French Open

French Open: Sinner und Djokovic out – das sind jetzt die Favoriten

Ronny Reisch
Ronny Reisch

Frankreich,

Die French Open 2026 haben früh zwei Sensationen: Jannik Sinner und Novak Djokovic verlieren in fünf Sätzen. Wer kann davon jetzt profitieren?

Jannik Sinner French Open
Jannik Sinner war in Paris als absoluter Top-Favorit angetreten, musste sich aber schon verabschieden. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Schon früh wurde an den French Open alles durcheinandergewirbelt.
  • Der Vorjahressieger fehlt verletzt und zwei der Favoriten sind früh gescheitert.
  • Dadurch bringen sich neue Spieler in Position, um ihren ersten Major zu gewinnen.

Bei den French Open 2026 wird alles auf den Kopf gestellt: Der haushohe Favorit Jannik Sinner fliegt in der zweiten Runde überraschend raus. Dann verliert auch Rekord-Grand-Slam-Sieger Novak Djokovic schon früh – wie Sinner nach 2:0-Satzvorsprung.

Novak Djokovic
Weltnummer 4 Novak Djokovic muss in der dritten Runde überraschend die Segel streichen. - Keystone

Und Titelverteidiger Carlos Alcaraz verpasst das Turnier verletzt. Schon jetzt ist klar: Es wird einen neuen Grand-Slam-Sieger geben. Wer hat nun die besten Karten auf den ersten Major-Titel? Hier kommen die neuen Favoriten:

Alexander Zverev

Ist jetzt endlich die Zeit für den ersten Grand-Slam-Triumph von Alexander Zverev (29) gekommen? Der Deutsche ist jetzt der klare Favorit auf den Titel an den French Open. Nicht nur, weil er die Weltnummer 3 ist.

Alexander Zverev
Ist es diesmal Alexander Zverev (ATP 3) der zuletzt lacht? Die Chancen auf seinen ersten Grand-Slam-Sieg standen lange nicht mehr so gut. - Keystone

Zverev hat 24 ATP-Titel gewonnen, sechs davon an Masters-1000-Turnieren. An den ATP-Finals hat er zweimal triumphiert und seit 2021 ist er Olympiasieger. Der grosse Makel in der Karriere des 29-Jährigen: Er ist kein Grand-Slam-Champion.

Vieles deutet darauf hin, dass sich das jetzt ändert. Oder ist einmal mehr der Kopf im Weg? Zverev scheiterte schon mehrfach mit dem Ziel vor Augen. Drei Major-Finals hat er verloren – zweimal gab er dabei eine Führung noch aus der Hand.

Casper Ruud

Neben Zverev ist Casper Ruud (27) der einzige Spieler im Feld, der bereits im Final der French Open stand. 2022 (gegen Nadal) und 2023 (gegen Alcaraz) endete seine Titel-Mission in Paris erst im Final.

Casper Ruud
Casper Ruud (ATP 16) hat gute Erinnerungen an die French Open. 2026 stand er schon zweimal nahe am Out – kämpfte sich aber zurück. - Keystone

In der Weltrangliste ist die ehemalige Nummer 2 auf den 16. Platz abgerutscht. Aber Ruud ist ein ausgewiesener Sandspezialist. Und beim Masters in Rom zeigte er kurz vor den French Open, dass die Form stimmt: Erst im Final wurde er von Sinner gestoppt.

Allerdings: Ruud hat in Paris jetzt schon zwei Fünfsatz-Spiele hinter sich. Das könnte spätestens im Halbfinale gegen Zverev (der bisher ohne Satzverlust ist) zum Problem werden.

João Fonseca

Denn: Im Viertelfinal wartet auf Ruud ebenfalls ein äusserst harter Gegner. João Fonseca (19) hat sich mit einem sensationellen Sieg gegen Novak Djokovic in den Achtelfinal gespielt. Zum zweiten Mal in Folge dreht er dabei einen 0:2-Satzrückstand.

João Fonseca
João Fonseca (ATP 30) kann es selbst kaum glauben: Mit einer sensationellen Leistung schaltet er in der dritten Runde Novak Djokovic aus. - Keystone

Die Mentalität stimmt beim Teenager also zweifellos. Ein weiterer Vorteil ist das Publikum: Bei seinen Spielen sind immer zahlreiche Brasilianer dabei, die ihn lautstark unterstützen. Der Swiss-Indoors-Sieger hat riesiges Potenzial – schöpft er das aus, kann es weit gehen.

Rafael Jodar

Den Titel als aktuell grösster Shootingstar im Tennis hat aber nicht Fonseca, sondern Rafael Jodar (19). Der Spanier ist noch gar nicht lange auf der ATP-Tour dabei, hat aber schon deutlich seine Spuren hinterlassen.

Rafael Jodar
Bei Rafael Jodar (ATP 29) geht der Blick nach oben. Er ist auf der ATP-Bühne aufgetaucht und hat sofort überzeugt. - Keystone

Im April holte er in Marokko direkt den ersten ATP-Titel. Es folgten starke Auftritte in Barcelona (Halbfinal), Madrid und Rom (jeweils Viertelfinal). Bei seiner French-Open-Premiere konnte der unbeschwerte Jodar bisher an die starke Form anknüpfen.

Félix Auger-Aliassime

Neben Zverev ist aus den Top-10 nur noch Félix Auger-Aliassime (25) mit dabei. Und die Weltnummer 6 hat Glück, in der nominell schwächeren Tableau-Hälfte zu sein: Allen oben genannten Spielern ginge es bis zum Final aus dem Weg.

Félix Auger-Aliassime
Félix Auger-Aliassime (ATP 6) bietet sich an den French Open eine womöglich historische Chance. - Keystone

Aber: Auger-Aliassime ist alles andere als ein Sandspezialist. In Roland-Garros kam er noch nie über den Achtelfinal hinaus. Keinen einzigen seiner neun Karrieretitel konnte er auf Sand gewinnen.

Matteo Berrettini

Mit Matteo Berrettini (30) befindet sich noch ein Spieler im Tableau, der schon einmal in einem Grand-Slam-Final stand. Der Italiener stand vor fünf Jahren im Wimbledon-Endspiel, wo er Djokovic unterlag.

Matteo Berrettini
Matteo Berrettini (ATP 105) hat pünktlich für die French Open seine Topform wiedergefunden. - Keystone

Die French Open sind das einzige Major-Turnier, wo die ehemalige Nummer 6 der Welt nie im Halbfinal stand. Dabei liegt ihm der Belag: Sechs seiner zehn ATP-Turniersiege holte der Italiener auf Sand.

Learner Tien

Erst in der letzten Woche hat Learner Tien (20) sein erstes ATP-Sandturnier gewonnen. Der Amerikaner ist neuer Genf-Champion – nach Siegen gegen Top-10-Spieler Alexander Bublik und Ex-French-Open-Finalist Stefanos Tsitsipas.

Learner Tien
Learner Tien (ATP 18) hat sich direkt vor Roland-Garros mit dem Turniersieg in Genf das nötige Selbstvertrauen geholt. - Keystone

An den Australian Open deklassierte er im Januar Weltnummer 8 Daniil Medvedev mit 6:4, 6:0, 6:3. Der Formstand spricht für den jungen Tien. Allerdings hat er in den ersten beiden Runden an den French Open bereits drei Sätze abgegeben.

Wer gewinnt die French Open 2026?

Damit ist die Liste der Titel-Kandidaten aber noch längst nicht abgeschlossen. Mit Andrey Rublev und Flavio Cobolli sind noch zwei weitere Top-20-Spieler im Turnier verbleibend. Dazu der zweifache US-Open-Halbfinalist Frances Tiafoe.

Das Turnier ist offener denn je: Diverse Spieler können sich also Hoffnungen machen, an den French Open 2026 ihren ersten Grand-Slam-Titel zu gewinnen.

Kommentare

User #6192 (nicht angemeldet)

Djubre Djokovic hat leider langsam ausgedient.

User #3673 (nicht angemeldet)

ich hoffe einfach wir sehen noch viele weitere Fünfsätzer

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