US Open

    US Open: Erster Ami-Sieg seit 2003 – Wenn nicht jetzt, wann dann?

    Nicola Wittwer
    Nicola Wittwer

    USA,

    Einer der Finalisten der diesjährigen US Open wird US-Amerikaner sein. Die Chancen auf den langersehnten Titel am Heim-Grand-Slam stehen so gut wie lange nicht.

    US Open
    Amerikanischer Jubel in New York: Ben Shelton (l) oder Frances Tiafoe wird an den US Open im Final stehen. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mit Ben Shelton oder Frances Tiafoe steht sicher ein Amerikaner im US-Open-Final.
    • Der auf dem Papier bestmögliche Endspielgegner heisst Alexander Zverev.
    • Vor allem für Shelton scheint der Deutsche besiegbar. Feiern die USA den ersten Heimsieg seit 23 Jahren?

    Titelverteidiger Carlos Alcaraz ist draussen! Die spanische Weltnummer 3 verliert den epischen Viertelfinal an den US Open gegen den überragenden Ben Shelton (ATP 9). Damit ist klar, dass das Grand-Slam-Turnier in New York einen neuen Sieger haben wird.

    US Open
    Ben Shelton zeigt im Viertelfinal der US Open seine ganze Klasse. - keystone

    Ebenfalls Tatsache ist, dass die USA einen der beiden Finalisten stellen. Im Halbfinal trifft Shelton auf Landsmann Frances Tiafoe (ATP 12), der seinen eigenen Marathon-Viertelfinal ebenfalls in extremis gewinnt.

    Schaut man sich den bisherigen Turnierverlauf an, scheint der amerikanische US-Open-Sieg so wahrscheinlich wie seit wohl 23 Jahren nicht mehr.

    Dieser Shelton kann auch Zverev besiegen

    Zieht Favorit Alexander Zverev (ATP 2) in der anderen Tableau-Hälfte in den Final, bliebe Shelton oder Tiafoe zwar die Aussenseiterrolle. Trotzdem dürften die Chancen – auf dem Papier – besser sein, als wenn der Finalgegner Alcaraz oder Jannik Sinner heisse.

    Letztmals stand mit Taylor Fritz vor zwei Jahren ein US-Amerikaner im Final der US Open. Fritz blieb gegen Weltnummer 1 Sinner chancenlos, beendete aber immerhin eine 18-jährige Final-Durststrecke der Amerikaner.

    Vor Fritz hatte letztmals 2006 ein Landsmann im Final gestanden. Doch auch damals waren die Aussichten nicht wirklich gut.

    Andy Roddick zog, wie ein Jahr zuvor auch schon Andre Agassi, gegen den klar favorisierten Roger Federer den Kürzeren. Der letzte US-Triumph eines Mannes am Heim-Grand-Slam liegt deshalb schon ganze 23 Jahre zurück. 2003 kürte sich Roddick zum Champion von New York.

    Nun steht zum seither erst vierten Mal wieder ein Amerikaner im Final. Und dessen Chancen sind aufgrund des bisher Gezeigten aussichtsreicher als jene von Fritz, Roddick oder Agassi.

    Das gilt besonders für Ben Shelton, der gegen Alcaraz überwiegend fantastisches Tennis spielt und auf Grand-Slam-Stufe neue Sphären erreicht. Erstmals bezwingt der US-Showman einen Top-3-Spieler.

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    Frances Tiafoe steht an den US Open schon zum dritten Mal im Halbfinal. Die Favoritenrolle im US-Duell gehört aber Ben Shelton. - keystone

    Hält der 23-Jährige sein Niveau aufrecht, hat Landsmann Tiafoe im Halbfinal wohl das Nachsehen. Im allfälligen Final dürfte dieses Niveau auch reichen – selbst dann, wenn der Gegner Alexander Zverev heisst.

    Für den Deutschen spricht seinerseits, dass er sich an den US Open von Spiel zu Spiel verbessert. Seit den French Open weiss die Nummer 1 der Setzliste zudem, wie man ein Grand-Slam-Turnier gewinnt. Sowohl für Shelton als auch Tiafoe wäre allein der Finaleinzug schon Neuland.

    Kommt es zum Sensations-Final?

    Die US Open bleiben ohne Alcaraz, Sinner oder Novak Djokovic im Halbfinal also offen und hochspannend. Zverevs sehr guten Finalchancen zum Trotz: Der Deutsche muss zuerst noch zweimal gewinnen, ehe er um den Titel spielen kann.

    US Open Alexander Zverev
    Alexander Zverev hat gute Chancen, erstmals die US Open zu gewinnen. - keystone

    Sollte es ihn dabei überraschend erwischen, hätten die US Open wahrlich einen Sensationsfinal. Erst recht, wenn dazu Tiafoe das US-Duell mit Shelton gewinnt.

    Zunächst kriegt es Zverev in der Nacht auf Donnerstag mit dem Niederländer Botic van de Zandschulp (ATP 70) zu tun. Im Halbfinale am Freitag würde der Belgier Alexander Blockx (ATP 34) oder der Russe Karen Chatschanow (ATP 50) warten.

    Und im Final schliesslich ein Amerikaner, der das ganze Stadion hinter sich hat.

    Gewinnt ein Amerikaner die US Open?

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    Kommentare

    User #5934 (nicht angemeldet)

    Ich gönne den Sieg jedem, wobei mir Shelton am besten gefällt weil er das spektakulärste Spiel hat. Warum ein Spieler den Ball gefühlt 40 Sekunden lang prellen darf, wie in einer Runde zuvor regelmässig geschehen, ohne eine Verwarnung zu bekommen ist jedoch nicht verständlich. Ich schalte sicher nicht ein um von 3 Stunden Spielzeit gefühlt 90 Minuten Herrn Zverev beim Ball tippen zuzuschauen.

    User #4796 (nicht angemeldet)

    Hoffe, Zverev gewinnt, wenn er in Finale kommt, im Tennis gibt es immer wieder Überraschungen. Habe Ben Shelton noch nie spielen sehen, aber von den Kommentaren her, muss er super gut sein. Wenn wirklich Zverev und Shelton ins Finale kommen wird es spannend.

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