Signa-Gründer René Benko schuldig gesprochen
Signa-Gründer René Benko wird schuldig gesprochen.

René Benko, Gründer des zusammengebrochenen Immobilienkonzerns Signa, ist schuldig gesprochen worden.
Das Gericht verurteilte den 49-jährigen Tiroler wegen schweren Betrugs. Die Zusatzstrafe beträgt zwei Jahre.
Der zentrale Vorwurf lautet: Benko soll gegenüber der Familienstiftung von Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner eine falsche Garantie abgegeben haben.
Das geschah laut Anklage kurz vor der Insolvenz der Signa Holding im November 2023. Dadurch soll ein Schaden von rund fünf Millionen Euro entstanden sein.
Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wirft Benko vor, Vertreter der Privatstiftung zur Überweisung von 3,3 Millionen Euro bewegt zu haben.
Weitere 1,7 Millionen Euro soll die Stiftung auf Rückforderung verzichtet haben. Das Geld floss in Richtung der damals angeschlagenen Signa-Tochter SportScheck.
Benko bestreitet alle Vorwürfe
Bei der Verhandlung lieferten sich Benko und Haselsteiner einen offenen Schlagabtausch. Benko plädierte auf «nicht schuldig». Wenn Haselsteiner behaupte, getäuscht worden zu sein, «dann lügt er», sagte Benko vor Gericht.
Benko erklärte, er habe lediglich eine Botschaft des Sanierungsbeauftragten Arndt Geiwitz übermittelt. Dieser habe Haselsteiner aufgefordert, den Kaufpreis für Signa-Development-Aktien aus dem Jahr 2022 zu begleichen.
Zu den Vorwürfen rund um ein verstecktes Jagdgewehr äusserte Benko: «In der Hitze des Gefechtes hat er mir dann die Garantie aufs Auge gedrückt.»
Haselsteiner schilderte den Sachverhalt anders. «Einen Aktienkauf mit frischem Geld hätte ich niemals gemacht», sagte er als Zeuge. E
r habe auf Benkos Versprechen vertraut, das Geld zurückzuerhalten. «Diese fünf Millionen bekomme ich von dir zurück», beschrieb Haselsteiner die Abmachung. Und weiter: «Stein und Bein hat er geschworen.»
Staatsanwaltschaft sieht klares Muster
Die Staatsanwältin bezeichnete Benko im Schlussplädoyer als jemanden mit einem «Hang zur Täuschung und Verschleierung». Verteidiger Norbert Wess widersprach vehement.
Er sprach von einer «Täter-Opfer-Umkehr» und stellte Haselsteiners Darstellung infrage. «Haselsteiners Verständnis ist aus der Zeit gefallen», so Wess.
In abgehörten Telefonaten ist Benko mit den Worten zu hören: «Alles echt Scheisse.» Er berichtete dabei von Hausdurchsuchungen. Haselsteiner bestand in denselben Gesprächen auf der Rückzahlung der fünf Millionen Euro.
Richter Norbert Hofer stellte am Ende der Beweisaufnahme die entscheidende Frage: Hat die Haselsteiner-Stiftung tatsächlich einen Schaden erlitten? Das Gericht bejahte dies – und sprach Benko schuldig.










