BSC Young Boys

YB: Fans pfeifen «Chancentod» Cordova aus – wie bitte?

Mathias Kainz
Mathias Kainz

Bern,

Dass bei YB aktuell der Frust regiert, kann man verstehen. Dass man die eigenen Profis zur Zielscheibe macht, ist aber kein Charakter-Zeugnis. Ein Kommentar.

YB Sergio Cordova
Sergio Cordova erlebt bei YB eine Saison zum Vergessen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Niemand kann den YB-Fans angesichts der letzten Wochen ihren Frust verübeln.
  • Die Berner liegen 17 Punkte hinter dem Kantons-Rivalen, der Meistertitel ist weit weg.
  • Aber einen YB-Profi auspfeifen, das gibt kein gutes Bild ab.

Ganze 17 Punkte beträgt der Rückstand von YB auf den Tabellenführer und Kantons-Rivalen FC Thun. Im Cup ist man schon im September blamabel an Aarau gescheitert. Letzte Woche ging mit dem 2:3 in Stuttgart auch noch die Europa-League-Reise zu Ende.

Schafft es YB noch unter die Top 3?

Da darf man als Anhänger der Young Boys schon mal frustriert sein. Es ist – anders lässt es sich nicht sagen – eine von vorne bis hinten verkorkste Saison. Daran ändert auch der 3:0-Sieg gegen den FCZ am Sonntag nicht viel.

YB Sergio Cordova
Sergio Cordova muss beim Sieg von YB gegen den FCZ kurz nach der Einwechslung wieder vom Platz. - keystone

Aber dass man diesen Frust dann an einem YB-Profi auslässt? Das hat in einem Stadion eigentlich keinen Platz.

Pfiffe gegen Unglücksrabe Cordova? Daneben!

Die Rede ist von Pechvogel Sergio Cordova, im Sommer von Alanyaspor zu YB gekommen. Der Venezolaner erlebt in Bern eine miserable Debüt-Saison. Zwei Treffer und drei Assists in 31 (!) Einsätzen sind für einen Stürmer ein desaströser Wert.

00:00 / 00:00

Sandro Lauper trifft herrlich – Sergio Cordova lässt zwei Grosschancen liegen. - SRF

Und Cordova hatte eine grottige Woche. Bei der 2:3-Pleite gegen Stuttgart lässt der 28-Jährige nicht eine, sondern zwei Grosschancen liegen. Er hätte YB in die Playoffs schiessen können – stattdessen fliegen die Berner aus Europa.

YB Sergio Cordova
Sergio Cordova lässt bei YB bislang noch die Trefferquote vermissen. - keystone

Aber: Dass er bei seiner Einwechslung gegen den FCZ unter Pfiffen einiger eigener (!!) Fans den Rasen betreten muss, das hat kein Profi verdient. Schon gar nicht einer, der sich nach Kräften bemüht, seinem Klub zu helfen.

Dass Cordova sich für das gelb-schwarze Trikot abrackert, steht nämlich ausser Frage. Sonst kommt ein Stürmer gar nicht in die Positionen, um solche Chancen wie gegen Stuttgart zu vergeben.

Cordova ist bei YB nicht der Grund für die Krise

Ja, dem Venezolaner klebt das Exkrement am Stürmer-Stiefel. Das gilt aktuell praktisch für den ganzen Berner Kader, mit spärlich gesäten Ausnahmen.

Die Probleme bei den Bernern liegen ganz sicher nicht an Cordova alleine. Ob der Stürmer aus sportlicher Sicht eine sinnvolle Verpflichtung war, darf debattiert werden. Sein Einsatz für YB steht aber ausser Frage.

YB Sergio Cordova
Sergio Cordova hat sich beim Sieg von YB gegen den FCZ auch noch am Knie verletzt. - keystone

Dass sich der Stürmer dann auch noch kurz nach der Einwechslung verletzt, ist sinnbildlich. Ich wünsche ihm an dieser Stelle drei Dinge: Zuerst gute Besserung; dann, dass die Diagnose möglichst glimpflich ausfällt; und dann, dass die Fans ihn beim Comeback würdig empfangen.

Pfiffe hat er nämlich ganz sicher keine verdient.

Mathias Kainz
Mathias Kainz ist Sport-Redaktor bei Nau.ch. - Nau.ch

Kommentare

User #3866 (nicht angemeldet)

Die Pfiffe galten nicht Gordova, sondern dem Schiedsrichter der anstelle Freistoss für YB Schiedsrichterball für Zürich gab

User #3915 (nicht angemeldet)

Erfolgsverwöhnte Modefans. Das war in Bern schon immer ein Phänomen.

Weiterlesen

YB
44 Interaktionen
Berner Tief
a
34 Interaktionen
Pleiten-Serie beendet
Alvyn Sanches YB
11 Interaktionen
In Europa
Arbeit
11 Interaktionen
Bis zum Limit!

MEHR BSC YOUNG BOYS

a
26 Interaktionen
Karussell
Seoane Stuttgart
44 Interaktionen
Europa-League-Out
nau
46 Interaktionen
Bittere YB-Pleite
YB Europa League Benito
46 Interaktionen
2:3-Pleite

MEHR AUS STADT BERN

Josi-Show
47 Interaktionen
Beizer mit Fahne
SC Bern
Kampf um Play-Ins