Ferrari Testarossa: Zeitloser Sportwagen oder Finanzfalle?
Der Ferrari Testarossa steht für Luxus, Geschwindigkeit und den Charme der 80er Jahre. Doch eignet sich der italienische Sportwagen auch gut als Wertanlage?

Er ist ein Kultobjekt und Sinnbild für den Luxus und die Exzesse der 80er Jahre: Der Ferrari Testarossa wurde nicht zuletzt durch «Miami Vice» berühmt, landete auf zahlreichen Autozeitschriften-Cover und zierte als Poster die Studentenwohnheime.
Aber war dieses automobile Wunderwerk tatsächlich so gut wie sein Ruf? Wer heute einen Testarossa sucht, sollte sich bei der Anschaffung über die finanziellen Risiken bewusst sein.
Auch für Ferrari-Einsteiger geeignet
Der Testarossa wurde nach Ferraris berühmtem Rennwagen aus dem Jahr 1957 benannt und feierte seinen grossen Auftritt im Jahr 1984. Ferrari baute nur 7000 Exemplare, von denen mehr als 2000 in den USA ausgeliefert wurden.
Auch für Ferrari-Neulinge ist der Testarossa eine gute Wahl, auch weil er deutlich günstiger als manch anderes Modell ist. Als absolutes Einstiegsmodell hat der Ferrari 308 aber dennoch klar die Nase vorne.

Ein Kaufargument könnte auch der steigende Preis sein – eine rasante Wertsteigerung um viele Prozentpunkte gilt aber als sehr unwahrscheinlich. Aktuell sind gut erhaltene Exemplare in der Schweiz für Preise zwischen 150’000 und 230’000 Franken zu haben-
Worauf sollten man achten?
Generell gilt: Da mehrere tausend Stück des Testarossa produziert wurden, bleiben die Werte langfristig relativ stabil. Wer sich in den charakterstarken Italiener verliebt hat, sollte vor allem auf eine detaillierte Inspektion vor dem Kauf achten.
Wichtig sind vor allem die elektrischen Komponenten. Überprüfe also unter anderem Klimaanlage, Tachometer und Scheinwerfermotoren. Ebenfalls zu beachten ist die Laufleistung seit dem letzten Service und ob bei diesem auch eine neue Kupplung eingebaut wurde.
Hintergrund: Eine Kupplung kann bei diesem Sportler je nach Fahrweise zwischen 3'000 bis 30'000 km halten. Der Wechsel des Bauteils kann bis zu 8’000 Franken kosten.
Ein Symbol vergangener Zeiten
In den Jahren nach seiner Vorstellung veränderte sich beim Testarossa einiges. Das letzte grosse Update kam mit dem F512 M im Jahr 1995. Damals ersetzten feste Scheinwerfer die ausklappbaren des Vorgängers und das Leistungsniveau stieg auf satte 440 PS an.

Letztlich ist der Testarossa nicht ein Aushängeschild der Marke Ferrari, sondern auch einer der letzten Vertreter der legendären 12-Zylinder-Ära. Sportwagen wie diese gibt es heute selbst aus Maranello kaum noch.
Wer sich für den Testarossa entscheidet, sollte dies jedoch aus Leidenschaft tun. Als Investition macht die rote Schönheit nur bedingt Sinn.












