Hat der Ski-Zirkus bald eine «Champions League»?
Welche Änderungen bringt die Zukunft des Skisports mit sich? Die Rede ist unter anderem von einer «Champions League».

Das Wichtigste in Kürze
- Laut FIS-Präsident Alexander Ospelt ist eine «Champions League» im Ski-Zirkus «ein Thema».
- Der Liechtensteiner will neue Formate einführen.
- Zur Diskussion steht unter anderem eine WM in jedem nicht-olympischen Winter.
Seit Sommer amtet Alexander Ospelt als Präsident der FIS. Der Liechtensteiner will den Ski-Winter mit neuen Formaten bereichern. Doch wie würden diese aussehen?
Einblicke gibt der Anwalt im «Podcast am Pistenrand» von SRF. Ospelt wird dort gefragt, ob es auch im Skisport eine «Champions League» geben soll.
«Das ist tatsächlich ein Thema», sagt der FIS-Präsident, der das Tennis als Vergleich nimmt. Das System müsse «durchlässiger» werden, «damit jüngere Athleten schneller an die Spitze des Weltcups kommen. Nicht, dass sie mit der Startnummer 70 versuchen müssen, den zweiten Lauf zu erreichen.»

Ospelt weiter: «Wir müssen kürzere Formate entwickeln – sodass man dann vielleicht von drei Serien spricht.» Die FIS habe in diesem Prozess «eine Partnerin, die uns begleitet». Kommendes Jahr könne er mehr sagen, so der Liechtensteiner Anwalt.
Grossanlass in jedem Winter?
Für Diskussionen sorgt auch die Frage, ob eine Weltmeisterschaft in jedem nicht-olympischen Jahr stattfinden soll. Aktuell findet die WM alle zwei Jahre statt – doch das will Ospelt ändern. Gerade im Hinblick auf den langfristigen Weltcup-Kalender liesse sich so besser Sponsoren finden.
«Wenn man zwei Wochenenden im Februar nur alle vier Jahre vergeben kann, kann dort niemand planen. Es kann nichts Gescheites geben. Also muss ich dort regelmässig eine Veranstaltung haben, damit ich einen schlüssigen Weltcup-Kalender habe.»

Er stelle sich an besagten Februar-Wochenenden «eine coole Veranstaltung vor», so Ospelt. «Da könnten wir auch international gehen und mehr kleinere Staaten dazuholen» – etwa mit einem Teamevent. Der langfristige Weltcup-Kalender solle so «keinen Schaden nehmen».
FIS-Präsident sieht «ungerechten» Wettbewerb
Kritik äussert der FIS-Präsident an den aktuellen Formaten wegen deren «Ungerechtigkeit». Es sei «fast unverantwortlich», einen Fahrer mit der Startnummer 75 in eine Abfahrt starten zu lassen. Der Schnee sei weich und «ganz andere Bedingungen» würden herrschen. «Es ist in so vielen Bereichen einfach ungerecht.»
Änderungen erhofft sich Ospelt auf die Saison 2028/29 hin. Für kommendes Jahr könne man «keine Wunder erwarten». Der Weltcup-Kalender auf die Saison 2027/28 werde daher «von den Formaten her nicht anders sein».
















