Formel 1

    Formel 1: Ferrari-Teamchef Vasseur kritisiert FIA-Ermittlung scharf

    Mathias Kainz
    Mathias Kainz

    Italien,

    Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur hat die Untersuchung der FIA gegen das Ehepaar Wolff scharf kritisiert – sieht für die Formel 1 aber auch etwas Positives.

    Formel 1 Ferrari Vasseur
    Frederic Vasseur, Teamchef von Ferrari in der Formel 1. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur übt scharfe Kritik am Vorgehen der FIA.
    • Die Ermittlungen gegen Susie und Toto Wolff seien «ziemlich peinlich» gewesen.
    • Ein Lichtblick für den Franzosen ist die Einigkeit unter den Formel-1-Teams.

    Eine Woche nach der kurzlebigen FIA-Untersuchung gegen Susie und Toto Wolff übt Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur scharfe Kritik am Weltverband. Der Franzose hält die Farce rund um mögliche Insider-Informationen für «ziemlich peinlich» für die Formel 1. Seiner Meinung nach hätte die Angelegenheit im Privaten behandelt werden müssen.

    Glauben Sie, dass Toto Wolff von seiner Frau Insider-Informationen erhalten hat?

    Vergangene Woche hatte die FIA überraschend eine Untersuchung gegen das Ehepaar Wolff eingeleitet. Toto Wolff ist Teamchef von Mercedes in der Motorsport-Königsklasse. Ex-Rennfahrerin Susie Wolff leitet die Frauen-Nachwuchsserie «F1 Academy». Die FIA-Untersuchung unterstellte ihr die Weitergabe von Interna an ihren Mann.

    «Ziemlich peinlich» für die Formel 1

    Während sich Mercedes und die Wolffs entschieden gegen die Vorwürfe wehrten, eilten die neun Konkurrenz-Teams zu ihrer Unterstützung. In einer abgestimmten Erklärung distanzierten sie sich einstimmig von den Vorwürfen gegen die Wolffs. Keine 48 Stunden später stellte die FIA die Ermittlungen kleinlaut wieder ein.

    Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur schiesst nun gegenüber «Motorsport.com» scharf gegen den Automobil-Weltverband und die Untersuchungs-Farce. «Ich denke, diese Geschichte ist ziemlich peinlich für unseren Sport», schimpft der Franzose über die Ermittlung. «Das Ganze hat mit einem einzigen Artikel in einer Zeitung begonnen.»

    FIA Formel 1 Sulayem
    Mohammed Ben Sulayem, Präsident der FIA, steht in der Formel 1 heftig in der Kritik. - Keystone

    «Wenn man über eine Person spricht, muss man aufpassen, was man sagt», so Vasseur weiter. «Die FIA hat 24 Stunden zwischen der ersten und der zweiten Ankündigung gebraucht. Diese Zeit hätte man sinnvoller nutzen können, um falsche Rückschlüsse zu vermeiden», ärgert sich der Ferrari-Boss.

    Vasseur sieht auch Positives für die Formel 1

    Seiner Meinung nach hätte die FIA die medialen Vorwürfe gegen das Ehepaar Wolff zunächst vertraulich behandeln müssen. Schliesslich habe man nach Eröffnung der Untersuchung ja rasch festgestellt, dass die Vorwürfe haltlos waren, und die Ermittlungen eingestellt.

    Toto Wolff Susie Mercedes
    Susie Wolff, Geschäftsführerin der F1 Academy, und Toto Wolff, Teamchef von Mercedes, bei der Premiere von «Ferrari». - keystone

    Mit etwas Humor findet der Ferrari-Boss aber auch etwas Positives für die Formel 1. «Zumindest haben wir nach diesem Vorfall gesehen, dass die Teams sich sehr einig waren. Es kommt ja nicht oft vor, dass sich sogar Red Bull hinter Toto Wolff stellt! Ich glaube, das war das erste Mal, dass die Teams gemeinsam so etwas gezeigt haben.»

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