Trump: Neuer Anlauf für Beschränkung von US-Geburtsrecht

Keystone-SDA
Keystone-SDA

USA,

Nach seiner Niederlage vor dem Obersten US-Gericht versucht Präsident Donald Trump erneut, das US-Geburtsrecht bestimmter Gruppen einzuschränken.

dpatopbilder - US-Präsident Donald Trump spricht bei einer Veranstaltung im Red Rock Resort. Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa
dpatopbilder - US-Präsident Donald Trump spricht bei einer Veranstaltung im Red Rock Resort. Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa - Keystone/AP/Mark Schiefelbein

Neugeborenen, deren Mütter ausschliesslich für die Geburt in die USA reisen, soll künftig nicht mehr automatisch die US-Staatsbürgerschaft zugesprochen werden. Trump unterzeichnete ein entsprechendes Dekret, mit dem gegen «Geburtstourismus» vorgegangen werden soll. Gegen Trumps Vorhaben könnte es erneut Klagen geben.

Vize-Stabschef Stephen Miller sagte, es gebe Menschen, die unter dem Vorwand eines Disneyland-Besuchs einreisen würden. Doch der eigentliche Grund sei, in den Vereinigten Staaten ein Kind zur Welt zu bringen, damit es automatisch US-Staatsbürger wird. Wie genau die US-Regierung im Einzelfall herausfinden will, zu welchem Zweck jemand in die USA einreist, blieb unklar.

Trump unterzeichnete ein weiteres Dekret. Demnach darf die US-Regierung nach eigenen Angaben Menschen die US-Staatsbürgerschaft nachträglich aberkennen, wenn sie unter vorgetäuschten Tatsachen erlangt wurde.

Auch Diplomaten betroffen

In einem zweiten Dekret hält die US-Regierung fest, dass eine Staatsbürgerschaft nicht zuerkannt werden muss, wenn beide Elternteile nicht US-Bürger sind und darüber hinaus auf sie einer der folgenden Fälle zutrifft – eine Auswahl:

* Mitglied einer als terroristisch eingestuften Organisation

* Botschafter, Angestellte einer Botschaft und eines Konsulats im Ausland, oder Personen, die für eine ausländische Regierung arbeiten

* Geburt in einem US-Territorium, in denen die Staatsbürgerschaft nicht durch Bundesgesetz verliehen wird. Aussengebiete sind zum Beispiel Puerto Rico, Guam und den Amerikanischen Jungferninseln.

Trump kassierte vor Supreme Court bereits Niederlage

Ende Juni hatte Trump vor dem Obersten US-Gericht in einem wegweisenden Urteil eine Niederlage kassiert. Kinder, die in den Vereinigten Staaten zur Welt kommen, erlangen weiterhin automatisch die US-Staatsbürgerschaft, wie der Supreme Court entschied. Das gilt auch für Kinder von Eltern, die sich illegal oder nur vorübergehend in den USA aufhalten. Trump bezeichnete die Entscheidung am Donnerstag als «sehr unglücklich».

Basis für das US-Geburtsrecht ist der 14. Zusatzartikel der US-Verfassung: «Alle Personen, die in den Vereinigten Staaten geboren oder eingebürgert sind und deren Gerichtsbarkeit unterstehen, sind Bürger der Vereinigten Staaten.» Dieses sogenannte Jus Soli (Recht des Bodens) garantiert seit 1868 fast jedem auf US-Territorium geborenen Kind automatisch die Staatsbürgerschaft. Die Richterinnen und Richter bestätigten diese Praxis mit ihrem Urteil.

Sie begründeten ihr Urteil mit der Entstehungsgeschichte des 14. Verfassungszusatzes und einem Grundsatzurteil des Supreme Court aus dem Jahr 1898. Die betroffenen Kinder seien «nach der Verfassung von Geburt an Staatsbürger». Zudem betonte das Gericht, dass Begriffe wie «rechtmässig» oder «vorübergehend», auf die sich Trump in seiner Anordnung zur Änderung des Geburtsrechts stützte, im Verfassungstext gar nicht vorkämen – «aus einem einfachen Grund: Sie spielten keine Rolle.»

Kommentare

User #2984 (nicht angemeldet)

Tja, wenn der Willy nicht mehr kann, müssen andere Bestätigungen her.

User #1599 (nicht angemeldet)

Er muss aufpassen, ansonsten er sich selber ausgrent, als migationskind!

Weiterlesen

KI
36 Interaktionen
Gibt immer Recht
Christoph Blocher. - zVg
270 Interaktionen
Schweizer Armee

MEHR IN POLITIK

1 Interaktionen
Teheran
6 Interaktionen
Nischnekamsk
koch kolumne
748 Interaktionen
Daniel Koch
Cassis
80 Interaktionen
Ukraine

MEHR AUS USA

15 Interaktionen
New York
Tom Kaulitz Ferrari
67 Interaktionen
Wettschulden
KI Anthropic CEO
98 Interaktionen
«Meine Sorge ist ...»
San Francisco