Ski-Star Henrik Kristoffersen stand kurz vor Wechsel zu Ösi-Verband
Seit Jahren spielt Henrik Kristoffersen mit dem Gedanken, dem norwegischen Skiverband den Rücken zu kehren. Im Sommer platzte ein Wechsel zum ÖSV aber.

Das Wichtigste in Kürze
- Henrik Kristoffersen wäre im Sommer beinahe zum österreichischen Ski-Verband gewechselt.
- Der Norweger stritt seit Jahren mit dem norwegischen Verband über seinen Helm-Sponsor.
- Jetzt wurde man sich einig – Kristoffersen darf neu mit Red-Bull-Helm fahren.
Viel hat nicht gefehlt, und Henrik Kristoffersen wäre in diesem Winter im rot-weiss-roten Rennanzug der ÖSV-Ski-Stars aus dem Starthaus gegangen: Der Norweger spielte im Sommer ernsthaft mit dem Gedanken an einen Nationenwechsel.
Grund ist ein langjähriger Streit mit dem norwegischen Verband – vor allem über persönliche Sponsoren. Anders als viele andere Länder erlaubte Norwegen seinen Athleten etwa keine individuellen Helm-Sponsoren. Das kostete Henrik Kristoffersen viele Jahre lang Sponsoren-Einnahmen, etwa von Red Bull.

Neu sind die Überlegungen nicht, aber in der Sommerpause wurde das Thema beim 32-jährigen Edel-Techniker konkret: Der seit zehn Jahren in Salzburg beheimatete Kristoffersen leitete sogar erste Schritte für eine österreichische Staatsbürgerschaft ein.
Keine Doppel-Staatsbürgerschaft erlaubt
Doch die strengen österreichischen Pass-Gesetze machten dem Wechsel einen Strich durch die Rechnung: Norwegen erlaubt zwar eine Doppel-Staatsbürgerschaft – Österreich aber nicht. Für einen rot-weiss-roten Pass hätte Kristoffersen also die norwegische Staatsangehörigkeit ablegen müssen.

«Ich habe versucht herauszufinden, ob es möglich wäre, beides zu vereinbaren», erklärt der Norweger im «Dagbladet»-Podcast «Intervjuet». «Es hat Spekulationen darüber gegeben, aber letzten Endes ist es nicht passiert», so Kristoffersen.
Henrik Kristoffersen einigt sich mit Verband
Mit seinen Anwälten habe er die Rechtslage in Österreich genau geprüft – am Ende war aber nichts zu machen. Dafür gab es für die neue Saison eine Einigung mit dem norwegischen Verband über das leidige Sponsoren-Thema: In diesem Winter darf Kristoffersen mit Red-Bull-Helm fahren.

Damit ist auch der Nationenwechsel vom Tisch – vermutlich endgültig. «Es ist nicht so, dass ich nicht gerne für Norwegen antreten würde», stellt der 32-Jährige klar. «Es hat nichts mit der Nation, mit dem Land zu tun. Es hängt eher mit dem norwegischen Skiverband zusammen.»
















