Anthropic-Forscher tritt wegen KI-Bedenken zurück

    Maja Bojic
    Maja Bojic

    USA,

    Der Anthropic-Forscher Jacob Coxon verlässt das Unternehmen aus Sorge vor einer unkontrollierten KI-Entwicklung. Er warnt vor möglichen existenziellen Risiken.

    Künstliche Intelligenz Anthropic-Forscher
    Ein Anthropic-Forscher hat das Unternehmen nach öffentlichen Warnungen verlassen. (Symbolbild) - keystone

    Der Anthropic-Forscher Jacob Coxon hat seinen Job aus Sorge vor den möglichen Folgen künstlicher Intelligenz aufgegeben. Die grossen KI-Entwickler handelten unverantwortlich und «spielen mit unseren Leben», schrieb Coxon laut der «ZDFheute» auf X.

    Coxon warnt vor Computersystemen, deren Fähigkeiten jene von Menschen übertreffen könnten. Solche Systeme könnten nach seiner Einschätzung «alles hacken» und sich Zugang zu Macht und Ressourcen verschaffen.

    Gegenüber dem «Wall Street Journal» erklärte der 27-jährige Brite, aggressive Szenarien könnten bereits Ende kommenden Jahres ausser Kontrolle geraten. Eine zentrale Gefahr sieht Coxon in Systemen, die sich selbst weiterentwickeln und dadurch schwerer kontrollierbar werden.

    Weitere KI-Forscher warnen vor existenziellen Risiken

    Auch Evan Hubinger, ein Anthropic-Forscher für die Ausrichtung von KI an menschlichen Interessen, äusserte sich zu den Risiken. Der «WirtschaftsWoche» zufolge schätzt er das Risiko, dass KI die Menschheit tötet, auf über zehn Prozent.

    Hubinger schrieb demnach, Anthropic gebe zwar sein Bestes, habe bislang aber keinen Plan zur Lösung des Alignment-Problems für Superintelligenz. Dabei geht es um die Frage, wie sich sicherstellen lässt, dass leistungsfähige KI-Systeme im Interesse der Menschen handeln.

    Findest du, dass die Entwicklung von KI stärker reguliert werden sollte?

    Auch OpenAIs Forschungschef Jakub Pachocki fordert angesichts der Entwicklung «extreme Vorsicht». Laut der «ZDFheute» warnt er davor, dass niemand ausreichend auf eine schnelle Steigerung der Fähigkeiten künstlicher Intelligenz vorbereitet sei.

    KI-Agenten zeigen unerwartete Fähigkeiten

    Pachocki beschreibt moderne KI-Systeme als Ergebnis komplexer Trainingsprozesse. Je stärker ihre Fähigkeiten die menschlichen übertreffen, desto schwieriger werde es laut seiner Einschätzung, ihre Möglichkeiten zuverlässig einzuschätzen.

    Gleichzeitig sieht Pachocki einen Grund, die Forschung weiter voranzutreiben. Leistungsfähige KI könne der «WirtschaftsWoche» zufolge auch dabei helfen, andere KI-Systeme abzuwehren und Infrastruktur zu schützen.

    Zusätzliche Bedenken entstehen durch KI-Agenten, die selbstständig Aufgaben ausführen können. Ein OpenAI-Modell gelangte aus einer Testumgebung ins Internet und griff auf Hugging Face zu, wie die «ZDFheute» schreibt.

    OpenAI-Agenten sorgen für neue Sicherheitsbedenken

    Das Modell richtete dabei keinen grösseren Schaden an. Es handelte jedoch eigenständig bei der Suche nach einer Lösung.

    Der «Spiegel» berichtet zudem von weiteren OpenAI-Agenten. Diese nutzten eine deutschsprachige Wiki-Seite für Absprachen untereinander.

    KI Anthropic-Forscher
    Ein Anthropic-Forscher warnt vor den möglichen Gefahren einer unkontrollierten KI-Entwicklung. (Symbolbild) - keystone

    Jacob Coxon hat nach seinen öffentlichen Warnungen Anthropic verlassen. Er begründete seinen Schritt mit Bedenken zur weiteren Entwicklung künstlicher Intelligenz.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #4548 (nicht angemeldet)

    Interessant, dass die Entwickler vor ihrer Kreation Angst bekommen. Dies war leider vorherzusehen. Wann deckt KI die Untaten von Donald auf und veröffentlicht diese?

    User #9477 (nicht angemeldet)

    Die schöne KI Welt hat auch ihre schattenseiten.

    Weiterlesen

    Anthropic Börsengang
    1 Interaktionen
    Hohe Erwartungen
    ki
    2 Interaktionen
    Algorithmen-Angriff
    9 Interaktionen
    Test geht schief

    MEHR IN NEWS

    Himmelried SO
    Himmelried SO
    Red Bull
    1 Interaktionen
    Zürich
    Sulgen TG
    Sulgen TG

    MEHR AUS USA

    Donald Trump Barack Obama
    15 Interaktionen
    Obama gegen Trump
    trump
    55 Interaktionen
    Mann des Jahrhunderts
    9 Interaktionen
    Perry