YB: Fans pfeifen «Chancentod» Cordova aus – wie bitte?
Dass bei YB aktuell der Frust regiert, kann man verstehen. Dass man die eigenen Profis zur Zielscheibe macht, ist aber kein Charakter-Zeugnis. Ein Kommentar.

Das Wichtigste in Kürze
- Niemand kann den YB-Fans angesichts der letzten Wochen ihren Frust verübeln.
- Die Berner liegen 17 Punkte hinter dem Kantons-Rivalen, der Meistertitel ist weit weg.
- Aber einen YB-Profi auspfeifen, das gibt kein gutes Bild ab.
Ganze 17 Punkte beträgt der Rückstand von YB auf den Tabellenführer und Kantons-Rivalen FC Thun. Im Cup ist man schon im September blamabel an Aarau gescheitert. Letzte Woche ging mit dem 2:3 in Stuttgart auch noch die Europa-League-Reise zu Ende.
Da darf man als Anhänger der Young Boys schon mal frustriert sein. Es ist – anders lässt es sich nicht sagen – eine von vorne bis hinten verkorkste Saison. Daran ändert auch der 3:0-Sieg gegen den FCZ am Sonntag nicht viel.

Aber dass man diesen Frust dann an einem YB-Profi auslässt? Das hat in einem Stadion eigentlich keinen Platz.
Pfiffe gegen Unglücksrabe Cordova? Daneben!
Die Rede ist von Pechvogel Sergio Cordova, im Sommer von Alanyaspor zu YB gekommen. Der Venezolaner erlebt in Bern eine miserable Debüt-Saison. Zwei Treffer und drei Assists in 31 (!) Einsätzen sind für einen Stürmer ein desaströser Wert.
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Und Cordova hatte eine grottige Woche. Bei der 2:3-Pleite gegen Stuttgart lässt der 28-Jährige nicht eine, sondern zwei Grosschancen liegen. Er hätte YB in die Playoffs schiessen können – stattdessen fliegen die Berner aus Europa.

Aber: Dass er bei seiner Einwechslung gegen den FCZ unter Pfiffen einiger eigener (!!) Fans den Rasen betreten muss, das hat kein Profi verdient. Schon gar nicht einer, der sich nach Kräften bemüht, seinem Klub zu helfen.
Dass Cordova sich für das gelb-schwarze Trikot abrackert, steht nämlich ausser Frage. Sonst kommt ein Stürmer gar nicht in die Positionen, um solche Chancen wie gegen Stuttgart zu vergeben.
Cordova ist bei YB nicht der Grund für die Krise
Ja, dem Venezolaner klebt das Exkrement am Stürmer-Stiefel. Das gilt aktuell praktisch für den ganzen Berner Kader, mit spärlich gesäten Ausnahmen.
Die Probleme bei den Bernern liegen ganz sicher nicht an Cordova alleine. Ob der Stürmer aus sportlicher Sicht eine sinnvolle Verpflichtung war, darf debattiert werden. Sein Einsatz für YB steht aber ausser Frage.

Dass sich der Stürmer dann auch noch kurz nach der Einwechslung verletzt, ist sinnbildlich. Ich wünsche ihm an dieser Stelle drei Dinge: Zuerst gute Besserung; dann, dass die Diagnose möglichst glimpflich ausfällt; und dann, dass die Fans ihn beim Comeback würdig empfangen.
Pfiffe hat er nämlich ganz sicher keine verdient.













