. Ein Team aus der Ferne zu führen, ist eine Herausforderung. Und wie schaltest du von der Arbeit ab, wenn dein Wohnzimmer gleichzeitig dein Büro ist? Bedeutet es nicht mehr Stress, alle Aufgaben in vier Tagen zu erledigen?
Deshalb geben wir dir hier unsere Tipps für optimales Flexwork:
• Mobiles Arbeiten: Sicherheit geht vor
Wenn du im Zug oder an anderen öffentlichen Orten arbeitest, musst du die Regeln zur Vertraulichkeit beachten. Vermeide heikle Telefongespräche in der Öffentlichkeit und statte deinen Bildschirm mit einer Blickschutzfolie aus. Und vor allem: Verbinde dich niemals mit offenen WLANs ohne Passwort – sie sind das beliebteste Einfallstor für Hacker.
• Coworking Spaces für den Austausch
Pausen und der informelle Austausch mit dem Team sind wichtig für die Motivation. Wer remote arbeitet, vermisst das manchmal. Schlechte Gewohnheiten oder mangelnde Konzentration können die Folge sein. Coworking Spaces sind hier eine ideale Lösung. Sie ermöglichen es dir, mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben, auch wenn sie nicht direkt zu deinem Team gehören.

• Abschalten: Das ist wichtig
Der Vorteil eines festen Büros ist die klare Trennung von Arbeit und Privatleben. Zu Hause verschwimmen diese Grenzen leicht. Wenn du regelmässig im Homeoffice arbeitest, empfehlen wir dir deshalb: Setze dir klare Arbeitszeiten und halte dich daran. Richte dir einen festen Arbeitsplatz ein – am besten nicht im Schlafzimmer, denn dieser Raum sollte der Erholung dienen.
• Vergiss nicht, dich zu bewegen
Der Arbeitsweg ist eine Gelegenheit, in Bewegung zu bleiben. Im Homeoffice darfst du die Bewegung für Körper und Geist nicht vernachlässigen. Geh zum Beispiel in der Mittagspause spazieren oder baue morgens ein paar Yoga-Übungen ein.
• Koordination und Dialog
Wenn viele Mitarbeitende remote oder in Teilzeit arbeiten, ist die Kommunikation im Team umso wichtiger. Teambuilding-Anlässe, kurze Telefonate oder ein für alle verbindlicher Bürotag pro Woche stärken den Zusammenhalt und verbessern die Koordination.
• Viertagewoche, Vertrauensarbeitszeit…: Achtung, Falle?
Wer seine Arbeitszeit nicht erfasst, arbeitet oft am meisten. Ohne Zeiterfassung riskierst du, unzählige Überstunden anzuhäufen, ohne sie kompensieren zu können. Auch hier ist eiserne Selbstdisziplin gefragt, um ein Burnout zu vermeiden. Das bedeutet, dass du auch mal Nein zu neuen Projekten sagen musst, wenn du bereits überlastet bist. Das gilt auch für die Viertagewoche: Ist es realistisch, in weniger Zeit genauso viel zu leisten wie zuvor?
Unser Fazit: Wenn im Team Vertrauen herrscht und du dir selbst Grenzen setzen kannst, ist Flexwork eine wunderbare Chance. Du fühlst dich freier und erfüllter bei der Arbeit. Achte aber auf mögliche negative Effekte, damit das Modell nicht kontraproduktiv wird und zusätzlichen Stress erzeugt.











