WM 2026: Gehört Cristiano Ronaldo bei Portugal auf die Ersatzbank?

Ronny Reisch
Ronny Reisch, Pascal Moser

USA,

Nach dem 1:1 gegen den Kongo hagelt es für Cristiano Ronaldo (41) Kritik. Auch bei Nau.ch ist man sich ob seiner Rolle uneinig.

Cristiano Ronaldo
Blieb gegen die DR Kongo blass: Cristiano Ronaldo. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Portugal spielt gegen die Demokratische Republik Kongo nur 1:1.
  • Cristiano Ronaldo bleibt blass – und wird dafür harsch kritisiert.
  • Sollte man CR7 auf die Bank degradieren? Das sagt Nau.ch.

Nach einer schlechten Leistung gegen die DR Kongo muss sich Cristiano Ronaldo Kritik anhören. Ist diese berechtigt? Müsste ihn Trainer Martinez auf die Bank degradieren?

Auf der Nau.ch-Sportredaktion gehen die Meinungen auseinander.

Würdest du als Portugal-Trainer Ronaldo von Beginn wegen bringen?

Pascal Moser, stv. Sportchef

«Die Szene in der 68. Minute im Spiel gegen den Kongo ist sinnbildlich für den missglückten Auftritt: Der Superstar schnappt dem einschussbereiten Bruno Fernandes den Ball vor der Nase weg und schiesst diesen weit am Tor vorbei.

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Ronaldo zeigt sich gegen Kongo eigensinnig. - SRF

Ronaldo wirkt beim Team von Trainer Roberto Martinez wie ein Fremdkörper. Beinahe zwanghaft suchen ihn seine Mitspieler im Strafraum – als dürften sie nur ihm den Ball zuspielen. Doch diese Taktik geht nicht auf.

Klar: Die 143 Tore in 229 Länderspielen sprechen eine klare Sprache. Doch in den letzten zehn Endrunden-Spielen an EM und WM blieb «CR7» ohne Treffer. Es scheint, als wäre seine Zeit auf der ganz grossen Bühne vorbei.

Cristiano Ronaldo
Cristiano Ronaldo rennt gegen DR Kongo seiner Form hinterher. - keystone

Mit seinen 41 Jahren muss der Portugiese niemandem mehr etwas beweisen. Er sollte sich lieber in den Dienst der Mannschaft stellen und die Rolle als Super-Joker annehmen. Denn klar ist auch: Den Killerinstinkt in der Box hat er noch immer.

Martinez wäre gut beraten, gegen Usbekistan zu rotieren. Immerhin hat er mit Gonçalo Ramos und João Felix zwei Top-Stürmer zur Auswahl. Und auch Francisco Trincão von Sporting weiss, wo das Tor steht.»

Pascal Moser
Pascal Moser ist stv. Sportchef bei Nau.ch. - Nau.ch

Ronny Reisch, Sport-Redaktor

«Jemanden wie Cristiano Ronaldo abzuschreiben, wäre ein grosser Fehler. Einen solchen Spieler in seinem Team zu haben ist ein aussergewöhnliches Privileg – auch im Alter von 41 Jahren.

Tempo und Ausdauer sind sicher nicht mehr auf dem Niveau seiner besten Jahre. Aber das ist auch gar nicht nötig. Die Rolle von Ronaldo muss die des Anführers und Goalgetters sein – und die kann er noch immer ausfüllen.

Cristiano Ronaldo
Kann sich Cristiano Ronaldo im Verlauf der WM 2026 noch steigern? - keystone

Defensiv lassen sich mögliche Abstriche durch ein stabiles Kollektiv auffangen. Dazu macht das Mittelfeld-Duo Vitinha/Neves die fehlenden Meter wett. Jetzt muss Premier-League-Assistkönig Fernandes nur noch die nötigen Vorlagen liefern.

Ronaldo spielt mittlerweile in der Saudi-Pro-League, hat dort mit 28 Toren in 30 Spielen aber noch immer eine gute Quote. Und sowieso: Ein Spieler, der auf die 1000 Karriere-Tore zugeht, vergisst nicht plötzlich, wo das Tor steht.

Cristiano Ronaldo
Cristiano Ronaldo geniesst im Nationalteam noch immer einen hohen Stellenwert. - keystone

Deutschland hat den 40-jährigen Manuel Neuer für die WM 2026 reaktiviert. DFB-Trainer Julian Nagelsmann begründete das unter anderem mit Neuers Ausstrahlung, die Einfluss auf Gegner und Mitspieler hat. Das gilt für Cristiano Ronaldo genauso.

Er verkörpert dieses «Winner-Gen» wie kein zweiter. Davon zeugen fünf Champions-League-Titel, die Europameisterschaft 2016 sowie Meisterschaften in England, Spanien und Italien.

Dazu kommt dieser unbedingte Wille, den Cristiano Ronaldo einfach mitbringt. Kaum ein Spieler brennt mit einer solchen Besessenheit für den Erfolg wie CR7. Oft ist dieser Funke bereits auf das Team übergesprungen und hat zum Titelgewinn geführt.»

Ronny Reisch
Ronny Reisch ist Sport-Redaktor bei Nau.ch. - Nau.ch

Kommentare

User #6311 (nicht angemeldet)

Es ist falsch, dass Ronaldo seiner Form "hinterherrennt", denn er ist längst ein Standfussballer geworden.

User #1799 (nicht angemeldet)

Ein überbezahlter Fussballer. Bitte auf die Ersatzbank mit Ihm.

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