FC Winterthur

    FC Winterthur – Beni Thurnheer: Hoffe, setzen jetzt auf eigene Junge

    George Stutz
    George Stutz

    Winterthur Stadt,

    Der FC Winterthur steigt in die Challenge League ab. Zu den treuesten Fans des FCW zählte auch in den letzten vier Super-League-Jahren TV-Ikone Beni Thurnheer.

    FC Winterthur
    Edelfan Beni Thurnheer stieg dieses Jahr mit dem FC Winterthur leider ab. - George Stutz

    Das Wichtigste in Kürze

    • Für den FC Winterthur geht es in der kommenden Saison in der Challenge League weiter.
    • Edelfan Beni Thurnheer zieht nach der FCW-Ära in der Super League Bilanz.
    • Die TV-Legende hofft, dass man bei Winti künftig mehr auf eigene Junge setzt.

    Würde er oben auf der Haupttribüne auf einem fixen Platz sitzen, wäre er zwar nicht jeder Witterung ausgesetzt, es bestünde jedoch das Risiko, dass seine Sitznachbarn möglicherweise ständig gegen den FC Winterthur stänkern würden, lacht Beni Thurnheer.

    Deswegen bevorzugt er seinen Platz auf der Estrade. «Da habe ich mir einen Platz mitten unter Eltern von FCW-Junioren gewählt. Da fühle ich mich sehr wohl.»

    FC Winterthur
    Grosse Freude am FC Winterthur: Beni Thurnheer in der Schnupfkurve. - George Stutz

    Vor und nach der Pause sei er jeweils in der Schnupfkurve anzutreffen, rede mit FCW-Legenden wie Max «Mannix» Meili über den laufenden Match oder tausche Anekdoten aus früheren Zeiten aus, so Thurnheer über seine Schützenwiese-Gepflogenheiten.

    Redaktion: Welches Fazit ziehen Sie nach der zu Ende gegangenen Super-League-Ära?

    Beni Thurnheer: Die abgelaufene Saison war die uncoolste und eigentlich exakt so rausgekommen, wie ich mir die erste Saison nach dem Aufstieg 2022 vorgestellt hatte. Mit dem kleinsten Budget konnte bereits damals das Ziel eigentlich nur sein, möglichst lange nicht zu viele Punkte Abstand auf den Zweitletzten zu haben.

    Dadurch, dass es bereits in der ersten und mit Rang 6 erst recht in der zweiten Spielzeit viel besser rauskam, als erwartet, vergass man das erwähnte, realistische Szenario richtiggehend.

    FC Winterthur
    Beni Thurnheer auf der Estrade beim Match FC Winterthur gegen den FC Basel im März 2026. - George Stutz

    Redaktion: Und dann kam die vergangene Saison...

    Thurnheer: Ja das war echt mühsam, da es von Beginn weg mit zwei Punkten aus den ersten neun Partien hoffnungslos war. Wir waren immer Letzte, hatten zuletzt 20 Punkte Rückstand auf den Drittletzten.

    FC Winterthur
    Der FC Winterthur muss den Gang in die Challenge League antreten. - keystone

    Da bleibt einzig die Erkenntnis, dass man in der Super League mit einem Budget von unter 15 Millionen Franken einfach nicht mehr konkurrenzfähig ist.

    Redaktion: Thuns Budget war das zweittiefste, trotzdem sind sie überraschend Meister geworden.

    Thurnheer: Unberechenbares ist im Fussball immer wieder möglich. Aber meist nur kurzfristig. Deshalb denke ich, dass die Berner Oberländer in der kommenden Saison wieder gegen den Abstieg kämpfen müssen.

    FC Winterthur
    Beni Thurnheer mit alten SRF-Weggefährten: FCSG-Präsi Matthias Hüppi und SRF-Sportchef Roland Mägerle (v.l.n.r.) - George Stutz

    Redaktion: Was denken Sie zu den vier Super-League-Trainern des FC Winterthur in den vergangenen vier Jahren?

    Thurnheer: Es haben alle einen gewissen Erfolg feiern können. Patrick Rahmen vor allem in seiner ersten Wirkungszeit. Den grössten Effort hat aus meiner Sicht aber sicher Uli Forte erarbeitet. Er übernahm den FCW an Weihnachten 2024 in einer absolut unmöglichen Situation und schaffte im darauffolgenden Frühling dennoch den Klassenerhalt.

    In der abgelaufenen Saison hatte Forte keine Chance mehr, da die besten Spieler verkauft wurden und die neu hinzugekommenen zu ungenügend performten. Die Rückkehr Rahmens hat zu etwas besseren Leistungen geführt, punktemässig änderte sich aber zu wenig.

    Dass kein einziger Match zu null gespielt werden konnte, ist eigentlich gar nicht möglich und sagt deshalb einiges aus.

    FC Winterthur
    Für den FC Winterthur geht es nach dieser Saison in die Challenge League runter. - keystone

    Redaktion: Das zu grosse Kader des FCW war auch immer wieder Thema.

    Thurnheer: Aus meiner Sicht leidet ein grösserer Teil der Schweizer Liga darunter, möglichst viele Perspektivspieler zu verpflichten, um mit diesen danach das grosse Geld zu machen, siehe Basel, Zürich oder GC.

    Der FCW hatte lange am alten System festgehalten, zuletzt aber auch viele neue Spieler verpflichtet und das Kader auf über 30 Kicker verbreitert, wovon einige zu wenig überzeugen konnten.

    FC Winterthur
    Roman Buess und sein FC Winterthur können den Abstieg nicht verhindern. - keystone

    Redaktion: Was erhoffen Sie sich für die neue Saison?

    Thurnheer: Dass Abgänge vor allem durch eigene junge Spieler ersetzt werden. Einen sofortigen Wiederaufstieg anzustreben, macht nur wirklich Sinn, wenn dann für die oberste Liga etwa 20 Millionen Franken Budget zur Verfügung stehen würden.

    Traust du dem FC Winterthur den direkten Wiederaufstieg zu?

    Aber auch sportlich wird es nicht einfach, da die Spitze der Challenge League durchaus vergleichbar mit dem unteren Ende der Super League ist und auch der Verlierer der Barrage zwischen GC oder Aarau wieder aufsteigen möchte.

    Zumindest zuschauermässig werden wir in der Challenge League aber von Beginn weg die Nummer 1 sein. Denn, wenn die vier Jahre Super League etwas ausgelöst haben, dann sicher die riesige Fussballbegeisterung in Winterthur.

    Hinweis

    Dieses Interview ist zuerst in der «Winterthurer Zeitung» erschienen.

    Kommentare

    User #5246 (nicht angemeldet)

    Die Mannschaft wird brutal verjüngt!

    User #1462 (nicht angemeldet)

    Thurnheer: Hoffe, setzen jetzt auf eigene Einlauf-Junge ?

    Weiterlesen

    Nachspielzeit FC Winterthur FCZ
    32 Interaktionen
    2:2 auf der Schützi
    Beni Thurnheer
    52 Interaktionen
    Das steckt dahinter
    fc winterthur
    32 Interaktionen
    Bald Abstieg?

    MEHR FC WINTERTHUR

    FC Winterthur FC Basel
    2 Interaktionen
    7:3-Schützenfest!
    FCW
    2 Interaktionen
    Ja zum Stadionausbau
    FC Winterthur
    2 Interaktionen
    Ja zum «Schützi»-Ausbau
    FC Winterthur FC Aarau
    1 Interaktionen
    FCRJ schlägt Xamax

    MEHR AUS WINTERTHUR

    Nnamdi Hockey
    69 Interaktionen
    Nach Mobbing
    3 Interaktionen
    Einkürzung einer Buche
    Wohnung Eigentum Balkon
    3 Interaktionen
    Über 1000 Unterschriften
    Solaranlage Strom Bern
    3 Interaktionen
    10 Prozent weniger