Formel 1: Red Bull hat besten Motor – Konkurrenz darf nachrüsten!
Nach dem Kanada-GP hat die FIA die Verbrennungsmotoren in der Formel 1 überprüft – und dabei festgestellt: Red Bull liegt vorne, die anderen dürfen nachziehen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Formel 1 setzt 2026 erstmals auf ein sogenanntes «ADUO»-System.
- Das soll Unterschiede zwischen den einzelnen Motoren-Herstellern ausgleichen.
- Red Bull liegt bei der ersten Messung vorne – die Konkurrenz darf nachrüsten.
Zusammen mit neuen Auto-Dimensionen und einem massiv überarbeiteten Antriebsstrang gelten in der Formel 1 auch neue Regeln: 2026 greift in der Motorsport-Königsklasse erstmals das «ADUO»-System. Dahinter steckt die Phrase «Additional Development and Upgrade Opportunities», zu Deutsch: «Zusätzliche Entwicklungs- und Verbesserungsmöglichkeiten».
Das «ADUO»-System betrifft ausschliesslich den Verbrennungsmotor der einzelnen Hersteller und basiert auf einer Prozent-Skala. Liegt ein Hersteller mehr als zwei Prozent hinter dem besten Verbrennungsmotor, darf er 2026 und 2027 jeweils ein Homologations-Upgrade anmelden. Liegt man mehr als vier Prozent zurück, sind es zwei.

Diese ADUO-Upgrades können weitreichend sein: Vom Motorblock über Turbolader und Auspuff-Anlage bis hin zur Motor-Steuerungseinheit ist alles möglich. Dafür erhalten die Hersteller sogar zusätzliche Freiheiten bei der Kosten-Deckelung. Allerdings können die Upgrades nicht «aufgespart» werden – wer 2026 keines bringt, darf 2027 nicht zwei bringen.
Was «ADUO» berücksichtigt – und was nicht
Die Messungen für das neue «ADUO»-System betreffen ausschliesslich den Verbrennungsmotor. Dessen Leistung wird von der FIA in standardisierten Tests ermittelt und mit denen der Konkurrenz verglichen.
Nicht berücksichtigt wird allerdings der elektrische Teil des Antriebsstrangs, der unter den neuen Regeln für 2026 die Hälfte der Leistung ausmacht. Nur, weil ein Team also einen guten Verbrennungsmotor hat, muss der Antriebsstrang noch lange nicht der beste sein.
Erste Messung nach dem Kanada-GP
Für die ADUO-Messungen gibt es drei Zeiträume – ursprünglich waren diese nach jeweils sechs Grands Prix geplant. Weil aber die Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien ausgefallen sind, musste die Formel 1 umplanen. Nach dem Kanada-GP fand die erste Messung statt – zwei Wochen später stehen die Ergebnisse fest.

Lewis Hamilton liess diese beim Monaco-GP der Formel 1 durchsickern – und sie überraschen: Den besten Verbrennungsmotor hat mit Red Bull Powertrains einer der Motoren-Neulinge gebaut. Der V6-Turbo im Heck von Red Bull und Racing Bulls ist in Sachen Leistung der Klassen-Primus.
Mercedes und Ferrari in der Formel 1 mit Upgrades
Auf dem zweiten Platz im Verbrenner-Ranking liegt Mercedes – weit genug zurück, um sich für «ADUO» zu qualifizieren. Die Silberpfeile fallen in die erste Kategorie – also zwischen 2 und 4 Prozent Leistungs-Rückstand. Damit erhält Mercedes einen Upgrade-Joker für seinen Verbrenner.

Ferrari soll in der zweiten Klasse gelandet sein, also zwischen 4 und 6 Prozent Rückstand. Dementsprechend würde die Scuderia zwei Upgrade-Joker erhalten. Audi und Honda sollen noch deutlich weiter zurückliegen, die genauen Werte sind aber noch nicht bekannt. Noch am Montag dürfte es darüber aber Klarheit geben.
















