Berner Grosser Rat will Windenergie-Ausbau zentralisieren

Keystone-SDA Regional
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Bern,

Der Kanton Bern soll seine Windkraftplanung beschleunigen. Der Grosse Rat hat am Dienstag eine überparteiliche Motion angenommen, die die Planung beim Kanton bündeln will.

Der Kanton Bern ist beim Ausbau der Windenergie im Hintertreffen. (Symbolbild)
Der Kanton Bern ist beim Ausbau der Windenergie im Hintertreffen. (Symbolbild) - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Der Vorstoss forderte weiter eine sofortige Anpassung der Richtplanung und ein «Guichet Unique» als zentrale Anlaufstelle in der Verwaltung.

Hintergrund ist der massive Rückstand des Kantons. Bis 2035 fehlen laut den Motionärinnen und Motionären aus Grünen, GLP, FDP, SP, Mitte und EVP noch 80 Prozent der geplanten Stromproduktion aus Windenergie. Die bisherige Übertragung der Planung an die Regionen habe sich als zu ineffizient erwiesen.

Der Rat überwies die Motion punktweise. Die Regierung muss nun die gesetzlichen Vorarbeiten für die Richtplananpassung an die Hand nehmen.

Da es sich beim Vorstoss um eine Richtlinienmotion handelte, ist der Auftrag zwar verbindlich, der Regierungsrat behält jedoch einen grossen Spielraum bei der konkreten Umsetzung.

Kommentare

User #4317 (nicht angemeldet)

Windenergieanlagen liefern Winterstrom für die Schweiz. Für Windenergieanlagen sind die Wintermonate die ertragreichsten. An sonnigen Tagen ist es in den Bergen nur selten windstill. Während der Wind nachmittags das Tal hinauf in Richtung Berg weht, strömt jeweils in der Nacht und am Morgen kühle Luft aus den Bergen ins Tal. Dann weht in der Schweiz der meiste Wind und es können grosse Mengen Strom produziert werden. Österreich, wie die Schweiz ein Alpenland, macht es vor. Dort fallen bereits 12% des Strommix auf Windenergie. In der Schweiz sind es weniger als 0,5%. Im Rahmen starker Tiefdruckgebiete können in der ganzen Schweiz Windgeschwindigkeiten von 100 km/h und mehr auftreten und mehrere Stunden bis Tage anhalten. Die Windgeschwindigkeit hat in den vergangenen Jahren weltweit um gut 7% zugenommen. Die Schweiz weist im Jura, in den Voralpen, auf einigen Graten und in einigen Tälern der Alpengünstige günstige Standorte auf. In der Schweiz werden Windrichtung und -stärke stark von der Topografie beeinflusst, vor allem in den Alpen. Der Windpark Juvent auf dem Mont Crosin deckt den Haushaltstromverbrauch von rund 70'000 Personen. Unter Berücksichtigung von Naturschutz und Klimaschutz sind 215 bis 310 Windenergie-Anlagen in der Schweiz sinnvoll und realisierbar.

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