Formel 1: Ford-Motorsport-Chef unterstützt Rückkehr zu V8-Motoren
Stehen die V6-Hybridmotoren in der Formel 1 vor dem Aus? FIA-Boss Mohammed Ben Sulayem erhält für seine V8-Pläne nun Rückendeckung von einem der Hersteller.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Formel 1 steht in nicht allzu ferner Zukunft vor einem Abschied von den V6-Motoren.
- Ab 2030, spätestens 2031 sollen V8-Hybrid-Antriebe in der Königsklasse Einzug halten.
- Die Pläne von FIA-Präsident Ben Sulayem erhalten nun Rückendeckung von einem Hersteller.
Mit welchen Antrieben fährt die Formel 1 in Zukunft? Während die neueste Motoren-Generation der Königsklasse mit Startschwierigkeiten kämpft, läuft hinter den Kulissen ein Machtkampf. FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem will einen Abschied von den 1,6-Liter-V6-Turbo-Hybrid-Antrieben – wenn möglich schon 2030.
Die Hersteller hingegen beharren bislang auf den aktuellen Motoren, vor allem Neuzugang Audi und Rückkehrer Honda. Beide haben in der Hoffnung auf längerfristige Stabilität unter grossem Aufwand neue V6-Hybride entwickelt. Diese waren ursprünglich bis mindestens 2031 geplant – nun wackeln sie.

Umso mehr, als dass die Formel 1 nach den ersten Rennen eingestehen musste: Die 50:50-Verteilung zwischen Leistung aus dem Verbrenner und dem Elektro-Antrieb war ein Schuss ins Knie. Für 2027 visiert man ein Verhältnis von 60:40 an, in Zukunft soll der Verbrenner wieder stärker im Fokus stehen.
Ford steht hinter V8-Plänen in der Formel 1
Ben Sulayem träumt langfristig davon, auf einen V8-Biturbo mit vergleichsweise kleiner Hybrid-Komponente umzusteigen. Spätestens 2031 soll diese Motoren-Kehrtwende umgesetzt werden – aber machen die Hersteller mit? Zumindest von einem der neuen Motoren-Werke kommt nun ein positives Signal.

Ford-Performance-Direktor Mark Rushbrook erklärt gegenüber «Motorsport.com», dass die Marke mit dem blauen Oval einen V8-Motor durchaus interessant finden würde. «Das würde uns gefallen», meint der US-Amerikaner – insbesondere zu einem V8 mit nachhaltigen Kraftstoffen.
«Alles, was wir sehen, stimmt uns zuversichtlich»
Der Sport habe «den richtigen Ansatz gewählt, alle Interessengruppen einzubeziehen», so Rushbrook über die Motoren-Verhandlungen. Die Verantwortlichen der Formel 1 hätten Teams, Hersteller und Fahrer an den Tisch geholt. «Alles, woran wir beteiligt waren und was wir hier sehen, stimmt uns zuversichtlich.»

Aber was macht einen V8-Hybrid für Ford so interessant? «Wir haben es an der Herangehensweise von Ford an unsere Fahrzeuge in den letzten Jahren gesehen: Wir haben Verbrenner, Hybride mit unterschiedlichen Architekturen und reine Elektrofahrzeuge. Wir verfügen über ein umfassendes Angebot», so Rushbrook.
In den unterschiedlichen Märkten seien verschiedene Antriebe gefragt. «Das gibt uns viele verschiedene Optionen, wenn wir in verschiedenen Rennserien antreten, die Formel 1 eingeschlossen. Wir können den Rennsport weiterhin relevant für das gestalten, was wir an unsere Kunden verkaufen. Wir lieben die V8-Idee, weil wir viele V8-Motoren verkaufen.»
V8-Motoren auch für die Hersteller attraktiver?
Und damit ist Ford mit seinem V8-Flaggschiff Mustang unter den Herstellern in der Formel 1 nicht alleine – im Gegenteil: Mercedes setzt bei seinen High-End-Modellen, vor allem in der AMG-Sparte, weiter auf V8-Antriebe. Das Gleiche gilt für Audi, wo in den Top-Modellen ein V8-Twinturbo-Hybridantrieb zum Einsatz kommt.

Auch Ferrari baut mittlerweile verstärkt auf V8-Hybride – etwa im 849 Testarossa. Und auch Cadillac, aktuell noch Ferrari-Kunde, will mittelfristig eigene Motoren einsetzen. Bei den US-Amerikanern sind V8-Triebwerke im Portfolio immer noch weit verbreitet. Einzig Honda hat keinen V8-Motor in seinem Line-Up.
















