Schlank, elegant und vor allem wieder silberfarben. Mercedes-AMG Petronas Motorsport ist mit neuem Boliden und seinem Star zurück auf Titeljagd.
Mercedes-AMG Petronas Motorsport
Mercedes-AMG Petronas Motorsport ist im «Attackemodus». - Mercedes-AMG Petronas Motorsport

Das Wichtigste in Kürze

  • Mercedes hat den neuen Boliden präsentiert.
  • In Silber will sich Lewis Hamilton den Rekord-Titel holen.
  • George Russell ist zum Team hinzugestossen.

Entschlossener denn je und nun auch wieder im klassischen Silberpfeil: Lewis Hamilton ist bereit für die packende Revanche im WM-Titelkampf der Formel 1. Von der psychischen Last des Drama-Finales der vergangenen Saison will er sich nicht bremsen lassen.

Besonders nicht auf dem neuerlichen Weg zum 8. WM-Triumph. «Was dich nicht umbringt, macht dich nur stärker», betonte der 37 Jahre alte Brite: «Ich bin darauf fokussiert, der Beste zu sein, der ich sein kann.»

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Formel-1-Star Lewis Hamilton fährt für Mercedes-AMG Petronas Motorsport, er hat neuen Mut gefasst. - Mercedes-AMG Petronas Motorsport

Bei seinem wochenlangen Komplettrückzug aus der Öffentlichkeit drückte Hamilton den Resetknopf. Er genoss die Zeit mit der gesamten Familie. Längst ist Hamilton aber schon wieder, wie das Team von Mercedes-AMG Petronas Motorsport, im Trainingsmodus. Frühmorgendliche Läufe durch die Strassen von London gehören zum Programm.

Mercedes-AMG Petronas Motorsport stellt Mercedes W13 vor – in Silber

Am Freitag stellte er zusammen mit seinem neuen Teamkollegen George Russell den Mercedes W13 vor. Mit dem Wagen will Hamilton in der Titelsammlung auch noch Michael Schumacher hinter sich lassen. Und den neuen Champion Verstappen direkt wieder entthronen.

Dem 24 Jahre alten Niederländer trägt Hamilton aber nichts nach. «Max hat alles getan, was man als Fahrer tut, wenn einem die Möglichkeit gegeben wird», sagte Hamilton.

Verstappen Hamilton Formel 1
Max Verstappen (Red Bull Racing) im Zweikampf mit Lewis Hamilton (Mercedes) beim Abu-Dhabi-GP der Formel 1. - dpa

Angeschaut hat sich der Brite das Rennen am 12. Dezember vergangenen Jahres, aber bis heute nicht. Verstappen hatte Hamilton auf dem Yas Marina Cicuit von Abu Dhabi in der letzten Runde überholen können. Dies wurde durch die Entscheidungen des Rennleiters Michael Masi ermöglicht, der ist mittlerweile abgesetzt.

Zu lange ging es ihm auch so im Kopf herum. An einen Rücktritt habe er aber ehrlich nie gedacht, versicherte Hamilton. «Ich habe nie gesagt, dass ich aufhören würde. Ich liebe, was ich tue.»

Lewis Hamilton: «Habe Glaube an den Sport verloren»

Gleichwohl denke man am Ende einer Saison immer darüber nach: Ob man die Zeit weiter opfern und den Aufwand betreiben wolle, um Weltmeister zu sein. «Das ist ein normaler mentaler Prozess bei mir.» Der diesmal allerdings von einem «signifikanten» Faktor beeinflusst wurde.

Den Glauben an den Sport, den er liebe, habe er damals ein bisschen verloren. «Momente wie dieser können Karrieren definieren, ich lasse das aber nicht zu», sagte Hamilton, der aufgeräumt und entspannt wirkte.

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Das Team hinter dem neuen Mercedes-Bolliden. - Mercedes-AMG Petronas Motorsport

Die jetzigen Massnahmen des Internationalen Automobilverbandes könnten nur ein erster Schritt sein, meinte er. Am Donnerstag hatte die Fia die Rennleitung neu besetzt und unter anderem einen Videoreferee angekündigt hatte.

Stellt er einen neuen F-1-Rekord auf?

Hamilton will die Emotionen in Kraft umwandeln. Die Power, die er brauchen wird, um sich in der Rekordsaison mit 23 Rennen am Ende wieder zu behaupten. Und er will den Titeln von 2008, 2014, 2015, 2017, 2018, 2019 und 2020 den nächsten, den achten, hinzufügen.

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In Silber will Hamilton den Rekord aufstellen. - Mercedes-AMG Petronas Motorsport

«Unsere Batterien sind aufgeladen, weil wir eine Rechnung offen haben». Das betonte Teamchef von Mercedes-AMG Petronas Motorsport Toto Wolff. Er ergänzte mit Blick auf Hamilton: «Es ist der Attacke-Modus.»

Zwei Jahren fuhren sie im schwarzen Boliden, als Zeichen gegen Rassismus. Nun werden Hamilton und Russell im klassischen Silber über die Strecken rasen. Ansonsten ist am W13 praktisch alles komplett neu durch die umfassenden Regeländerungen vor allem im aerodynamischen Bereich. Nur das Lenkrad wurde laut Team vom Vorgängermodell übernommen.

Russell, Hamilton und Wolff starten bei Null

Ob es ein Siegauto für Mercedes-AMG Petronas Motorsport ist – bleibt offen. Auffallend sind die eher schmalen Seitenkästen. Ein anderes Konzept auf jeden Fall als beim neuen Ferrari F1-75, den die Scuderia am Donnerstag präsentiert hatte.

«Wir starten wieder bei Null», sagte Wolff: «Erfolge aus der Vergangenheit garantieren gar nichts.»

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Russell (rechts) ist neu zum Team hinzugestossen, Hamilton fährt schon lange für Mercedes-AMG Petronas Motorsport. - Mercedes-AMG Petronas Motorsport

Erste Erkenntnisse dürften die Daten der dreitägigen Testfahrten in der kommenden Woche in Barcelona liefern, vom 10. bis 12. März wird dann in Bahrain geübt, am 20. März wird es dort ernst mit dem Rennauftakt.

Mit Russell dürfte Mercedes-AMG Petronas Motorsport an Schlagkraft gewinnen im Kampf mit Red Bull. Aber womöglich auch im Wettstreit mit Ferrari, mit McLaren und möglichen weiteren Überraschungsteams. Er löst Valtteri Bottas ab, der seit 2017 für Mercedes-AMG Petronas Motorsport gefahren war, nun aber im Alfa Romeo sitzt.

«Während meiner Kartzeit war Lewis wie ein Superheld für mich», erzählte Ex-Williams-Fahrer Russell. Ende 2020 hatte der mittlerweile 24-Jährige den damals mit Corona infizierten Hamilton mal vertreten. Nur durch Pech und Pannen hatte er gleich einen Sieg im Mercedes verpasst.

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