Vier Sitze, null Gepäck: Cabrio für Puristen
Der neue Maserati GranCabrio gleicht einem Orkan an italienischem Temparament. Kann er es mit der etablierten Elite des offenen Fahrens aufnehmen?

Oben-ohne-Fahren ist in den Sommermonaten zweifellos die schönste Art zu reisen. Maserati bringt hierfür einen Kandidaten ins Spiel, der für Aufsehen sorgt:
Das italienische Meisterwerk bietet vier vollwertige Sitzplätze für erwachsene Passagiere. Der GranCabrio kombiniert dieses Raumangebot mit einer kompromisslosen, innovativen Antriebstechnik.
Motoren und pure Beschleunigung
Der GranCabrio Trofeo entfesselt aus seinem fortschrittlichen 3.0-Liter-V6-Biturbo gewaltige 550 PS. In nur 3.6 Sekunden katapultiert der Allradantrieb das schwere Cabrio auf Landstrassentempo.
Noch radikaler geht die rein elektrische Folgore-Version mit ihren drei Formel-E-Motoren zu Werke. Diese Variante generiert eine atemberaubende Spitzenleistung von 761 PS.
Hier stoppt die Uhr beim Sprint auf 100 km/h bereits nach unfassbaren 2.8 Sekunden. Der elektrische Maserati lässt damit viele Supersportwagen beim Ampelstart mühelos hinter sich.
Fahrverhalten und Benchmark-Vergleich
Im direkten Vergleich mit dem Bentley Continental GTC zeigt der Italiener seine dynamische Überlegenheit. Der britische Konkurrent wirkt aufgrund seines massiven Gewichtes beim Herausbeschleunigen deutlich träger.
Maserati spendiert dem offenen GranTurismo-Bruder ein hochmodernes, adaptives Luftfederungsfahrwerk. Dieses bügelt unangenehme Bodenwellen auf der Strasse sanft und souverän glatt.

Gleichzeitig hält die intelligente Technik das Fahrzeug auch bei sportlicher Fahrweise präzise in der Spur. Kritikwürdig bleibt jedoch das spürbar gewachsene Leergewicht der elektrischen Folgore-Variante.
Gewicht und Kurvendynamik
Die schweren Batterien im Unterboden drücken das Gesamtgewicht des Elektro-Cabrios auf stattliche 2’340 Kilogramm. Diese immense Masse spürt der Fahrer bei schnellen Richtungswechseln deutlich.
Hier bietet das etablierte Porsche 911 Turbo Cabriolet ein wesentlich agileres Kurvenverhalten. Der Stuttgarter lenkt dank seines geringeren Gewichts spürbar schärfer und direkter ein.

Dennoch kaschiert der Maserati sein Gewicht durch einen raffinierten Allradantrieb erstaunlich gut. Das sogenannte Torque Vectoring verteilt die Antriebskraft optimal und blitzschnell zwischen den einzelnen Rädern.
Luxus und Komfort im Alltag
Ein innovativer Nackenwärmer garantiert den Passagieren absoluten Komfort an kühlen Herbsttagen. Das smarte Thermoakustik-Stoffverdeck isoliert den Innenraum zudem hervorragend gegen störende Fahrgeräusche.
Das Verdeck öffnet sich bei Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h vollautomatisch. Dieser Vorgang dauert nur wenige Sekunden und unterstreicht den hohen Bedienkomfort im Alltag.
Den Innenraum dominieren mehrere hochauflösende, brillante Touch-Displays. Eine ikonische, digitale Maserati-Uhr in der Mitte des Armaturenbretts ehrt die lange Tradition der Marke.
Ladeleistung und Kofferraum
Die Bedienung des Infotainments erfolgt fast ausschliesslich über diese grossen Touchflächen. Dieser radikale Verzicht auf physische Tasten erfordert etwas Eingewöhnung und Aufmerksamkeit während der Fahrt.
Die Folgore-Version nutzt eine fortschrittliche 800-Volt-Architektur für extrem schnelle Ladevorgänge. An einer geeigneten Schnellladesäule fliessen so bis zu 270 kW Leistung in die grossen Akkus.
Das Kofferraumvolumen fällt mit maximal 172 Litern beim Trofeo allerdings sehr bescheiden aus. Wer mit vier Personen verreisen möchte, stösst bei der Gepäckplanung rasch an unüberwindbare Grenzen.







