Ferrari 12Cilindri Manuale: Linker Fuss, rechte Hand, zwölf Zylinder
Seit 2012 hatte kein Zwölfzylinder-Ferrari mehr ein Kupplungspedal. Jetzt kehrt es zurück, samt offener Schaltkulisse und der Möglichkeit, den Motor abzuwürgen.

Bereits im Juli hat Ferrari in Maranello den 12Cilindri Manuale enthüllt. Er ist der erste Zwölfzylinder-Ferrari mit drei Pedalen, seit der 599 GTB Fiorano 2012 auslief.
Gebaut werden genau 1'499 Exemplare, nur als Coupé. Die Zahl erinnert an den Hubraum des ersten Ferrari-V12 von 1947: 1'499 Kubikzentimeter. Verkauft wird der Manuale ausschliesslich über das Individualisierungsprogramm «Tailor Made».
Ein Pedal mit Gedächtnis
Technisch arbeitet im Hintergrund weiter das Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe. Ferrari legt ihm lediglich eine neue Bedienebene namens «Manuale By-Wire» auf.
Sensoren erfassen den Pedalweg und steuern damit die Kupplungshydraulik des Getriebes. Eine vorgespannte Feder, eine Nocke und eine Rolle bauen dabei echten Widerstand auf.

So spüren Fahrer den Schleifpunkt wie bei einer mechanischen Kupplung. Kraft und Weg haben die Ingenieure laut Berichten am 599 ausgerichtet.
Metall, das klickt
Mittelpunkt des Cockpits ist eine offene Schaltkulisse aus Stahl mit eloxiertem Aluminium. Darauf sitzt ein runder Aluminiumknauf, dessen LED-Anzeige den eingelegten Gang zeigt.
Der Hebel zentriert sich über exzentrische Rollen selbst in der Neutralstellung. Sogar das typische Klicken beim Gangwechsel hat Ferrari akustisch abgestimmt.

Schaltwippen am Lenkrad gibt es dafür nicht mehr. Wer einen Gang ohne Kupplung einlegen will, wird vom System blockiert.
9'500 Umdrehungen, sechs Gänge
Vorne arbeitet unverändert der 6.5-Liter-V12-Saugmotor. Er leistet 830 PS bei 9'250/min und dreht bis 9'500/min.
Von 0 auf 100 km/h rast der Italiener in 2.9 Sekunden, auf 200 km/h in unter 7.9. Wichtig: Im Handschaltmodus stehen nur die ersten sechs der acht Gänge bereit.

Die Spitze von über 340 km/h erreicht der Manuale deshalb nur als Automat. Auf Schweizer Strassen mit Tempo 120 spielt das ohnehin keine Rolle, hier zählt das Schalten selbst.
Ein Hauch von Daytona
Optisch erkennen Kenner den Manuale an Pinstripes auf Frontsplitter und Heckflügel. Sie zitieren den 365 GTB/4 Daytona.
Dazu kommen geschmiedete 21-Zoll-Fünfspeichenräder und lasergravierte Embleme an den Flanken. Der reguläre 12Cilindri kostet in der Schweiz mindestens 401'800.
Einen offiziellen Schweizer Preis für den Manuale nennt Ferrari nicht. Eine Kupplung, die nur noch elektrisch existiert, kann trotzdem eines: einen V12 abwürgen.
Ferrari 12Cilindri Manuale – Daten & Highlights
- Motor: 6.5-l-V12-Saugmotor, 6'496 cm³, 65° Bankwinkel
- Leistung: 611 kW (830 PS) bei 9'250/min, 678 Nm bei 7'250/min, max. 9'500/min
- Getriebe: 8-Gang-DCT mit «Manuale By-Wire», sechs Gänge manuell, keine Schaltwippen
- Fahrleistungen: 0–100 km/h 2.9 s, 0–200 km/h unter 7.9 s, Vmax über 340 km/h (nur Automatik)
- Gewicht: 1'565 kg, Verteilung 48,4:51,6 (vorne/hinten)
- Räder/Bremsen: 21 Zoll geschmiedet, Scheiben 398/360 mm
- Limitierung: 1499 Exemplare, nur Coupé
- Preis: rund 590'000 Euro (Europa), kein CHF-Preis; 12Cilindri ab CHF 401'800
- Service: 7 Jahre Wartungsprogramm inklusive











