Formel 1: Österreich-Chaos ist eine Blamage für die Königsklasse

Mathias Kainz
Mathias Kainz

Österreich,

Die Formel 1 erlebt einen Österreich-GP für die Geschichtsbücher. 1200 Verstösse, ein Dutzend Strafen am späten Abend – historisch peinlich. Ein Kommentar.

Formel 1
Die Formel 1 hat in Spielberg kein gutes Bild abgegeben. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der GP von Spielberg (Ö) wird zur Farce für die Formel 1.
  • Erst um 21.30 Uhr wird das definitive Ergebnis bekannt gegeben.

Wer wissen wollte, wie der Österreich-GP der Formel 1 am Sonntag ausgegangen ist, musste lange warten. Erst um halb zehn Uhr abends konnte die Rennleitung ein Ergebnis vorlegen. Vorausgegangen war eine Strafen-Farce, wie sie die Formel 1 noch selten erlebt hat.

Als die Nachricht vom Aston-Martin-Protest die Runde machte, war schnell klar: Die Rennleitung hat sich in Spielberg in die Nesseln gesetzt. Schon während des Rennens wurden grosszügig Zeitstrafen verteilt, mehr als das halbe Fahrerfeld fasste zumindest eine aus. Da war noch nicht absehbar, was sich nach der Zielflagge abspielen würde.

Formel 1
Aston Martin hat beim GP der Formel 1 in Spielberg Protest eingelegt. - keystone

Mehr als 1200 potenzielle Verstösse mussten sich die Stewards nachträglich ansehen. Mit anderen Worten: Im Schnitt fuhr alle fünf Sekunden ein Fahrer beim Österreich-GP über die Streckenbegrenzung. Insgesamt stellte man nachträglich noch 83 nicht geahndete Übertretungen fest, acht Fahrer wurden bestraft.

Zur Ehrenrettung der Rennleitung sei gesagt: Niels Wittich verfolgt eine klare Linie, die seine Vorgänger bisweilen vermissen liessen. Der verstorbene Charlie Whiting etwa vergab strecken- oder oft sogar kurvenspezifische Ausnahmen in Sachen Track Limits. Unter Wittich ist die weisse Linie die Grenze, Ende der Debatte.

Niels Wittich
Rennleiter Niels Wittich war in Spielberg gefordert. - dpa

Aber spätestens nach den fast 50 gestrichenen Zeiten im Qualifying war klar, dass der Österreich-GP im Chaos versinken würde. Und dass die Rennleitung in ihrer Strafenliste am Sonntagabend explizit Massnahmen für das nächste Jahr fordert, spricht Bände. Aber es täuscht nicht darüber hinweg, dass sich die Formel 1 blamiert hat.

Wittich hätte für die Kurven 9 und 10, wo der Löwenanteil der Verstösse passierte, eine Ausnahme verhängen können. Das Problem ist schliesslich kein neues – schon im Vorjahr war der Red-Bull-Ring ein Track-Limits-Feuerwerk. Die grosszügigen Asphalt-Auslaufzonen laden schliesslich dazu ein.

Haben Sie sich über die Vorgänge beim F1-GP in Österreich geärgert?

Patentlösung gibt es keine. Kiesbetten wären die einfachste Antwort, man sträubt sich in Spielberg aber wegen der MotoGP. Einen zusätzlichen Randstein, genannt «Sausage Kerb», will angesichts des Sicherheits-Risikos ohnehin niemand.

Aber eine Lösung ist notwendig, sonst folgt in zwölf Monaten die nächste Blamage.

Mathias Kainz
Mathias Kainz, Sportredaktor bei Nau.ch. - Nau.ch

Kommentare

Weiterlesen

formel 1
1 Interaktionen
Vertrag verlängert
Lewis Hamilton Mercedes
20 Interaktionen
Mercedes-Debakel
Max Verstappen Formel 1
59 Interaktionen
Sauber ohne Punkte
Grease Thunerseespiele
In Thun

MEHR IN SPORT

fc vaduz
Aarau muss liefern
Belinda Bencic
1 Interaktionen
Keine Mühe in Miami
Dacia Rally Raid
1 Interaktionen
Dacia-Doppelsieg
Granit Xhaka
11 Interaktionen
Schwere Kindheit

MEHR FORMEL 1

formel 1 audi
3 Interaktionen
F1-Hammer jetzt fix
BYD Formel 1
2 Interaktionen
Auch WEC im Visier
Aston Martin Formel 1
9 Interaktionen
F1-Knall
Formel 1 Aston Martin
7 Interaktionen
Vibrations-Horror

MEHR AUS ÖSTERREICH

Hunde Coiffeur Wellness
4 Interaktionen
Hundeluxus
Cybersicherheit
5 Interaktionen
Schutz im Netz
ESC 2026 Wien
1 Interaktionen
Wien
Salzburger Festspiele
1 Interaktionen
Salzburg