Formel 1 – Brundle: «Müssen diese Autos schnellstmöglich loswerden»
Die Traditionsstrecken in Silverstone und Spa haben die Schwächen der neuen Formel 1 dramatisch aufgezeigt. F1-Experte Martin Brundle fordert ein Umdenken.

Das Wichtigste in Kürze
- Das neue Formel-1-Reglement ist wieder ins Kreuzfeuer der Kritik geraten.
- In Silverstone und Spa-Francorchamps erwiesen sich die Autos als blamabel kraftlos.
- Experte Martin Brundle meint: Die Königsklasse muss schnellstmöglich die Wende einleiten.
Die letzten beiden Rennwochenenden der Formel 1 zählten eigentlich zu den Highlights im Kalender: Die Traditionskurse von Silverstone und Spa-Francorchamps sind bei Fans und Fahrern gleichermassen populär.
Mit ihren Highspeed-Kurven und vor allem den Höhenunterschieden auf der Ardennen-Achterbahn stellen sie auch die Autos auf die Probe.
Zumindest in der Vergangenheit – denn an die Grenzen kommt die neue Formel 1 derzeit nur in Sachen Energie: Sowohl in Grossbritannien als auch in Belgien dominierte einmal mehr die fehlende Elektro-Power die Gespräche. Auf den langen Geraden von Spa-Francorchamps blendete der offizielle Formel-1-Feed sogar die Tempo-Anzeige aus ...

Die Bilanz fiel dramatisch aus – praktisch den gesamten zweiten Sektor fuhr man ohne elektrische Energie. Durch die 50-50-Aufteilung sinkt die Leistung damit auf rund 500 PS. Sogar die Formel 2 liefert mit 620 PS in diesem Streckenabschnitt mehr Leistung. Hinzu kommt, dass nicht die Fahrer die Energie kontrollieren, sondern der Computer.
Formel 1 wird zunehmend zur Energie-Lotterie
Entsprechend laut war die Kritik rund um den Belgien-GP – oder auch nicht: «Ich will nicht hier sitzen und mich wieder beschweren, sonst erschiesst mich draussen jemand», scherzte Max Verstappen. Deutliche Worte fand dafür Oscar Piastri, der die Energie-Lotterie als «ziemlich beschissen» bezeichnete.

Und auch Ex-F1-Pilot und TV-Experte Martin Brundle kritisiert die aktuelle Auto-Generation. «Ich glaube, es fällt uns allen noch schwer, das wirklich zu verstehen. Mir kommen fast die Tränen: Wir haben all diese grossartigen Kurven in Silverstone verloren, und in Spa ist es genauso», so Brundle bei «Sky».
«Müssen dieses Konzept schnellstmöglich loswerden»
Durch die fehlende Leistung und das notwendige Energie-Management werden die Autos in schnellen Kurven drastisch beschnitten.
Was früher fordernde Vollgas-Passagen waren, wird 2026 teilweise mit halber Leistung durchfahren. «Diese neuen Regeln schaden uns auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken», stellt Brundle klar.

«Für 2027 und 2028 wird an einer Lösung gearbeitet. Aber wir müssen dieses Auto-Konzept schnellstmöglich loswerden – 2030 oder 2031», fordert der Ex-F1-Pilot. «Wenn die Autos nebeneinander durch die Kurven fahren, dann ist das ein Riesenspass. Aber man muss diese komplexen Probleme in den Griff kriegen, und davon gibt es eine Menge.»
















