Ungesund und teuer? Fünf Vegan-Mythen im Faktencheck

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    Bern,

    Wer sich vegan ernährt, bekommt nicht genug Proteine und Sojakonsum zerstört den Regenwald? Was steckt hinter zahlreichen Vegan-Mythen? Ein Faktencheck.

    Frau mit vegan Essen
    Vegan ist so beliebt wie nie. - Pexels

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am 1.November ist Weltvegantag.
    • Auch wer sich vegan ernährt, kann seinen Proteinbedarf decken.
    • Vegane Ernährung geht auch günstig und unkompliziert.
    • Alle Nährstoffe ausser Vitamin B12 sind in der pflanzlichen Ernährung enthalten.

    Am 1. November ist Weltvegantag. Immer mehr Schweizer verzichten bei ihrer Ernährung auf tierische Produkte. Doch trotzdem haben Veganer mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, die auch an der Ernährungsweise interessierte Menschen immer wieder abschrecken.

    Ernähren Sie sich vegan?

    Die grössten Mythen über Veganismus: Was stimmt wirklich?

    Veganer bekommen nicht genug Eiweiss

    Ein Klassiker unter den Vegan-Vorurteilen: Wer sich vegan ernährt, leidet unter Proteinmangel. Viele Menschen glauben, dass unser Körper Tierprodukte braucht, um den Eiweissbedarf zu decken.

    Laut Empfehlungen beträgt die optimale tägliche Menge für einen Erwachsenen 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht. Wer seine pflanzliche Ernährung ausgewogen gestaltet und genug Kalorien zu sich nimmt, sollte kein Problem haben, diesen Wert zu erreichen.

    Vegan Tofu
    Tofu ist vegan und eine beliebte Alternative zu tierischen Proteinen. - Pexels

    Besonders gute pflanzliche Eiweissquellen sind Sojaprodukte wie Tofu oder Tempeh, ausserdem Hülsenfrüchte und Nüsse. Aber auch Gemüsesorten wie Brokkoli, Spinat, Süsskartoffeln oder Rosenkohl enthalten viel Protein.

    Veganer leiden unter Mangelerscheinungen

    Kann sein – muss aber nicht. Als potenziell kritische Nährstoffe in der veganen Ernährung gelten neben Vitamin B12 auch Jod, Kalzium und Eisen. Bei einer gut geplanten veganen Ernährung sollte es aber nicht zu Mangelerscheinungen kommen.

    Jod kann der Körper etwa durch Pilze oder Algen aufnehmen, Eisen findet man in Hülsenfrüchten, Nüssen oder grünem Blattgemüse. Pflanzliche Produkte mit hohem Kalziumanteil sind unter anderem Mohn, Haselnüsse, Mandeln und Brokkoli.

    Nüsse sind vegan
    Nüsse sind vegan und ein wichtiger Bestandteil der pflanzlichen Ernährung. - Unsplash

    Vitamin B12, das von Mikroorganismen gebildet wird, ist in keinen herkömmlichen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten, bzw. in zu kleinen Mengen. Veganer müssen es über Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. Wer also gut vorbereitet ist, sollte auch keine Mangelerscheinungen bekommen.

    Übrigens sind auch Omnivoren nicht sicher vor Vitaminmangel.

    Vegane Ernährung ist kompliziert

    Wer seine Ernährung umstellt, muss sich von alten Essgewohnheiten verabschieden. Gerade der vegane Einkauf im Supermarkt kann am Anfang überwältigend sein.

    Welche Produkte enthalten tierische Bestandteile, welche Siegel sind vertrauenswürdig und wieso steckt in so vielen Lebensmitteln Milchpulver?

    Nach kurzer Zeit lernt man allerdings zahlreiche neue Produkte kennen und weiss bald, welche Grundnahrungsmittel ins vegane Repertoire gehören.

    Ganz klar: Je länger man sich vegan ernährt, desto mehr Wissen sammelt man und desto einfacher fällt es.

    Vegane Lebensmittel sind teuer

    Wer auf die Preise verschiedener Ersatzprodukte wie veganem Käse, Burger, Veggie-Hack und Co. blickt, meint sicher erstmal: Vegane Ernährung ist unglaublich teuer.

    Solche Ersatzprodukte erleichtern zwar den Einstieg in den veganen Lifestyle, sind für eine ausgewogene pflanzliche Ernährung aber nicht notwendig.

    Ganz im Gegenteil: Pflanzliche Grundnahrungsmittel wie Getreide, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse gehören meist sogar zu den günstigsten Produkten im Laden.

    Vegan Zutaten
    Vegan zu kochen, geht auch günstig. - Pexels

    Zudem kommen mit der wachsenden Popularität des Veganismus immer mehr Produkte auf den Markt, die in den kommenden Jahren noch deutlich günstiger werden könnten.

    Sojakonsum zerstört den Regenwald

    Tofu, Sojamilch und mehr: Zerstören Veganer den Regenwald? Es stimmt, dass für den Anbau von Soja massive Flächen Regenwald gerodet werden und dadurch Artenvielfalt zerstört wird, besonders in Südamerika.

    Ein grosses Problem – das allerdings nicht von Veganern verursacht wird. Denn das meiste Soja landet nicht direkt auf unserem Teller: Etwa 80 Prozent der weltweiten Sojaernte werden als Tierfutter für Kühe, Schweine oder Hühner eingesetzt. Das Soja, aus dem Tofu und Co. hergestellt werden, wird zum Grossteil in Europa angebaut.

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