YB: Darum ist Essende gesetzt – und Bedia auf Bewährung
Trotz 15 Saisonstoren muss Stürmer Chris Bedia bei YB derzeit hinten Neuzuagng Samuel Essende anstehen. Dieser Entscheid ist richtig! Ein Kommentar.

Das Wichtigste in Kürze
- Seit seinem Wechsel zu YB ist Stürmer Samuel Essende gesetzt.
- Chris Bedia kommt trotz starker Torquote nur als Joker.
Zumindest in der Torjäger-Liste ist YB derzeit das Mass aller Dinge in der Super League. Mit je 15 Treffern führen Christian Fassnacht und Chris Bedia das Ranking an.
Dass ausgerechnet Stürmer Bedia zuletzt zweimal nur von der Bank kommt, sorgt für Erstaunen. Doch dieser Entscheid ist nachvollziehbar!

Aber der Reihe nach: Mit Samuel Essende kommt im Winter ein neuer Stürmer aus der Bundesliga zu den Bernern. Für den Kongolesen überweist YB einen stolzen Betrag an den FC Augsburg. Dafür verlässt Sergio Cordova den Club nach wenigen Monaten in Richtung MLS.

Obwohl vor allem die YB-Defensive als Schwachpunkt ausgemacht wird, verstärkt man sich im Sturm. Klingt komisch – und sorgt für Diskussionen. Doch die Verteidigung beginnt eben bereits in der vordersten Reihe – und die Defensivarbeit war bisher nicht die Kernkompetenz von Chris Bedia.
Intensität spricht für Essende – und gegen Bedia
Trainer Gerardo Seoane hebt nach dem 3:0-Sieg über den FCZ die Qualitäten Essendes hervor – im Vergleich mit Konkurrent Bedia: «Er hat viel mehr Volumen, viel mehr Intensität in seinem Spiel. Das ist für den Gegner zermürbend.»

Was man daraus lesen kann: Im Gegensatz zu Bedia arbeitet Essende auch gegen den Ball intensiv mit. In dieser Hinsicht war übrigens bereits der unglückliche Cordova fleissiger als der Ivorer...
Die Überlegung von Seoane macht Sinn: YB muss in der aktuellen Situation stabiler werden, zu den Grundtugenden zurückfinden: Einsatz, Intensität, manschaftliche Geschlossenheit.
Wer sich in der Defensivarbeit zurückhält, findet sich dann halt auf der Bank wieder. Und das zurecht.
Und egal, wie man den «Finger-Jubel» des Stürmers gegen den FCZ interpretieren will: Ego-Shows sind derzeit völlig fehl am Platz.

Wie weiter also im YB-Sturm? Samuel Essende wird seinen Stammplatz behalten, ausser es kommt in der englischen Woche zu einer Rotation. Chris Bedia bleibt die Rolle des Vollstreckers. Entweder als Joker oder – wie kurzzeitig gegen den FCZ – als Sturmpartner von Essende.
Zieht YB die Kaufoption bei Chris Bedia?
Spannendes Detail: Bedias Leihe läuft im Sommer nach 1,5 Jahren ab. YB besitzt eine kolportierte Kaufoption von rund 2,5 Millionen Franken.
Es würde nicht überraschen, wenn die Berner den Stürmer definitiv von Union Berlin übernehmen. Seine Torquote von 26 Treffern in 57 Spielen ist beachtlich.

Ob Bedia dann auch bei YB bleibt oder gleich weiterverkauft wird? Das wird wohl auch von seiner Entwicklung bis im Sommer abhängig sein.
Seoane sagt: «Es war ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg von YB in den letzten Jahren, dass man einen hohen Konkurrenzkampf hat.» Im Optimalfall pushen sich die beiden Sturm-Konkurrenten also zu Höchstleistungen.
Bei YB wird man in den letzten zehn Spielen aber sehr genau hinschauen, wer sich im Saisonendspurt in den Dienst der Mannschaft stellt. Und wer eben nicht. Im Optimalfall geht YB mit zwei fleissigen Top-Stürmern in die neue Saison.













